Anzeige

Ist der Weihnachtsmann eigentlich fair? – Fairer Handel: warum Siegel nicht gleich Siegel ist

NIEDERSACHSEN. Weihnachten steht vor der Tür und längst türmen sich allerlei Leckereien aus Schokolade in den Supermarktregalen. Wer sich die verschiedenen Verpackungen einmal genauer anschaut, findet immer häufiger darauf auch ein „faires“ Siegel. Was die unterschiedlichen Label bedeuten und wie viel Fairness wirklich in ihnen steckt, verrät die Verbraucherzentrale Niedersachsen.

„Immer mehr faire Siegel tummeln sich auf dem Markt“, so Antje Warlich, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. „Aber Siegel ist nicht gleich Siegel. Standards variieren, denn gesetzliche Mindestanforderungen – wie etwa beim ökologischen Landbau – gibt es nicht.“ Um die Unterschiede aufzuzeigen, hat die Verbraucherzentrale nun die sechs bekanntesten Siegel von Fairtrade, Naturland, GEPA und Rainforest Alliance miteinander verglichen und konventioneller Schokolade gegenübergestellt.

Fairer Anteil unbekannt

„Das Fairtrade-Label als größte Initiative des Fairen Handels hat selbst drei verschiedene Siegel mit unterschiedlichen Bedeutungen. Je nach Auszeichnung variiert der faire Anteil der Produkte von 100 Prozent bis unbekannt“, erläutert Warlich. Vergleicht man die Preise, die faire Anbieter mindestens an ihre Handelspartner für die Rohware zahlen, liegt GEPA vorn. „Der existenzsichernde Mindestpreis beträgt laut Inkota e.V. 3.150 US-Dollar pro Tonne Kakao. GEPA zahlt 3.500 US-Dollar und berücksichtigt damit als einziger Anbieter auch die Produktionskosten der Erzeuger sowie einen angemessenen Gewinn“, sagt die Ernährungsexpertin.

Besser mit als ohne Siegel

Diese Unterschiede sind ärgerlich und für Verbraucherinnen und Verbraucher kaum zu erkennen: Manche Produkte wirken durch die Siegel besser als sie eigentlich sind. „Bei dem weißen Fairtrade-Label sowie dem der Rainforest Alliance steckt nicht immer viel Fairness drin“, erklärt Warlich. Allerdings ist Schokolade mit diesen Siegeln trotz der teilweise sehr geringen Anteile fairer Zutaten immer noch besser als ein Produkt ohne Siegel – und das gilt nicht nur für Schokolade, sondern auch für viele andere Produkte, wie beispielsweise Kaffee. Denn ohne diese Kennzeichnung ist absolut intransparent, inwieweit Fairness überhaupt eine Rolle spielt.

Die Expertin rät: „Wer wirklich sichergehen will, dass mindestens 50 Prozent der Zutaten im Produkt fair sind, sollte bei Schokolade zu GEPA, Naturland oder dem schwarzen Fairtrade-Siegel greifen.“ Diese ist dann zwar etwas teurer, aber vielleicht kann der Weihnachtsteller auch mit weniger, dafür aber wirklich fairer Schokolade befüllt werden.

Die hochauflösende Grafik der Gegenüberstellung und weitere Informationen unter www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/faire-schokolade

PR






Anzeige


Anzeige