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Traumjob Krankenschwester – Oder eher ein Albtraum?

photo of woman resting on the couch

DEUTSCHLAND. Die Aufgabe, anderen Menschen in ihren schlimmsten Momenten zu helfen, ist erfüllend. Aber der Job als Krankenschwester und Gesundheitspfleger hat einen schlechten Ruf. Dennoch gibt es die Menschen, die unbedingt Pflegefachkraft werden wollen. Wo liegen die Hürden und Chancen des Berufs?

Krankenschwestern als wichtiger Teil im Gesundheitswesen

Das Gesundheitswesen steht und fällt mit den Gesundheits- und Krankenpfleger*innen. Wegen Covid haben wir gemerkt, wie viel nur funktioniert, weil unsere Krankenschwestern Doppelschichten, Überstunden und die Ansteckungsgefahr der Pandemie riskiert haben, um anderen zu helfen. Auch ohne Covid hat in Deutschland bereits ein Pflegenotstand geherrscht. Es fehlt das qualifizierte Fachpersonal. Sowohl in der Pflege als auch im Krankenhaus. Viele setzen jetzt vermehrt auf Strategien der Personalgewinnung. Zusätzlich wird auch gesetzlich versucht, die Personalhaltung zu unterstützen. Die Gehälter in der Pflege sollen bis 2022 um 8,7 % angesteigen.

Voraussetzungen für eine Krankenschwester

Eine Krankenschwester trägt die Teilverantwortung für die Gesundheit und Genesung eines Menschen. Daneben ist sie selbst ständig von stressreichen und belastenden Situationen umgeben. Der wichtigste Faktor, den eine Krankenschwester besitzen kann, ist Resilienz. Sie muss belastbar und stressresistent sein.

Daneben braucht sie ein gutes Gedächtnis, Reaktionsfähigkeit und eine sorgfältige Arbeitsweise. Für ihre administrativen Nebentätigkeiten braucht sie Organisationstalent. Da sie stets im Menschenkontakt steht, muss sie kommunikativ sein und gut mit anderen umgehen können.

Wichtige Fähigkeiten einer Krankenschwester:

  • Stressresistenz
  • Belastbarkeit
  • Flexibilität
  • Einfühlungsvermögen
  • Geduld
  • Durchsetzungsvermögen
  • Menschenkenntnis
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Toleranz
  • Organisationstalent
  • Verantwortungsbewusstsein

Viel Arbeit – Wenig Pausen – Wenig Gehalt?

Die Hürden, die dazu geführt haben, dass zu wenige Menschen bereit sind, in der Pflege zu arbeiten, sind fehlende Personalhaltungs- und Personalgewinnungsstrategien. Genau gesagt ist es eine Mischung an den schwierigen Arbeitszeiten und dem mangelnden Gehalt.

Viele Krankenschwestern arbeiten im Schichtdienst. Das macht es schwer, sein Privatleben zu planen. Insbesondere, wenn die Zeiten nicht mit denen der Familie und Freunden zusammenpassen. Durch den Personalmangel sind Gesundheitspfleger*innen außerdem häufig in der Pflicht, Zusatzschichten und -aufgaben zu übernehmen, die zwar vergütet werden, aber zusätzlich belasten.

Währenddessen ist das Gehalt der Krankenschwester meist nicht mit dem Aufwand und der Verantwortung, die sie trägt, vereinbar. Die Vergütung ist nicht fair und macht es schwer, Arbeit und Familie unter einen Hut zu bringen, da oft nicht genügend Geld für Kinderbetreuung und -versorgung da sind. Hier gibt es mehr Informationen darüber, wie sich das Krankenschwester-Gehalt im Detail gestaltet.

Nicht immer gibt es ein Happy End

Wer im Krankenhaus arbeitet, darf nicht unterschätzen, wie belastend es sein kann, durch Krankheit und Tod umgeben zu sein. Auch wenn viele Patient*innen nicht aus lebensbedrohenden Gründen im Krankenhaus sind und viele Behandlungen erfolgreich sind, gibt es nicht immer ein Happy End. Vor allem die Onkologie und andere Stationen, die chronische, lebensbedrohende Krankheiten behandeln, erfordern hier eine mentale Stärke und/oder psychologische Unterstützung, die vom Arbeitgeber unterstützt werden sollte.

Der Beruf nutzt ab

Wer stets viel und stets unter großem Druck arbeitet, dem geht irgendwann die Luft aus. Der Wille, den Menschen zu helfen, und die Erfüllung, die man durch die Dankbarkeit anderer erhält, können davon meist nur einen Teil auffangen. Durch den Pflegenotstand mangelt es an Möglichkeiten, in denen Gesundheitspfleger*innen wieder Energie tanken können.

Viel Druck durch große Verantwortung

Es ist eine große Verantwortung, für die Gesundheit anderer Menschen verantwortlich zu sein. Wenn man einen Fehler macht, hat das mitunter große Auswirkungen, die sogar lebensbedrohlich sein können. Eine Krankenschwester muss eine Vielzahl an Fakten im Hinterkopf haben, damit sie stets richtig reagieren kann.

Dabei braucht sie genügend Konzentrationsfähigkeit, um genau arbeiten zu können. Das Gehalt, das Krankenschwestern verdienen, ist ungleich zu der großen Verantwortung, die sie tragen. Durch die fehlenden Pausen kommt es zusätzlich zu einer Doppelbelastung, die die gute Leistung einschränken kann.

Fazit

Der Job als Krankenschwester ist hartes Brot. Das liegt aber weniger an den Inhalten selbst, sondern an den Arbeitsumständen, die sich in den letzten Jahrzehnten entwickelt haben. Der Pflegenotstand ist während Covid stark aufgefallen. Das kann eine Chance sein. Erste Besserungen im Gehalt der Gesundheitspfleger*innen gab es schon.

Wenn die Regierung sicher gehen möchte, dass die Bevölkerung auch in Zukunft noch medizinisch versorgt werden kann, muss sie nachziehen. Das gibt Hoffnung darauf, dass eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Krankenschwestern in Sicht ist. Damit können sie wieder dem erfüllenden Job nachgehen, anderen Menschen zu helfen.






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