Donnerstag, 18. Juni 2026

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Kreistagsgruppe fordert schnellere Hilfe bei Rettungseinsätzen

Die Gruppe der Wählergemeinschaften des Landkreises Celle, der Christlich Demokratischen Wählergruppe (CDW) sowie Die PARTEI im Celler Kreistag fordert Maßnahmen zur Verbesserung der Hilfsfristen im Rettungsdienst. Hintergrund sind die veröffentlichten sogenannten p95-Werte für das Kalenderjahr 2025, die deutliche Unterschiede zwischen den Kommunen im Landkreis zeigen.

Der p95-Wert beschreibt nach der niedersächsischen Bedarfsverordnung für den Rettungsdienst den Zeitraum zwischen der Alarmierung und dem Eintreffen des ersten Rettungsmittels am Einsatzort. In 95 Prozent aller Notfälle soll diese Zeit 15 Minuten nicht überschreiten.

Nach Angaben des Landkreises Celle werden diese Vorgaben insbesondere in der Stadt Celle sowie in mehreren Gemeinden erfüllt. Gleichzeitig verweist die Kreisverwaltung jedoch selbst auf Probleme in einzelnen Bereichen. Genannt werden unter anderem die Gemeinde Faßberg sowie die Samtgemeinde Flotwedel, wo die Zielwerte weiterhin deutlich verfehlt werden.

Die Kreistagsgruppe sieht darin politischen Handlungsbedarf. „Die Politik darf das nicht nur zur Kenntnis nehmen, sondern muss das als Auftrag verstehen, selber ins Handeln zu kommen. Es liegt auch in unserer Verantwortung als Kreistagsabgeordnete, den p95-Wert in unserem Landkreis verbessern zu wollen. Der Herzinfarkt in Bröckel verdient eine gleichermaßen schnelle und professionelle Behandlung wie der in Celle“, erklärt Fraktionsvorsitzender Ulrich Kaiser.

In einem Antrag fordert die Gruppe nun die Einrichtung einer paritätisch besetzten Arbeitsgruppe aus Politik, Verwaltung und Leistungserbringern des Rettungsdienstes. Diese soll kurzfristig Lösungen erarbeiten, um die Hilfsfristen insbesondere in den schlechter versorgten Gemeinden zu verbessern.

Geplant ist, dass die Arbeitsgruppe monatlich und öffentlich tagt – zunächst bis zum Jahresende. Dabei sollen nach Vorstellung der Antragsteller auch „unkonventionelle“ und „kreative“ Ansätze geprüft werden. Betroffen seien insbesondere die Gemeinden Flotwedel, Faßberg, Südheide, Wietze, Winsen und Wathlingen.

Johannes Opitz von Die PARTEI betont, Ziel müsse es sein, alle Beteiligten an einen Tisch zu bringen. „Verwaltung, Politik und Leistungserbringer sollen schnelle und unkonventionelle Ideen zur kurzfristigen Verbesserung des p95-Wertes diskutieren und im besten Fall auch dem Kreistag vorschlagen“, so Opitz.

Auch Fraktionsgeschäftsführer Kai Peters verweist auf die Sorgen vieler Bürgerinnen und Bürger in den betroffenen Gemeinden. Dort stehe das Thema Rettungsdienst seit längerem im Fokus. Man sei überzeugt davon, dass sich bereits kurzfristig Verbesserungen erreichen ließen, wenn alle Akteure gemeinsam an Lösungen arbeiteten.

Die Antragsteller betonen zugleich, dass es ihnen nicht nur um organisatorische Fragen gehe, sondern auch um die langfristige Versorgungssicherheit und die Situation der Beschäftigten im Rettungsdienst. „Uns liegen sowohl die Versorgungssicherheit der Bevölkerung als auch das Wohl der Beschäftigten gleichermaßen am Herzen“, erklärt Ulrich Kaiser abschließend.

Nach dem Antrag sollen die Ergebnisse der Arbeitsgruppe spätestens zum Jahreswechsel samt möglicher finanzieller Auswirkungen dem Kreistag zur Entscheidung vorgelegt werden.

PR/CP
Foto: Celler Presse