Neuer Tante Enso eröffnet in Höfer – Nahversorgung kehrt ins Dorf zurück
Nach mehreren Jahren Vorbereitung hat Höfer wieder einen Lebensmittelmarkt. Mit der offiziellen Eröffnung des neuen Tante Enso-Marktes an der Hauptstraße ist am heutigen Donnerstag die Nahversorgung in dem Ort zurückgekehrt. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, Vertreter aus Politik, Vereinen und der Enso-Gruppe feierten die Eröffnung gemeinsam. Das Projekt gilt als Gemeinschaftsvorhaben, das maßgeblich durch das Engagement der Menschen vor Ort entstanden ist.





















Der neue Markt verfügt über eine Verkaufsfläche von rund 145 Quadratmetern und bietet etwa 3.000 Artikel des täglichen Bedarfs an. Es handelt sich um die 38. Tante-Enso-Filiale in Niedersachsen und die 91. bundesweit. Filialen gibt es bislang nicht in Berlin, Bremen, Hamburg und dem Saarland.
Dorfgemeinschaft machte das Projekt möglich
Ortsbürgermeister Kai Trumann begrüßte die Gäste und hob hervor, dass die Eröffnung ohne das Engagement vieler Beteiligter nicht möglich gewesen wäre. Besonders dankte er Vanessa Syrcke, die das Projekt in Höfer initiiert hatte.
„Das haben wir Vanessa zu verdanken“, sagte Trumann und erinnerte daran, wie viel Einsatz nötig gewesen sei, bis aus der Idee ein fertiger Markt geworden sei.
Ein weiterer Dank galt Dietmar Beseke, der das Gebäude zur Verfügung stellte und den Umbau möglich machte. Ebenso würdigte Trumann die örtlichen Vereine, die das Rahmenprogramm mitgestalteten.
Gleichzeitig appellierte er an die Bürgerinnen und Bürger, den Markt künftig regelmäßig zu nutzen. Nur wenn vor Ort eingekauft werde, könne das Angebot dauerhaft bestehen bleiben.
Idee entstand nach einem Gespräch
Initiatorin Vanessa Syrcke, Standortbotschafterin für Höfer, schilderte, wie das Projekt seinen Anfang nahm. Auf die Idee sei sie durch einen Geschäftspartner aus Ummern gekommen, der von einer geplanten Tante-Enso-Filiale berichtet habe.
Daraufhin informierte sie sich über das Konzept und nahm Kontakt zur Enso-Gruppe auf. Bereits wenige Tage später erhielt sie eine Rückmeldung mit der Bitte, mögliche Standorte in Höfer vorzuschlagen. Damit begann ein Prozess, der schließlich zur heutigen Eröffnung führte.
Mehr als 380 Menschen beteiligten sich
Das Konzept von Tante Enso basiert auf einem Genossenschaftsmodell. Bevor ein Markt eröffnet wird, müssen sich ausreichend Menschen aus dem jeweiligen Ort beteiligen. Jeder Genossenschaftsanteil kostet 100 Euro.
Für Höfer waren mindestens 383 Teilhaberinnen und Teilhaber erforderlich. Die Kampagne wurde bereits Ende November 2022 erfolgreich abgeschlossen. Anschließend verging jedoch einige Zeit, bis ein geeigneter Standort gefunden sowie Umbau und Genehmigungen umgesetzt werden konnten. Seit 2025 liefen die Arbeiten nach Angaben der Beteiligten auf Hochtouren.
Torsten Roeder, Vertreter des Bürgermeisters der Gemeinde Eschede, würdigte das Engagement der Initiatoren. Es sei gelungen, innerhalb kurzer Zeit die erforderliche Zahl an Teilhabern sogar zu übertreffen. Die Gemeinde danke insbesondere Vanessa Syrcke und Ortsbürgermeister Kai Trumann dafür, dass sie das Projekt über Jahre begleitet hätten.
Einkaufen auch außerhalb der Öffnungszeiten
Regionalleiter Danny Erdmann erinnerte daran, dass die Menschen in Höfer lange auf die Eröffnung gewartet hätten.
Der Markt werde täglich etwa vier Stunden personell besetzt sein. Darüber hinaus können registrierte Kundinnen und Kunden den Laden mit ihrer Kundenkarte rund um die Uhr betreten. Bezahlt wird an einer Selbstbedienungskasse – entweder per EC-Karte oder über ein Guthaben auf der Kundenkarte.
Nach den Erfahrungen anderer Standorte funktioniere dieses System sehr gut. Das liege auch daran, dass die Menschen ihren eigenen Markt mittragen und sich mit ihm identifizieren würden.
Mitgestaltung ausdrücklich erwünscht
Ein wichtiger Bestandteil des Konzeptes ist die Beteiligung der Kundinnen und Kunden. Im sogenannten „Wünsch-dir-was-Prozess“ können Bürgerinnen und Bürger Produkte vorschlagen, die künftig ins Sortiment aufgenommen werden sollen.
Diese Mitgestaltung endet nicht mit der Eröffnung. Wünsche können auch künftig online oder direkt im Markt eingereicht werden. Das Sortiment wird regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst.
Nach Angaben der Enso-Gruppe arbeitet Tante Enso eng mit Rewe zusammen. Dadurch sollen sowohl bekannte Marken als auch regionale Produkte und Angebote für unterschiedliche Preisgruppen verfügbar sein.
Eigentümer: Jetzt liegt es am Dorf
Dietmar Beseke, Eigentümer des Gebäudes, berichtete, dass das Objekt ursprünglich als Kiosk genutzt worden sei. Später habe es zeitweise leer gestanden und zuletzt als Lagerhalle gedient.
Für den Umbau seien zusätzliche Grundstücksflächen erworben worden. Rückblickend sei das zwar anspruchsvoll gewesen, nun freue er sich aber, dass wieder ein Lebensmittelmarkt im Ort entstanden sei.
Entscheidend sei nun, dass die Menschen das Angebot dauerhaft nutzen. „Jetzt liegt es am Dorf selbst, ob es angenommen wird“, sagte Beseke.
Drei Beschäftigte kümmern sich um den Betrieb
Geleitet wird der neue Markt von Anna Lena Bünger. Gemeinsam mit drei weiteren Mitarbeitenden kümmert sie sich künftig um den täglichen Betrieb.
Zur Eröffnung wurde nach dem symbolischen Durchschneiden des roten Bandes gemeinsam gefeiert. Für die Besucher gab es unter anderem Grillangebote, Kaffee und Kuchen sowie Auftritte des Spielmannszuges und der Zumba-Kids.
Mit der Eröffnung verfügt Höfer erstmals seit längerer Zeit wieder über eine fußläufig erreichbare Einkaufsmöglichkeit. Für viele Besucher war dies am Donnerstag weit mehr als die Eröffnung eines neuen Geschäfts – vielmehr wurde ein Gemeinschaftsprojekt sichtbar, das über mehrere Jahre hinweg von zahlreichen Menschen aus dem Ort getragen wurde.
Redaktion
Celler Presse
Foto: Celler Presse
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