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Regionale Tourismusbranche kämpft mit Corona-Folgen – IHKLW-Umfrage zur Tourismussaison: Betriebe aus Gastronomie und Hotellerie sind schwer getroffen

LÜNEBURG. Die verlängerten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben auch für die Tourismusbranche im Bezirk der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg (IHKLW) tiefgreifende Auswirkungen. Das zeigt die aktuelle IHKLW-Saisonumfrage, für die 127 Unternehmen aus Hotellerie, Gastronomie und Campingwirtschaft sowie Reisebüros und Reiseveranstaltern ihre Lage in den Monaten Mai bis Oktober sowie ihre Erwartungen an das laufende Winterhalbjahr beurteilt haben. Der Konjunkturklimaindex ist nach dem Tiefstand bei der letzten Saisonumfrage im Mai (46 Punkte) auf aktuell 69 Punkte leicht angestiegen. Er liegt damit aber deutlich unter dem Klimaindex des Vorjahres: Damals hatte der Wert noch 142 Punkte betragen.

„Der leichte Anstieg des Konjunkturklimas ist darauf zurückzuführen, dass im Sommer der Urlaub in Deutschland beliebt war“, sagt Volker Linde, Leiter des Bereiches Standort- und Politikberatung der IHKLW. „Doch mit dem erneuten Lockdown wird die Situation erneut kritisch: 61 Prozent der Befragten im Gastgewerbe gehen davon aus, dass sich ihre Geschäftslage in der aktuellen Wintersaison verschlechtern wird, nur 14 Prozent erwarten eine Verbesserung.“ Ein Großteil der optimistischen Betriebe gehört zur Campingbranche, rund 57 Prozent erwarten hier eine günstige Entwicklung und nur elf Prozent eine ungünstige.

Mit einer Rückkehr zur normalen Geschäftstätigkeit rechnen mehr als die Hälfte der Gastgewerbebetriebe frühestens im zweiten Halbjahr 2021. Für 23 Prozent der Befragten ist eine Einschätzung zurzeit nicht möglich. „Die Zahlen spiegeln die große Verunsicherung in der Branche wider – die sich auf die Planungen auswirkt: So gehen knapp 39 Prozent der befragten Unternehmen davon aus, dass sie in der nächsten Saison Personal abbauen werden. 35 Prozent planen weniger und 40 Prozent der Betriebe keine Investitionen. Die größten Risiken sehen 60 Prozent der Unternehmen in wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und mittlerweile 39 Prozent in der Inlandsnachfrage. Der vor der Corona-Pandemie beklagte Fachkräftemangel dagegen rutschte von Platz eins auf Platz drei der größten Risiken – mit aktuell nur noch 37 Prozent.

„Die Betriebe brauchen nun Planungssicherheit“, betont Volker Linde. „Auch wenn eine Pandemie nicht planbar ist, braucht die Wirtschaft jetzt klare wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen und einen Fahrplan mit verlässlichen Szenarien für die Zukunft. In der jetzigen heißen Phase der Pandemie ist schnelle und flexible Unterstützung für die Tourismusbranche essenziell: Die zugesagten Finanzhilfen müssen zeitnah ausgezahlt werden, um Liquiditätsengpässe zu vermeiden.“

Bedrohlich ist die wirtschaftliche Situation vor allem für Reisebüros und Reiseveranstalter. Sie bewerten die zurückliegende Saison außergewöhnlich negativ. Lediglich fünf Prozent der Betriebe bewerten ihre Geschäftslage im Sommerhalbjahr als gut und drei Prozent sehen sie als befriedigend an. Rund 92 Prozent der Unternehmen beurteilt die Sommersaison hingegen als schlecht. Der Klimaindex ist nach dem Null-Punkte-Tiefstand bei der Umfrage im Mai auf aktuell 13 Punkte zwar leicht angestiegen, liegt damit aber deutlich unter dem Klimaindex vor einem Jahr: Damals hatte der Wert noch 117 Punkte betragen. Lediglich drei Prozent der Betriebe rechnen im laufenden Winterhalbjahr mit besseren und gerade mal sieben Prozent mit gleichbleibenden Geschäften. Dagegen erwarten 90 Prozent eine Verschlechterung der Geschäftslage.

Das wirkt sich auch auf die Investitionsplanung aus. 85 Prozent geben an, keine Investitionen zu planen. Mehr als die Hälfte der Befragten (58 Prozent) geht davon aus, Stellen abzubauen. Für das Gesamtjahr 2020 rechnen 88 Prozent der Reisebüros und Reiseveranstalter mit einem Umsatzrückgang von mehr als 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 40 Prozent rechnen erst nach 2021 mit einer Rückkehr zu einer normalen Geschäftstätigkeit wie zu Zeiten wie vor der Corona-Pandemie.

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