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Langsames Internet beeinträchtigt Homeoffice in Deutschland

CELLE. Homeoffice und Homeschooling gehören für viele Deutschen seit fast zwei Jahren zum Alltag. Ein stabiler und schneller Internetanschluss ist somit für die meisten Haushalte noch wichtiger als vor dem Beginn der Covid-19-Pandemie. Im Auftrag des Vergleichsportals CHECK24 hat das Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov deshalb ermittelt, wie zufrieden die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren mit der Qualität ihres Internetanschlusses ist.

Laut der Umfrage ist mehr als die Hälfte (61 %) der Deutschen, in deren Haushalten Homeoffice oder Homeschooling stattfindet, mit ihrer Internetverbindung unzufrieden. Am häufigsten sind Verbindungsabbrüche und eine zu niedrige Datenrate problematisch. 37 Prozent der Teilnehmer wurden beim Arbeiten oder Lernen zu Hause bereits mehrfach Internetabbrüche gestört, ein Viertel (25 %) zumindest einmal.

Kunden wollen höhere Bandbreiten

„In vielen Fällen ist die schlecht ausgebaute Infrastruktur schuld am langsamen Internet. Moderne und schnelle Internetanschlüsse sind häufig nur in Großstädten verfügbar. Die Verbraucher*innen selbst bestellen hingegen Jahr für Jahr Tarife mit immer höheren Bandbreiten“, erklärt Markus Schramm, Geschäftsführer Telekommunikation bei CHECK24. Dies bestätige auch Statistiken zum Internet in Celle, laut denen die Internetgeschwindigkeit auch innerhalb des Landkreises stark zwischen Innenstadtlagen und ländlichen Regionen schwankt.

Es ist demnach nicht verwunderlich, dass Kunden immer höhere Internetgeschwindigkeiten bestellen. Laut den Daten von CHECK24 wurde im Jahr 2010 im Mittel eine Downloadgeschwindigkeit von 17,6 MBit/s gebucht. Im Jahr 2020 waren es hingegen 107,0 MBit/s. Tatsächlich verfügbar sind die hohen Geschwindigkeiten in vielen Regionen jedoch nicht.

Die repräsentative Umfrage zeigt, dass nur ein kleiner Teil der Internetanschlüsse tatsächlich so schnell ist, wie im Vertrag vereinbart wurde. Eine Geschwindigkeit von 50 MBit/s oder mehr hat nur knapp über ein Drittel (36 %) der Anschlüsse in Deutschland. Viele Kunden (17 %) müssen noch immer mit 20 MBit/s oder weniger im Internet surfen.

Grafik: obs/CHECK24 GmbH

„Vor allem Verbraucher*innen in ländlichen Gebieten müssen erleben, dass ihnen nur geringe Bandbreiten am Internetanschluss zur Verfügung stehen. Der Breitbandausbau auf dem Land soll durch das neue Recht auf schnelles Internet zwar angekurbelt werden. Durch die nicht definierte Mindestbandbreite fehlt allerdings ein ausschlaggebendes Detail für den Kunden“, erklärt Dr. Markus Schramm.

Internetgeschwindigkeit sorgt für Unzufriedenheit

Wie viele Menschen in Deutschland mit ihrer Internetgeschwindigkeit zufrieden sind, zeigt eine zweite Umfrage von YouGov im Auftrag von CHECK24, an der im Jahr 2020 2.031 Personen teilgenommen haben. Knapp ein Viertel (24 %) ist demnach mit ihrer Internetgeschwindigkeit entweder „eher unzufrieden“ (17 %) oder „sehr unzufrieden“ (7 %). „Sehr zufrieden“ sind hingegen noch weniger Kunden (22 %). Die übrigen Teilnehmer sind „eher zufrieden“ (48 %) oder haben sich enthalten (6 %).

Grafik: obs/CHECK24 GmbH

Recht auf schnelles Internet

Abhilfe schaffen könnte die am 1. Dezember 2021 in Kraft getretene Novelle des Telekommunikationsgesetzes (TKG), die unter anderem ein „Recht auf schnelles Internet“ vorsieht. Die dafür geltenden Bedingungen soll die Bundesnetzagentur (BNetzA) bis zum 1. Juni 2022 in einer Rechtsverordnung regeln. Bisher wurde lediglich durch die Abgeordneten des Bundestags festgelegt, dass der die Internetgeschwindigkeit die Nutzung erweiterter Universaldienste, darunter reguläre Homeoffice-Anwendungen, Anrufe und Videocalls sowie soziale Medien ermöglichen soll.

Laut dem Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) ist dafür Bandbreite von mindestens 50 MBit/s angemessen. Der Bundestag hat hingegen eine Bandbreite von 30 MBit/s für ausreichend und die BNetzA hat in ihrem ersten Vorschlag sogar eine Downloadrate von nur 10 MBit/s vorgeschlagen. Ob die Gesetzesänderung tatsächlich Menschen mit langsamen Internetanschlüssen hilft, wird sich also erst in den kommenden Monaten zeigen, wenn die Regulierungsbehörde die Rechtsverordnung finalisiert.

Grafiken: obs/CHECK24 GmbH

Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH im Auftrag von CHECK24, an der 2.031 Personen zwischen dem 14. und 16.4.2020 teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.






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