Quartalsappell Bereich Zentrale Aufgaben der Panzertruppenschule
MUNSTER. Am 23. März 2022 traten rund hundert Angehörige des Bereichs Zentrale Aufgaben der Panzertruppenschule aus Munster zu einem Appell an. Im Fokus standen die Auszeichnung für Soldaten und eines Unfallretters der an zwei zivilen Unfällen Unfallhilfe gelistet hat, die Verabschiedung eines Spießes und die Pensionierung eines Soldaten.


Aus Überzeugung – der Respekt untereinander
Der Leiter des Bereichs Zentrale Aufgaben und stellvertretende Kommandeur der Panzertruppenschule, Oberst Jesko Peldszus, stellte unmittelbar nach seiner Begrüßung der angetretenen Soldatinnen, Soldaten und zivilen Angestellten klar heraus, dass ihm Auszeichnungen, Begrüßungen, Verabschiedungen sowie Versetzungen in den Ruhestand im Rahmen eines Antretens sehr wichtig seien. „Dies ist nach meiner festen Überzeugung wichtig für den Respekt untereinander, die Kenntnis voneinander, die wir vor Kurzem auch am Tag unserer Werte eher theoretisch thematisiert hatten und die Zusammengehörigkeit in den Streitkräften, die ich als wesentliche Grundlage für die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr einschätze“, bekräftigte Oberst Peldszus. Zunächst ging er kurz auf die derzeitige sicherheitspolitische Lage ein und betonte, dass das Thema einsatzbereiter Streitkräfte seit vier Wochen eine Relevanz erlangt hat, die kaum ein politisch Interessierter Beobachter noch vor einem Jahr vermutet hätte“. Er mahnte neben der nötigen individuellen Flexibilität für die Ausbildung und den Lehrgangsbetrieb an der Panzertruppenschule, dass sich jeder der angetretenen Soldaten spätestens jetzt im Klaren sein muss, das einzulösen, was er in seinem Diensteid geschworen hat – „das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen“.
Ehrungen für besondere Leistungen und einen zweifachen Ersthelfer
Nachdem Oberst Peldszus einen Rückblick der vergangenen Monate und einen Ausblick in die nahe Zukunft für seinen Verantwortungsbereich gegeben hatte, bat er vier Soldaten vorzutreten. Oberstabsgefreiter Christoph Quast und Hauptfeldwebel Benjamin Schauer wurden mit dem Ehrenkreuz der Bundeswehr in Bronze sowie Hauptfeldwebel Christian Wagner mit dem Ehrenkreuz der Bundeswehr in Silber für beispielhafte Pflichterfüllung ausgezeichnet.
„Ganz besonders freue ich mich über die Auszeichnung von Stabsunteroffizier Stefan Großmann-Olfermann aus der Wartungs- und Bergegruppe, der diese Auszeichnung für eine, aber präziser gesagt zwei hervorragende Einzeltaten erhält. Jeweils auf dem Weg zum Dienst leistete er Erste Hilfe bei zwei zivilen Verkehrsunfällen, bei der die Fahrer aus einem stark deformierten bzw. sich mehrfach überschlagendem Fahrzeug gerettet werden mussten“, leitete Oberst Peldszus die letzte Auszeichnung ein. Stabsunteroffizier Großmann-Olfermann erhielt für diese zwei Ersthelfereinsätze das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Silber für eine hervorragende Einzeltat. Kurzfristig eingetroffen konnte noch eine weitere Maßnahme durchgeführt werden. Hauptfeldwebel Marco Boldt erhielt für einen Verbesserungsvorschlag im Rahmen des bundeswehrinternen Kontinuierlichen Verbesserungsprogramm eine Geldprämie. Mit seinem Vorschlag kann die Bundeswehr künftig Geld und Ressourcen einsparen. Ebenfalls kurz vor dem Appell traf in Munster noch eine Beförderungsurkunde ein. So konnte sich Hauptfeldwebel Christian Wagner über die Beförderung zum Stabsfeldwebel freuen.
