Anzeige

Als junger Mensch eine Wohnung in Celle finden – knifflig, aber machbar

CELLE. Celle ist nicht nur selbst eine Hochschulstadt, Celle hat sich auch schon seit langer Zeit durch Nähe und die Anbindung via die B3 als „Schlafstadt“ für zahllose junge Menschen etabliert, die in Hannover studieren. Außerdem bilden Firmen in der ganzen Region aus. Mittlerweile ist deshalb auch hier der Wohnraum limitiert – speziell der in unteren Preisregionen. Ganz einfach ist es deshalb nicht, hier als junger Mensch mit begrenztem Budget eine Wohnung zu finden, aber es ist durchaus möglich.

Ist die WG eine Option?

Eine Wohnung für eine Person zu finden, ist in praktisch jeder deutschen Stadt immer die schwierigste Option. Suchende sollten sich deshalb gleich zu Anbeginn fragen, ob es überhaupt diese Wohnform sein muss – oder ob nicht auch eine WG ginge. Dafür gibt es rationale Gründe:

  • WG-taugliche Wohnungen sind meistens ungleich größer und daher generell (etwas) zahlreicher vertreten.

  • Dadurch gibt es hier eher die Möglichkeit, dass noch Wohnraum frei ist.

  • Es herrscht durch die Beendigung des Studiums bzw. der Ausbildung immer eine gewisse Fluktuation.

  • WGs achten häufig mehr auf subjektive Faktoren ihrer Bewerber, was es leichter machen kann, sie zu überzeugen.

Hinzu kommt, dass in einer Wohngemeinschaft sowohl die Miete wie die Versorgungskosten auf alle Bewohner aufgeteilt werden. Das kann mitunter dafür sorgen, dass die Gesamtkosten für den Einzelnen deutlich niedriger sind als wenn er eine kleine Wohnung nur für sich anmietet.

Doch natürlich haben WGs auch Nachteile. Vor allem, was die Privatsphäre jenseits des eigenen Zimmers anbelangt. Diese Wohnform sollte deshalb von beiden Seiten gut durchdacht sein – aber eben zumindest als theoretische Option überlegt werden.

Oberste Pflicht: Bonität und Vertrauenswürdigkeit nachweisen

Doch ganz gleich ob WG oder Einzelwohnung, es gilt auch in Celle die universell gültige Regel, dass derjenige die besten Karten hat, der es schafft, den oder die Vermieter von sich als Person zu überzeugen. Manche privaten Wohngemeinschaften legen dafür zwar recht willkürliche Kriterien an, darüber hinaus gibt es jedoch zwei Positionen, die allgemeingültig sind:

  1. Seriöses Auftreten. Dies beginnt bereits bei der ersten Kontaktaufnahme, egal ob diese digital oder telefonisch erfolgt. Höflichkeit ist hier der Schlüssel, dazu ein freundlicher Tonfall, Vorstellung mit dem vollständigen Namen, das Auflisten breiter Informationen über sich selbst inklusive des Backgrounds – natürlich in den Grenzen des Erlaubten; der Vermieter darf nicht alles fragen.
    Diese Seriosität sollte sich unbedingt auch auf den persönlichen Kontakt erstrecken. Hier sei auch noch höchste Pünktlichkeit als wichtige Schlüsselfähigkeit genannt, dazu auch ein akkurates Äußeres. Es mag zwar wie ein überflüssiges Detail wirken, aber viele Vermieter achten sehr darauf, in welchem „Zustand“ ein Interessent die Wohnung besichtigt.

  2. Finanzielle Zuverlässigkeit. Kein Vermieter möchte verständlicherweise jeden Monat um seine Mieteingänge bangen müssen. Es ist deshalb Usus, Bonitätsnachweise zu verlangen und Wohnungssuchende tun gut daran, sich bereits im Vorfeld über entsprechende Nachweismöglichkeiten zu informieren. Ideal geeignet hierfür ist das Einholen einer Schufa-Auskunft.
    Und wenn es soweit ist, macht es auf die allermeisten Vermieter großen Eindruck, wenn die entsprechenden Unterlagen bei der Besichtigung unaufgefordert vorgezeigt werden – um die Seriosität zu unterstützen am besten in einer Mappe, nicht einem abgegriffenen Schnellhefter oder gar als Blätterstapel.

Letztendlich sollten Wohnungssuchende das gesamte Prozedere wie eine Reihe von Jobbewerbungen und anschließenden Vorstellungsgesprächen ansehen. Bis auf den Anlass und die Art der Unterlagen gibt es kaum Unterschiede

Agieren mit vielen zeitlichen Freiräumen

Wohnungssuche kann ein anstrengendes und vor allem langwieriges Prozedere sein – es gibt auch bei uns Menschen, die mehrere Monate suchen mussten, bis sie endlich eine Bleibe fanden.

Das bedeutet vor allem, dass Interessenten den gesamten Prozess mit maximal vielen zeitlichen Freiräumen ausgestalten sollten. Primär heißt das, so früh wie nur möglich mit der Suche zu beginnen – tatsächlich schon, bevor ein Arbeitsvertrag oder die Immatrikulationsunterlagen unterzeichnet wurden.

Im Klartext: Sobald ein junger Mensch Hannover bzw. Celle als Region seiner weiteren Ausbildung ins Auge gefasst hat, sollte er bereits mit der konkreten Wohnungssuche beginnen. Das mag auf den ersten Blick übertrieben anmuten, tatsächlich ist es jedoch weitaus besser (und nervenschonender), bereits viele Wochen vor Ausbildungsbeginn mindestens eine Wohnung sicher zu haben, als womöglich erst auf den allerletzten Drücker eine zu finden oder sogar die ersten Wochen provisorisch leben zu müssen.

