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Hat Cannabisöl einen Gesundheitsnutzen?

DEUTSCHLAND. Noch vor wenigen Jahren stand Cannabis vor allem als illegale Droge im Fokus der Öffentlichkeit. Doch seit einiger Zeit ist das Bild des Rauschhanfs im Wandel begriffen. Immer öfter wird die medizinische Anwendung der Pflanze offen diskutiert. Und seit einigen Jahren ist Cannabis auch in Deutschland auf Rezept bei der Apotheke erhältlich. Gleichzeitig werden Hanföle im Supermarkt angeboten und in vielen Online-Shops gibt es Nahrungsergänzungsmittel mit dem Hanf-Inhaltsstoff CBD zu kaufen. Aber nicht alle Arten von Cannabisprodukten sind in Deutschland legal erhältlich. Verwirrung gibt es immer wieder um den Gesundheitsnutzen und die Rechtslage von Cannabisöl. Dieser Artikel gibt einen Überblick.

Medizinische Anwendung von Cannabisöl

Cannabisöl wird durch Extraktion aus den Blüten des Rauschhanfs gewonnen und enthält eine besonders hohe Konzentration psychoaktiver Cannabinoide wie THC. Es ist daher deutlich stärker als Cannabis in Blütenform. Cannabisöl kann unter anderem mithilfe eines Verdampfers inhaliert werden. Mittlerweile wird Cannabisöl aber auch häufig zur sublingualen Anwendung verschrieben. Die Wirkung von Cannabisöl ist grundsätzlich dieselbe wie die von Cannabis. Das bedeutet, dass es beispielsweise für die Behandlung chronischer Erkrankungen geeignet ist, bei denen andere Therapieversuche erfolglos waren. Allerdings hat Cannabisöl auch dieselben Nebenwirkungen wie Cannabis, darunter beispielsweise Schwindel, Müdigkeit, Herzrasen, Kopfschmerzen sowie die Gefahr von psychischen Störungen. Cannabisöl ist daher nicht allgemein als gesundheitsförderlich anzusehen, sondern hat nur bei bestimmten Erkrankungen einen Nutzen. Cannabisöl für die medizinische Anwendung wird unter anderem von dem niederländischen Unternehmen Bedrocan produziert.

Rechtslage in Deutschland

In Deutschland ist Cannabisöl grundsätzlich illegal. Allerdings darf es seit 2017 auf ärztliche Verordnung in der Apotheke abgegeben werden. Dabei gilt eine monatliche Höchstmenge, die vom THC-Gehalt des Cannabisöls abhängig ist. Die THC-Menge darf im Monat ein Gramm nicht überschreiten. Die Kostenübernahme für eine Behandlung mit Cannabisöl erfordert einen besonderen Antrag bei der Krankenkasse. Dieser wird allerdings in rund einem Drittel der Fälle abgelehnt, obwohl eine Ablehnung eigentlich nur für begründete Ausnahmefälle vorgesehen ist. Patienten haben bei einer Ablehnung der Kostenübernahme die Möglichkeit, als Selbstzahler Cannabisöl auf Rezept zu kaufen. Wann Cannabisöl verschrieben wird, ist weitgehend von der Einschätzung des behandelnden Arztes abhängig. Vor allem bei chronischen Erkrankungen, die mit Schmerzen verbunden sind, sowie bei Krebserkrankungen werden Cannabis und Cannabisextrakte mittlerweile regelmäßig verschrieben.

Unterschiede zwischen Cannabisöl und CBD-Öl

Immer wieder wird Cannabisöl mit dem CBD-Öl verwechselt, das ebenfalls aus der Hanfpflanze gewonnen wird. Allerdings gibt es wesentliche Unterschiede zwischen diesen beiden Produkten. Während Cannabisöl aus Marihuana extrahiert wird, dient als Ausgangsstoff für CBD-Öl der Industriehanf. Deshalb enthält letzteres nur das Cannabinoid CBD und ist frei verkäuflich. CBD und das berauschende THC überschneiden sich zwar teilweise in ihrer Wirkung. So können beide Stoffe einen beruhigenden Effekt haben. Allerdings ist CBD nicht psychoaktiv und kann daher nicht als Rauschmittel missbraucht werden. Zudem werden die meisten Nebenwirkungen des Cannabiskonsums auf die Wirkung von THC zurückgeführt, während CBD als nebenwirkungsarm und gut verträglich gilt. Umgekehrt ist CBD-Öl allerdings nicht bei allen Erkrankungen wirksam, bei denen Cannabisöl eingesetzt werden kann. Bei Unsicherheit in Bezug auf die gesundheitliche Wirkung der verschiedenen Hanfextrakte ist es daher sinnvoll, Rücksprache mit einem Arzt zu halten.




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