Personelle Veränderungen
Nach den Ehrungen und Auszeichnungen wurden einige neu zuversetzte Soldaten begrüßt und andere in zukünftige Aufgaben verabschiedet. Eine besondere Verabschiedung ist immer die Verabschiedung eines Kompaniefeldwebels – des Spießes. Der Bereich Zentrale Aufgaben hat zwei Spieße, einer davon wurde heute in seine neue militärische Heimat nach Rostock verabschiedet. Für Stabsfeldwebel Michael Jablonski endet nach rund neun Jahren als Kompaniefeldwebel des Bereichs Unterstützung seine Zeit in Munster. Künftig wird er in Rostock eingesetzt werden. „Bei Ihnen Herr StFw Jablonski möchte ich mich ganz persönlich mit der Aushändigung meines Coins – (eine persönlichen Ehrenmünze, Anm. der Red.) – bedanken und wünsche Ihnen für Ihre neue Verwendung als Karriereberatungsfeldwebel alles Gute. Informieren und beraten Sie die kommenden Soldaten gut. Ich weiß sowohl die Weitergabe der vielschichtigen Rahmenbedingungen des Soldatenberufs wie auch die realistische Werbung für die Streitkräfte bei Ihnen in guten Händen“, bedankte sich Oberst Peldszus beim scheidenden Spieß. Als Nachfolger übernimmt kein Unbekannter die gelbe Kordel – dem äußeren Erkennungszeichen der Kompaniefeldwebel. Stabsfeldwebel Rene Sandau ist bereits seit vielen Jahren Angehöriger der Panzertruppenschule und in Munster bestens bekannt.
Munsteraner Hymne zum Abschied
Nach rund 35 Dienstjahren endet zum 31. März 2022 die aktive Dienstzeit für Stabsfeldwebel Andreas Menzenbach. Begonnen hatte der Stabsfeldwebel seine Dienstzeit als Panzerfeldwebel. Mit steigender Bedeutung der Informationstechnik wurde Stabsfeldwebel Menzenbach zum IT-Spezialisten umgeschult. Diese Fähigkeiten brachte er in den letzten zehn Jahren in den Ausbildungsstützpunkt SIRA – das steht für Simulationsgestützte Rahmenübung, ein. Für den künftigen Lebensabschnitt in unmittelbarer Nähe der Elbe wünschte Oberst Peldszus dem ausscheidenden Stabsfeldwebel alles Gute, viel Gesundheit und viel Freude bei künftigen Unternehmungen. „Ich möchte Ihnen an dieser Stelle noch einmal ganz persönlich meinen Dank für den Dienst in den Streitkräften und für die Ausbildung insgesamt aussprechen und was könnte da zum Abschluss besser passen, als das klassische Lied zum Zapfenstreich, das auch noch einen unmittelbaren Bezug zu Ihrem letzten Dienstort hat“, bedankte sich Oberst Peldszus persönlich bei Stabsfeldwebel Menzenbach. Nach dem Lied der „Lili-Marleen“, dem Überreichen der offiziellen Entlassungsurkunde sowie eines symbolischen Abschiedsgeschenks endete mit der Nationalhymne der würdevolle Appell.
Informationsblock:
Das Ehrenzeichen der Bundeswehr gibt es in fünf Stufen. Die Ehrenmedaille wird für treue Pflichterfüllung und überdurchschnittliche Leistungen nach einer Dienstzeit von sieben Monaten verliehen. Nach einer Dienstzeit von fünf Jahren kann dafür das Ehrenkreuz in Bronze, nach zehn Jahren in Silber und nach 20 Jahren in Gold verliehen werden. 2008 wurde das Ehrenzeichen der Bundeswehr neben der Tapferkeitsauszeichnung um zwei weitere Sonderformen erweitert: das Ehrenkreuz in Silber mit rotem Rand für herausragende Leistungen, insbesondere hervorragende Einzeltaten ohne Gefahr für Leib und Leben, und das Ehrenkreuz in Gold mit rotem Rand für solche Leistungen unter Gefahr für Leib und Leben. Damit sind diese Ehrenzeichen der Bundeswehr äußerlich hervorgehoben und unterscheiden sich von jenen, die wegen treuer Pflichterfüllung und überdurchschnittlicher Leistungen verliehen werden. Die Sonderform in Gold würdigt in der Regel hervorragende Einzeltaten im Auslandseinsatz. Die Sonderform in Silber wird überwiegend für Rettungstaten und Erste Hilfe in Deutschland verliehen. (Quelle: Bundeswehr.de)
Thomas Rotter
Fotos: Katrin Hanske
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