Unbedingt kompromissbereit sein

Auch junge Menschen, womöglich vor dem ersten Verlassen des elterlichen Nests, haben meist in Gedanken eine Traumwohnung in Art, Größe und Ausstattung. Solche Träume zu hegen, ist nicht schlimm, denn sie geben eine Leitlinie vor. Nachteilig ist es allerdings, zu stark an diesem Wunschtraum der perfekten Wohnung festzuhalten. Denn je spezifischer die Wünsche sind, desto schwieriger ist es, eine Bleibe zu finden, die alles inkludiert; der Traum kollidiert mit der Realität.

Bei den Faktoren:

  • Nähe zur Hochschule bzw. Arbeitsstätte,
  • Art des Wohngebäudes (Neubau, Altbau),
  • Art der Wohnung (Dachgeschoss, Tiefparterre etc.)
  • Größe der Wohnung,
  • Ausstattung der Wohnung und
  • Mietkosten

sollten Suchende unbedingt Flexibilität an den Tag legen. Wichtigster Gradmesser sollte sein, was das eigene Budget erlaubt. Alles andere sollte für eine möglichst reibungslose Wohnungsfindung nachrangig sein.

Viele Quellen nutzen

Viele junge Menschen machen bei der Wohnungssuche einen groben Fehler: sie gehen schrittweise vor. Eine Wohnungsannonce bearbeiten, die Wohnung ansehen, warten – und erst bei einer Absage die nächste ins Auge fassen.

Das ist deshalb ein grober Fehler, weil es die Suche unnötig in die Länge zieht. Bei der heutigen Wohnungssuche gilt viel mehr die Regel „viel hilft viel“. Dementsprechend sollte das optimale Vorgehen eher folgendermaßen aussehen:

  1. Auf mehreren Wegen nach Wohnungen suchen. Nicht nur bei den typischen Immobilienportalen, sondern auch eBay, anderen Kleinanzeigenseiten, die Immobiliensuche des Celler Stadtportals, Seiten von Banken und Immobilienmaklern. Und: Nicht nur reagierend, sondern proaktiv mit eigenen Inseraten, am besten auch unter den künftigen Kommilitonen bzw. Kollegen.

  2. Möglichst jederzeit mehrere „Eisen im Feuer“ haben. Das heißt, grundsätzlich auf jede interessante Annonce reagieren, jedes Angebot auf die eigenen Inserate gründlich prüfen. Es ist völlig probat, gleichzeitig in mehrere Auswahlprozesse involviert zu sein. Absagen kann man immer noch, wenn etwas Besseres gefunden wurde.

Und wer bereits lange vor dem Umzug nach Celle kommen kann, sollte auch niedrigschwellig vorgehen: Zettel bei örtlichen Bäckern und ähnlichen Geschäften aushängen, ja sogar bei offensichtlichen Gebäudebaustellen fragen, ob hier demnächst eine Wohnung frei wird. Auf der Jagd nach einer Bleibe siegt oftmals Frechheit in Kombination mit Zufall.

Beim Mietvertrag die Augen weit offenhalten

Handy klingelt, es gibt eine Zusage für eine Wohnung. Das ist ohne Frage ein Grund zum Jubeln. Allerdings sollte es keinesfalls der Anlass für einen weiteren häufig gemachten Fehler sein: sämtliche Vorsicht fallen zu lassen.

Denn vor dem Umzug steht noch die Unterzeichnung des Mietvertrags auf dem Plan und damit ein finaler Punkt, der Wohnungssuchende in die Bredouille bringen kann. Zwar gilt, dass viele unzulässige Klauseln allein durch ihre Ungültigkeit automatisch die Wirksamkeit verlieren, dennoch kann ein Mietvertrag auch ganz legal nachteilig sein.

Das Problem ist hier, dass Mietrechtslaien meistens nicht erkennen können, ob das ihnen vorgelegte Dokument juristisch korrekt und fair ist – gerade die (wenigen) schwarzen Schafe unter den Wohnungsbesitzern, die nicht auf das Wohl ihrer Mieter aus sind, sind oftmals sehr geschickt darin, nachteilige Verträge nicht so wirken zu lassen.

Was grundsätzlich in einem Mietvertrag stehen sollte, ist schnell aufgelistet:

  • Anschrift und Stockwerk
  • Kalt- und oder Warmmiete
  • Betriebs- und Nebenkosten
  • Mietbeginn
  • Aktueller Zustand der Wohnung

All diese Punkte sollten genau geregelt und ausformuliert sein. Wer sich nicht sicher ist, sollte vor der Unterzeichnung einen auf Mietrecht spezialisierten Anwalt einen Blick darauf werfen lassen – die meisten Advokaten bieten solche niedrigschwelligen Dienste mit sehr kurzen Wartezeiten an, sodass kein Nachteil zu befürchten ist, wenn die Unterschrift nicht sofort erfolgt.

Wichtig ist zudem, ebenfalls noch vor Unterzeichnung des Mietvertrages den Zustand der Wohnung auf Mängel zu überprüfen und diese, falls vorhanden, dem Vermieter zu melden. Nur so lässt sich ausschließen, als Neumieter später für diese verantwortlich gemacht zu werden zu können und evtl. zahlen zu müssen.






Anzeige


Anzeige