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Martin Biermann trägt sich ins Goldene Buch der Stadt Celle ein

Mit einem Empfang im Alten Rathaus ist am 24. Februar 2026 ein weiterer Schritt zur Würdigung von Oberbürgermeister a. D. Dr. h.c. Martin Biermann vollzogen worden. Im Ratsherrensaal trug sich der neue Ehrenbürger der Stadt Celle in das Goldene Buch ein. Vertreterinnen und Vertreter aus Rat und Verwaltung nahmen an der Feierstunde teil.

Bereits am 4. Dezember 2025 hatte der Rat der Stadt Celle beschlossen, Biermann die Ehrenbürgerwürde zu verleihen. Der offizielle Akt der Verleihung durch Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge erfolgte am 12. Dezember 2025 im Rahmen des Bürgerempfangs. Mit der Eintragung ins Goldene Buch wurde die Ehrung nun formell ergänzt.

„Besonderes Gefühl“ für den amtierenden Oberbürgermeister

Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge eröffnete die Veranstaltung mit einer Begrüßung. Er erinnerte daran, dass Martin Biermann beim Bürgerempfang im Dezember bereits im Mittelpunkt gestanden habe. Die heutige Eintragung erfolge bewusst in kleinerem Rahmen – so sei es vom Geehrten selbst gewünscht worden.

Für ihn persönlich sei es, so Nigge, ein besonderes und zugleich ungewohntes Gefühl, einem Amtsvorgänger die Eintragung ins Goldene Buch zu ermöglichen. An derselben Stelle habe Biermann einst selbst mit der Amtskette gestanden. Nigge betonte in seiner Ansprache, wie wichtig Menschen seien, die Verantwortung übernehmen und sich für ihre Stadt engagieren.

Rückblick auf Familie und eigenes Wirken

Martin Biermann dankte für die erneute Würdigung und erklärte, er habe sich im Vorfeld genau überlegt, welche Worte er bei diesem Anlass wählen wolle. Die Situation sei außergewöhnlich.

Er nannte drei Punkte, die ihm besonders am Herzen lägen. Zum einen verwies er auf die Geschichte seiner Familie in Celle. Vor genau 75 Jahren habe sich bereits sein Vater in das Goldene Buch der Stadt eingetragen. Nun folge er ihm an gleicher Stelle.

Zum zweiten erinnerte Biermann daran, dass er sich bereits vor rund 50 Jahren erstmals in das Goldene Buch eingetragen habe – nach der Legislaturperiode 1973 bis 1976 als Ratsmitglied am Ende seiner Amtszeit.

Insgesamt kommt er nun auf zwölf Eintragungen: zweimal als Ratsmitglied, viermal als Oberstadtdirektor und fünfmal als Oberbürgermeister. Mit der Eintragung als Ehrenbürger sei nun „das Dutzend voll“, wie er es formulierte.

Eine besondere Verbindung besteht auch zur Gestaltung des Goldenen Buches selbst: Die Zeichnungen stammen von seiner Ehefrau Ewelina Biermann-Firek, die als Künstlerin an der Ausgestaltung beteiligt ist. Dass das Goldene Buch von der Ehepartnerin eines Geehrten mitgestaltet wird, dürfte eine seltene Konstellation sein.

29 Jahre kommunalpolitisches Wirken

Die Ehrenbürgerwürde würdigt ein jahrzehntelanges Engagement. Martin Biermann war von 1973 bis 1983 Mitglied des Rates der Stadt Celle, ab 1977 als Vorsitzender der CDU-Fraktion. Vom 1. Januar 1990 bis zum 21. Dezember 2008 stand er hauptamtlich an der Spitze der Stadtverwaltung – zunächst als Oberstadtdirektor, später nach Abschaffung der sogenannten Zweigleisigkeit als direkt gewählter Oberbürgermeister.

Während seiner Amtszeit setzte er verschiedene Schwerpunkte. Dazu gehörte die Pflege und Weiterentwicklung der internationalen Städtepartnerschaften. Für seinen Einsatz für die seit 1953 bestehende Partnerschaft mit Meudon in Frankreich wurde ihm 2009 vom französischen Staatspräsidenten der Titel „Ritter der Ehrenlegion“ verliehen. Weitere Auszeichnungen erhielt er unter anderem als „Ritter des Verdienstordens“ der Republik Polen. Zudem wurde ihm die Ehrenbürgerwürde der Partnerstädte Tulsa (Oklahoma, USA) und Kwidzyn (Polen) verliehen.

Auch städtebaulich prägte Biermann die Entwicklung Celles. Er setzte sich für den Erhalt der historischen Fachwerkstadt ein und vertrat die Auffassung, dass historische Bausubstanz und moderne Stadtentwicklung miteinander vereinbar seien. Unter seiner Mitwirkung wurde der innerstädtische Wohnungsbau vorangebracht. 1993 wurde er Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Hessisch/Niedersächsischer Fachwerkstädte. Daraus entwickelte sich unter seiner Führung die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Fachwerkstädte mit heute mehr als 100 Mitgliedskommunen.

Als Impulsgeber gilt er zudem für die Entwicklung der Allerinsel, die er selbst einmal als „ungeschliffenen Rohdiamanten“ bezeichnete. Weitere Projekte seiner Amtszeit waren die Erweiterung der Stadthalle zur modernen Congress Union, die Weiterentwicklung der Museumslandschaft mit der Verbindung von Bomann-Museum und Kunstmuseum Celle mit Sammlung Robert Simon sowie die Modernisierung von Sportanlagen.

Im Zuge von Konversionsmaßnahmen wurde aus der ehemaligen Heidekaserne das Neue Rathaus als Hauptverwaltungssitz der Stadt. Die frühere CD-Kaserne entwickelte sich zum Jugend- und Veranstaltungszentrum.

Ehrenbürgerwürde als besonderer Moment

Beim Bürgerempfang am 12. Dezember 2025 war Martin Biermann als 13. Ehrenbürger der Stadt Celle ausgezeichnet worden. In seiner damaligen Dankesrede zeigte er sich bewegt und verwies auf das Vertrauen, das ihm die Bürgerinnen und Bürger seit den 1970er-Jahren bei Wahlen entgegengebracht hätten.

Mit der Eintragung ins Goldene Buch ist die Reihe der Ehrungen nun abgeschlossen. Der Empfang im Ratsherrensaal setzte einen weiteren offiziellen Akzent in der Würdigung eines langjährigen kommunalpolitischen Wirkens, das die Stadt über mehrere Jahrzehnte begleitet hat.

Redaktion
Celler Presse
Foto: Celler Presse

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