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Landkreis CELLE. Die Feldberegnung entwickelt sich weiter. Angesichts der letzten drei trockenen Jahre setzen die Landwirte im Celler Land auf bessere Technik und die Erhöhung der Grundwasserneubildung. Seit Anfang Juni laufen die ersten Beregnungsmaschinen im Celler Land – deutlich später als in den letzten drei Jahren.

„Feldberegnung Bild 1“ : v.l.n.r Ekkehard Fricke, Hendrik Niemann, Harald Otte, Cord Otte

Dies gilt auch für Hendrik Niemann. Der Landwirt aus Kragen bewässert seinen Acker mittels einer Kreisberegnung, die er vor 2 Jahren installiert hat. Der Einsatz einer Kreisberegnung ist eine energieeffiziente und wassersparende Möglichkeit zur Bewässerung von Feldern. Niemann bewirtschaftet in einer Betriebsgemeinschaft gut 350 ha Acker mit angehängter Biogasanlage. Im Ackerbau liegt der Schwerpunkt auf der Kartoffel, die gut mit Wasser versorgt werden muss. „Wir haben hier 50 Tsd. Euro in die Anlage gesteckt. Aber es lohnt sich, denn nur so können wir die hohen Ansprüche an die Qualität unserer Erzeugnisse sicherstellen“, so Niemann. Ekkehard Fricke, Sachgebietsleiter Beregnung bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen ergänzt, dass neben der gleichmäßigeren Wasserverteilung mit weniger Verlusten die Vorteile in einem geringeren Energiebedarf (bis zu 60% Einsparung) und einer höheren Arbeitseffizienz gegenüber der üblichen Trommelberegnung lägen.

Insgesamt gibt es in ganz Nordost-Niedersachsen knapp 25 Kreisberegnungen. Einschränkungen für den Einsatz der Anlagen liegen zum einen in der benötigten Flächengröße und den höheren Kosten und zum anderen darin, dass z.B. kleinere Hecken oder Feldgehölze durchfahren oder verändert werden müssen. „Die naturschutzfachliche oder waldfachliche Genehmigung dieser Eingriffe ist zum Teil schwierig. Für den Einsatz dieser Technik würden wir uns mehr Flexibilität der Behörden wünschen“, erläutert Cord Otte, Vorsitzender des Oberverbandes Feldberegnung Celle, denn auch er könnte sich den Einsatz dieser Technik auf seinem Betrieb vorstellen.

Online-Mengenmeldesystem und ein ökologisches Risikomanagement

Besonderheiten der Feldberegnung im Landkreis Celle sind ein Online-Mengenmeldesystem und ein ökologisches Risikomanagement – beides wurde 2019 eingeführt. Monatlich melden die 462 Beregner online ihre verregneten Mengen an den Oberverband, der die Auswertungen an den Landkreis Celle als Aufsichtsbehörde leitet. „Somit ist der Landkreis kontinuierlich über die Einhaltung der Mengenvorgaben informiert“, führt Otte aus. Das ökologische Risikomanagement dient dem präventiven Schutz von grundwasserabhängigen Biotopen. Basis ist das Beobachten von vielen Grundwassermessstellen und einigen Oberflächenwassermessstellen. Bei Erreichen von kritischen Messwerten werden die entsprechenden Brunnen abgeschaltet, um im Sinne des Vorsorgeprinzips eine Schädigung von Biotopen auszuschließen. „Beides, das Online-Mengenmeldesystem und das ökologische Risikomanagement sind einzigartig in Niedersachsen“, fasst Harald Otte, Vorstandsmitglied des Oberverbandes zusammen.

Wasserrückhaltemanagement

Die Frage nach Möglichkeiten zum Rückhalt von Niederschlagswasser gewinnt an Bedeutung. Bisher dienen Gräben nur der Wasserabführung. In einem Pilotprojekt will der Oberverband untersuchen, wie aktive Wasserrückhaltung in vorhanden Gräben vorgenommen werden kann. Es geht darum das überschüssige Wasser, welches im Herbst und Winter normalerweise über die Vorfluter abgeleitet wird, in der Region zu halten und damit zur Grundwasserneubildung beizutragen. Das Projekt ist in der Beantragung und soll im Herbst starten.

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