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Lesermeinung: „Jede Impfung birgt ein mehr oder weniger geringes Risiko“

CELLE. Unser Leser Dr. Ulrich Seemann nimmt Stellung zu der Diskussion um die Corona-Impfungen für über 12-jährige Kinder. Hier ist der Leserbrief im Wortlaut:

„Die „Ständige Impfkommission“ STIKO hat sich skeptisch zu den Corona-Impfungen für über 12-jährige Kinder geäußert und als Voraussetzung das Vorliegen einer besonderen Gefährdung verlangt.

Dieses zögerliche Verhalten ist m. E. höchst bedenklich, aber typisch für die STIKO. Dabei schaue ich auf die frühen 80-er Jahre des letzten Jahrhunderts zurück, als die Keuchhustenimpfung in Deutschland auch äußerst zögerlich eingeführt wurde, wobei der damals vorliegende Impfstoff tatsächlich stärker mit Nebenwirkungen verbunden war. Dia Kindersterblichkeit lag bei 17 Todesfällen auf 1000 Geburten, im europäischen Ausland teilweise unter 12. Häufige Fälle von plötzlichem Kindestod konnten beobachtet werden, die im Nachhinein vermutlich auf Keuchhustenerkrankungen bei Säuglingen zurück zu führen waren. Nachdem man endlich konsequent impfte, sank die Zahl der Todesfälle bei Säuglingen erheblich und beträgt Heute etwas über 5 Todesfälle auf 1000 Geburten.

Bei dem Corona-Impfstoff fehlen uns noch die ganz zuverlässigen Zahlen. Jedoch zeigt sich jetzt bereits der eindeutige Nutzen zur Vermeidung der Erkrankung in Relation zu den zu erwartenden Nebenwirkungen. Natürlich kann man Heute noch bessere wissenschaftliche Erkenntnisse abwarten wie in den 80-er Jahren bei der Keuchhusten-Impfung. Das hatten seinerzeit tausende Kinder mit dem Leben bezahlt. 

Jede Impfung birgt ein mehr oder weniger geringes Risiko, selbst die Tetanus-Impfung, an deren Nutzen ja wohl niemand mehr zweifelt. Die Möglichkeit einer Corona-Erkrankung ist deutlich größer, und ich halte es für makaber, wenn die wenigen schweren Verläufe bei Kindern besonders mit der Gefahr des sog. Long-Covid-Syndrom als billigend in Kauf genommen und bagatellisiert werden. 

Wir müssen insbesondere darauf achten, daß nie wieder Schulen geschlossen werden, denn diese Maßnahmen haben vermutlich bereits bei vielen Kindern zu irreversiblen Schäden geführt. Um das zu verhindern und auch um die Gefahr der Ansteckung im häuslichen Milieu infizierter Kinder zu minimieren sollten Schulkinder geimpft werden.

Für die Zurückhaltung vieler meiner Kollegen habe ich wenig Verständnis.

Dr. Ulrich Seemann“

PR

Foto: slightly_different / Pixabay

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