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Warum trägt man in Japan eine Maske?

Japan gehört mit seinen 125,76 Millionen Einwohnern zu den bevölkerungsreichsten Staaten der Welt. Allein in Tokyo, der Hauptstadt Japans, treffen 9,74 Millionen Menschen aufeinander – Infekte können sich hier schnell verbreiten. In Japan gehört der Mund-Nasen-Schutz deswegen seit Jahrzehnten zum gewöhnlichen Straßenbild und viele Japaner schwören insbesondere in der Grippe- und Heuschnupfen-Saison auf den Mundschutz.

Der Mundschutz in Japan: Tradition und Kultur

In Japan hat der Mund-Nasen-Schutz Tradition und die Japaner greifen aus ganz unterschiedlichen Gründen bei dem Verlassen des Hauses zu ihrem Mundschutz, dem sogenannten masuku.

Japanische Masken sind Teil des Alltags und sind sogar mit Erdbeerduft, integrierten Atembefeuchtern oder Pollenfiltern erhältlich. In Deutschland sind sichere Atemschutzmasken mittlerweile in diversen bunten Farben u. a. bei Healthsystems erhältlich.

Die Geschichte der japanischen Masken

Im Jahr 1918 und 1920 herrschte in Japan eine Grippepandemie, die insgesamt knapp 400.000 Tote zur Folge hatte. Die Regierung rief zum Tragen von mit Stoffen ausgekleideten Drahtmasken auf und viele Händler produzierten fortan Masken für Privatpersonen.

Nach dem 2. Weltkrieg begann Japan mit der Aufforstung und so wurden zahlreiche Zedern gepflanzt. Die Folge: Viele Menschen litten an einer Pollenallergie und griffen wieder zu den Masken. Seither gilt der Mundschutz als beliebte präventive Maßnahme gegen Heuschnupfen.

2007 litt Japans Bevölkerung dann an der SARS-Epidemie, die direkt auf die in China wütende Vogelgrippe im Jahr zuvor folgte. Da die Berechenbarkeit eines Menschen und einer Situation tief in der japanischen Kultur verankert ist, wuchs der Wunsch, jegliche Ansteckungsrisiken zu minimieren.

Heute ist die Maske Teil des japanischen Alltags und viele Japaner tragen die Maske sogar aus ganz anderen Gründen als der Angst vor einer Infektion: Wer die Konversation scheut, kann sich etwa einen Rückzugsort schaffen und in seiner Komfortzone verweilen.

Die Kultur Japans: Höflichkeit und Rücksicht

In Japan wird Wert auf Charaktereigenschaften gelegt, die in der westlichen Welt nicht mehr im Mittelpunkt stehen. So verhalten sich Japaner kollektiv, zuvorkommend und höflich. Um die Mitmenschen vor einem Schnupfen oder einer Grippe zu schützen, greifen kranke Japaner rücksichtsvoll zu einem Mundschutz, sobald sie das Haus verlassen.

Zudem gilt Japan als Land der Arbeiter und eine Krankmeldung bei dem Arbeitgeber ist hier nicht gern gesehen. Andere Menschen möchte man somit auch vor einem krankheitsbedingten Arbeitsausfall schützen.

Masken im Frühling: der gelbe Staub

Im Frühling, der Zeit des gelben Staubs, schützen sich die Japaner durch das Tragen von Atemmasken vor dem aus China und Gobi heran wehenden Staub. Dieser schränkt die Sicht erheblich ein und die Japaner schützen ihre Atemwege in dieser Jahreszeit durch das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes.

Die Gründe für das Tragen einer Maske in Japan im Überblick

  • Vermeidung von Ansteckungen
  • Schutz vor Pollen
  • Schutz vor dem gelben Staub im Frühling
  • Wahrung des Gesichts in der Öffentlichkeit
  • Selbstschutz

Die japanische Maske: ein Trend unter Jugendlichen?

Längst hat sich in Japan ein neuer Trend etabliert: Jugendliche tragen vermehrt Masken, um ihr Aussehen vor der Gesellschaft zu verbergen, den prüfenden Blicken der Gesellschaft zu entkommen und weniger Make-up auflegen zu müssen.

In Japan gehört die Maske zu den Alltagsgegenständen und kein Träger eines Mund-Nasen-Schutzes wird schräg angesehen oder fällt unter all den Maskenträgern des Landes auf.

Fazit

Japaner tragen seit Jahrzehnten in der Öffentlichkeit einen Mund-und-Nasenschutz, um Ansteckungen zu vermeiden, sich vor dem gelben Staub zu schützen oder dem Heuschnupfen vorzubeugen und das Gesicht zu wahren.

Historisch lässt sich der Trend mit den Grippewellen und der SARS-Epidemie begründen, die Japan lehrten, auf unvorhersehbare Ereignisse zu reagieren und Krankheitsausbrüche im Land berechenbarer zu machen. Zudem bietet die Maske zurückhaltenden oder labilen Jugendlichen die Möglichkeit, in ihrer Komfortzone zu verweilen, auf das Make-up zu verzichten oder sich vor den Blicken der anderen zu schützen.

Foto von DLKR von Pexels

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