Donnerstag, 18. Juni 2026

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200. deutscher Waldbrandfrüherkennungssensor in Niedersachsen installiert

Im Jahr 2003 wurde das erste automatisierte Waldbrandfrüherkennungssystem (AWFS) in Brandenburg in Betrieb genommen. Seitdem hat sich IQ FireWatch zum Rückgrat der Waldbrandfrüherkennung in Deutschland entwickelt, aber auch weltweit auf vier Kontinenten. Innovation Made in Germany.

Seit 2011 stützt sich die Früherkennung von Waldbränden auch in Niedersachsen auf IQ FireWatch. Die bisher 17 Installationen überwachen mehr als 440 Tausend Hektar Fläche und konzentrieren sich auf den Nordosten des Bundeslandes, hauptsächlich auf die Landkreise Lüneburg, Heidekreis, Uelzen, Gifhorn, Lüchow-Dannenberg und Celle. Alle Standorte wurden 2021 modernisiert. Das System wird nun mit dem 18. Standort in Alt Garge auf Flächen der Niedersächsischen Landesforsten ergänzt, welcher gleichzeitig der 200. Standort in Deutschland ist. In Kürze wird in Harburg-Rosengarten der 19. Standort in Niedersachsen folgen, sodass das Bundesland bestmöglich auf die Waldbrandsaison 2026 vorbereitet ist.

Das mehrfach patentierte IQ FireWatch System detektiert Rauch und rauchähnliche Ereignisse mit einer multispektralen Sensoreinheit, die sich innerhalb von vier bis sechs Minuten um 360 Grad dreht und an vordefinierten Positionen Bilder aufnimmt. Diese Bilder werden von einer Softwarekombination aus merkmalsbasierten Algorithmen und künstlicher Intelligenz in Echtzeit verarbeitet. Das Zusammenspiel von Hard- und Software ermöglicht einen Überwachungsradius von 20 Kilometern bei nahezu allen Wetterbedingungen. Unter optimalen Bedingungen ist dies bis zu einer Entfernung von 50 Kilometern und mehr möglich.

Im Falle einer Detektion gehen die Alarmmeldungen in der Waldbrandzentrale im Behördenzentrum „Auf der Hude“ in Lüneburg ein. Von dort aus werden die Einsatzkräfte alarmiert und mit den wesentlichen Zusatzinformationen, wie der genauen Verortung und der Navigation, versorgt.

„Ziel ist es, Waldbrände so früh wie möglich zu lokalisieren und erfolgreich zu bekämpfen, um die Entwicklung größerer Brandereignisse zu verhindern und Schäden für Mensch und Natur so gering wie möglich zu halten“, führt Knut Sierk, Mitarbeiter der Niedersächsischen Landesforsten und Leiter der Waldbrandzentrale in Lüneburg, aus. Neben einem fortgesetzten Waldumbau, dem Ausbau technischer und forstlicher Infrastruktur und nachhaltiger Bewusstseinsbildung ist und bleibt das AWFS ein zentraler Baustein des vorbeugenden Waldbrandschutzes in Niedersachsen. „Besonders wichtig ist die Abstimmung mit den anderen Bundesländern, die ebenso auf die modernste Technologie der Früherkennung setzen und eine grenzübergreifende Mitnutzung ermöglichen. Denn Waldbrände machen vor Landesgrenzen nicht Halt.“

In den acht Bundesländern mit der höchsten Waldbrandgefahr ist das AWFS IQ FireWatch etabliert. 

„Wir werden auch weiterhin viel Kraft und Know-how in die Weiterentwicklung dieses so wichtigen Hightech-Systems stecken, damit dieses technologische Rückgrat der automatisierten Waldbrandfrüherkennung unseren Lebensraum auch in Zukunft schützt“, so Geschäftsführer des Herstellers aus Berlin, Dr. Kurt Winter.

Insbesondere aufgrund des Klimawandels steigt die Waldbrandgefahr global Jahr für Jahr deutlich an. Langanhaltende Trockenheit und Hitze, teilweise schon vor dem Laubaustrieb der Bäume, sind wachsende Risikofaktoren. Aufgrund dieser und einiger weiterer Gegebenheiten können Waldbrände nicht gänzlich vermieden werden, daher ist eine frühe Detektion das entscheidende Kriterium, um schnell und präzise auf einen Brand zu reagieren. Niedersachsen ist dafür gerüstet.

PR
Foto: geralt / Pixabay