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Herbst und Winter ist wieder Grünkohl-Zeit – Beliebte Grünkohlessen dienten der Lobbyarbeit – Saisoneröffnung am 7. November

NIEDERSACHSEN. Auch wenn Grünkohl heutzutage nicht mehr unbedingt den Frost benötigt, so warten viele Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Gärtner die kälteren Tage und Nächte mit Frost ab, damit er so richtig schmeckt. Ab September wird die schnellwüchsige Blattkohlart geerntet bis weit in die Wintermonate Januar und Februar hinein. Offiziell wird mit dem Motto „Hallo Grünkohl“ auf dem Marktplatz in Oldenburg, der „Kohltour-Hauptstadt“ Deutschlands, am ersten Novembersonntag die Saison eröffnet. Nachdem vergangenes Jahr aufgrund der Corona-Pandemie das Eröffnungsfest ausfallen musste, ist dieses Jahr für den 7. November ein abgespecktes Programm mit einigen Ständen sowie Essens- und Trinkmöglichkeiten unter Corona-Auflagen geplant, teilt der Landvolk-Pressedienst mit.

Grünkohl wird von September bis Februar geerntet

Laut den Oldenburgern gedeihe bei ihnen das gesunde Wintergemüse in hoher Qualität. Grünkohl gehört zu den Kohlsorten mit dem höchsten Gehalt an Vitamin C und enthält zudem viel Vitamin K. Fast mannshoch kann die Pflanze werden, die daher gerne „Oldenburger Palme“ genannt wird. Je nach Region wird der Grünkohl noch als Braunkohl, Krauskohl, Winterkohl sowie lippische oder friesische Palme bezeichnet.

Doch auch die Bremer fordern ihr Anrecht auf ihre Spezialität, schließlich wird seit 1545 alljährlich im Rahmen der traditionellen Schaffermahlzeit, einer Veranstaltung, zu der im Februar jeweils 100 kaufmännische und 100 seemännische Schaffer sowie 100 Gäste zusammenkommen, Grünkohl serviert. Oldenburg hingegen richtet seit 1956 das „Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ aus. Hier wie dort dient das Grünkohlessen einst und heute als zentrales Instrument politischer Lobby-Arbeit. Weil 1956 der damalige Bundespräsident Heuss nicht zum Grünkohlessen nach Oldenburg kommen konnte, packten die Oldenburger Politiker ihren Kohl ein und fuhren damit in die einstige Hauptstadt Bonn. Mit dem Umzug nach Berlin findet das „Defftig Ollnborger Gröönkohl Äten“ in der Niedersächsischen Landesvertretung statt – inklusive Wahl der Grünkohlkönigin bzw. des Grünkohlkönigs.

Fast 2.000 Tonnen werden jedes Jahr – mehr als ein Zehntel des gesamten Grünkohls in ganz Deutschland – im Weser-Ems-Gebiet rund um Oldenburg angepflanzt. 2020 wurden laut Statistischem Bundesamt allein in Niedersachsen 7.571 Tonnen Grünkohl angebaut; Kohlgemüse insgesamt (Brokkoli, Blumenkohl, Grünkohl etc.) wuchs auf 3.175 Hektar. Grünkohl wird aber in ganz Niedersachsen geerntet und direkt in der Region vermarktet. Wo frischer Grünkohl ganz in der Nähe verkauft wird, ist unter www.service-vom-hof.de zu finden. Somit steht dem regionalen, gesunden und gesellschaftlichen Genuss – auch ohne politischer Lobby-Arbeit – nichts im Wege.

LPD
Foto: Landvolk Niedersachsen






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