Celler Weinmarkt – Bewährtes Konzept mit wenigen Änderungen
Die Winzer stecken in der Krise, der Pro-Kopf-Konsum an Wein sinkt in Deutschland seit Jahren, die jungen Menschen trinken weniger Alkohol, außerdem wird gespart. Wer über den Celler Weinmarkt geht, spürt allerdings nichts von Krise. Die Tische füllen sich am ersten Nachmittag schnell, am frühen Abend sind kaum noch Plätze unbesetzt.









Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge sollte offiziell eröffnen, doch das neue Event-Team der Congress Union, das die Celler Traditionsveranstaltung zum ersten Mal ausrichtet, hat die Begrüßung etwas zu früh angesetzt, um 17 Uhr ist es noch zu leer, die Begrüßungsrede entfällt. Der Verwaltungschef wird nach einem kurzen Fotoshooting mit Kai Thomsen und Event-Managerin Britta Köhn nicht mehr gesehen. So bildet die Weinverköstigung mit anschließender Prämierung der vier besten Weine des Marktes den Auftakt des fünftägigen Festes.
„Wir haben am bewährten Konzept festgehalten“, sagt Köhn, aber einige Änderungen gibt es doch: Der Markt findet nicht nur auf dem Großen Plan statt, das Gelände wurde erweitert um den Robert-Meyer-Platz. Eine weitere Neuerung ist die Wahl der Weinmajestät am Samstag um 18 Uhr. Britta Köhn ist erfreut, mitteilen zu können, dass sie bis auf die Band „Patchwork Noise“ ausschließlich Celler Künstler für die musikalische Untermalung gewinnen konnte.
Von 19 Ständen sind neun Winzer, diese haben für die Weinprämierung mit sechsköpfiger Jury jeweils zwei ihrer Weine zur Verfügung gestellt. Aussteller Sebastian Wilkens unterstützt bei der Moderation. „Mal schnell 18 Weine durchprobieren, das ist Arbeit“, sagt er zum Schluss. Die Verköstigung zieht sich, Schwerstarbeit für Britta Köhn, die die Zeit moderierend überbrücken muss. Der Geschäftsführer der Congress Union, Kai Thomsen, springt helfend ein und bittet Leute vom Fach, z.B. vom Hotel Fürstenhof, um ein Statement, wie man denn den Weinmarkt so fände. Natürlich ist mit dem Mikro in der Hand und Kai Thomsen gegenüber nur höchstes Lob möglich. Aber dieses kommt der Wahrheit nahe.
Denn der Celler Weinmarkt hat ein einfaches Erfolgsrezept: Geht man durch die Reihen, spricht mit den Gästen, fragt, was das Fest so anziehend macht, dann kommt in der Regel die gleiche Antwort: „Wein trinken“ an erster Stelle, dicht gefolgt von „Leute treffen“, und zwar nicht am Wochenende, sondern unter der Woche nach Feierabend. Und wenn dann auch noch das Wetter passt, mit jeder voreinschreitenden Stunde die Hitze nachlässt und es nirgendwo schöner ist als draußen, dann stimmt einfach alles.
Und so dürfte auch in diesem Jahr die Celler Traditionsveranstaltung trotz Winzerkrise zu einem Erfolg werden.
Anke Schlicht
Redaktion Celler Presse
Fotos: Anke Schlicht
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