Mittwoch, 11. Februar 2026

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Den Wald künstlerisch in Szene gesetzt – Neue Ausstellung im Albert-König-Museum

Der Titel der neuen, am Sonntag eröffneten Ausstellung des Albert-König-Museums setzt einen Kontrapunkt zu dem unerschöpflichen Thema Wald, dem sie sich widmet – in erster Linie, aber nicht allein aus der Sicht bildenden Künstler. So kluge wie prägnante Weisheiten von Literaten und anderen Persönlichkeiten begleiten die Bilder, deren Gesamtschau die simple Überschrift trägt: „Unter Bäumen“. Ihr Untertitel „Der Wald im Naturpark Südheide“ weist hin auf dessen 60-jähriges Jubiläum, das in diesem Jahr begangen wird, unter anderem mit einem großen Fest im September.

Wer den Standort des Albert-König-Museums Unterlüß ausschließlich verbindet mit dem Waffenhersteller Rheinmetall, irrt. Der Ort liegt inmitten des Lüßwaldes, eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Deutschlands. Die Kuratorin der Ausstellung Dietrun Otten spricht in ihrer Einführungsrede vor einer großen Zahl an Gästen, darunter Landrat Axel Flader, der Politiker und MdB Henning Otte sowie der frühere Oberbürgermeister Celles Martin Biermann, von einem „bis 1945 existenten Urwaldgebiet um Unterlüß“, die lokale Touristik warb damit, es kamen Sommergäste aus ganz Deutschland, um sich zu erholen. Nichts als sattes Grün am Horizont einer Impression, die der im Jahr 1881 in Eschede geborene und 1944 in Unterlüß verstorbene Maler Albert König einfing. Er schaute durch das Fenster seines Hauses, in dem sich heute das Museum befindet, und malte, was er sah, Fensterbank mit kleinen Kakteen inclusive. Wenn es um grüne Riesen geht, sind seine „Portraits“ in gezeichneter Form allerdings wesentlich typischer für ihn. Ihn interessierte der einzelne Baum, liebevoll hielt er sie in seinen Zeichnungen fest, die Einzigartigkeit eines jeden Exemplars wird deutlich.

Der überwiegende Teil der gezeigten Exponate von 13 Kunstschaffenden ist menschenleer, zeigt in einer großen Bandbreite unterschiedlicher Techniken und Motive die Auseinandersetzung mit einem Ausschnitt des großen Themas Natur, dem Wald bzw. einzelnen Baum. In ihrer übermächtigen Größe, Schönheit und Erhabenheit taugen beide als Synonym für den alles umfassenden Oberbegriff. Ganz zart und fein, einst von Menschenhand in Form gebracht und schattenspendend, präsentiert sich dem Betrachter eine Allee in Wienhausen, von der sich Mechthild Furniss für ihre Zeichnung inspirieren ließ. Mystisch und fremd dagegen die Werke von Eva-Maria Stockmann, die eine Symbiose zwischen Baum und Mensch abbilden.

Und wo ist der Wald, von dem der Großstädter Erich Kästner sagte: „Wenn man so ganz alleine im Wald steht, begreift man nur sehr schwer, wozu man in Büros und Kinos geht“? Einmal umdrehen bitte, und dort hängt er in voller Pracht, einsam, erhaben, verschneit, in schönstem Herbstlaub, in Frühjahrsmontur, im Sommerkleid. Auf Leinwand gebannt und daher in stilistischer Vielfalt von unterschiedlichen Künstlern.

Einen Schritt weiter geht Ewelina Firek mit ihren „Vier Jahreszeiten“. Passend zur Beschwerde Gotthold Ephraim Lessings (1729-1781), der manchem eher dem urbanen Umfeld zugeneigten Erdenbewohner aus der Seele sprach mit seinem Wunsch: „Diese ewig grünen Bäume! Können sie nicht einmal blau sein?“, löst sich die freischaffende, in Celle lebende Künstlerin nicht nur von den originalen Farben, sondern auch von der Imposanz, die den grünen Riesen innewohnt. Sie bedient sich ihrer lediglich und macht sie zu einem Teil eines größeren Ganzen, wie Dietrun Otten in ihrem Referat interpretiert.

Das schillerndste Exponat einer sehr sehenswerten Schau, die besticht durch eine kluge Konzeption. Die Dimension des gewählten Themas, die sich hinter dem fast lapidar anmutenden Titel „Unter Bäumen“ verbirgt, brachte der Mann, dessen 100. Todestag in diesem Jahr begangen wird, auf den Punkt: „In den Wäldern sind Dinge, über die nachzudenken man jahrelang im Moos liegen könnte.“ Franz Kafka

„Unter Bäumen“
16.6. – 27.10.2024
Albert-König-Museum Unterlüß
www.albertkoenigmuseum.de
Di-So 14:30 – 17:30 Uhr und nach Vereinbarung

Anke Schlicht
Celler Presse
Fotos: Anke Schlicht

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