Samstag, 12. September 2026

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Platz am Kriegerdenkmal neu gestaltet und freigegeben

Nach mehrjähriger Planung ist der neugestaltete Platz am Kriegerdenkmal in Beckedorf am heutigen Freitag offiziell der Öffentlichkeit übergeben worden. Der Bereich wurde barrierefrei gestaltet, neu bepflanzt und mit zusätzlichen Aufenthaltsmöglichkeiten ausgestattet. Auch das Denkmal selbst wurde gereinigt. Insgesamt investierte die Gemeinde Südheide rund 87.300 Euro in das Projekt, von denen knapp 47.600 Euro über Fördermittel finanziert wurden.

Zur Einweihung begrüßte Südheides Bürgermeisterin Katharina Ebeling Vertreter aus Gemeinderat und Ortschaft sowie Mitglieder der Projektgruppe und Anwohner. Mit dabei waren unter anderem Ortsbürgermeister Henrik Lange, sein Stellvertreter Stephan Sander, Uta und Michael Thake, Heike Grünhagen sowie weitere Beteiligte aus Beckedorf und anderen Arbeitskreisen. Rund 20 Menschen kamen zu der kleinen Feierstunde am Denkmal zusammen.

Ebeling erinnerte daran, dass die ersten konkreten Überlegungen bereits mehrere Jahre zurückliegen. Bei einer Ortsbesichtigung am 14. März 2022 sei zunächst festgelegt worden, das Kriegerdenkmal zu reinigen und zu sanieren. Algen- und Moosbewuchs sollten fachgerecht entfernt werden, um langfristig Schäden an der Substanz zu vermeiden.

Aus einer Reinigung wurde die Neugestaltung des gesamten Platzes

Eine alleinige Reinigung und Sanierung des Denkmals war jedoch nicht förderfähig. Im weiteren Verlauf entstand deshalb die Idee, den gesamten Vorplatz einzubeziehen, ihn barrierefrei zugänglich zu machen und gestalterisch neu zu ordnen.

Handlungsbedarf gab es an mehreren Stellen. Ein Teil der vorhandenen Pflanzen war für die Fläche zu groß geworden und verdeckte teilweise den Blick auf das Denkmal. Auch die Einzäunung im vorderen Bereich war in die Jahre gekommen. Die vorhandenen Treppenstufen sollten verschwinden und der Platz insgesamt offener gestaltet werden.

Die weitere Planung erfolgte gemeinsam durch die Gemeinde, die Projektgruppe und das beauftragte Ingenieurbüro. Eine zentrale Rolle spielte dabei der Arbeitskreis „Umgestaltung Kriegerdenkmal“, dem unter anderem Uta Thake, Michael Thake, Stephan Sander und Heike Grünhagen angehörten. Auch weitere Bürgerinnen und Bürger brachten sich in die Überlegungen ein.

Für Planung und Begleitung war das Ingenieurbüro Schreckenberg aus Bremen eingebunden. Die Arbeiten wurden durch die Firma Beyer aus Nindorf ausgeführt. Vertreter beider Unternehmen konnten an der Einweihung nicht teilnehmen.

Heimische Pflanzen und barrierefreier Zugang

Das Ergebnis ist rund um das Denkmal deutlich sichtbar. Die Fläche vor der Gedenkstätte erhielt neue Pflanzbeete mit ausgewählten heimischen Wildblumen und Gehölzen. Sandsteinblöcke grenzen einzelne Pflanzbereiche voneinander ab. Die bisherige Hecke wurde durch eine Hecke aus heimischer Eibe ersetzt.

Auch die über den Vorplatz führende Grundstückszufahrt wurde erneuert. Anstelle der in die Jahre gekommenen Asphaltfläche wurde Granitgroßsteinpflaster verlegt, das sich in die neue Platzgestaltung einfügt.

Auf der westlichen Seite kamen eine Sitzbank und Fahrradständer hinzu. Außerdem wurden ein abschließbarer Stromanschluss und eine Baumhülse installiert. Vor allem aber wurde der Zugang so umgestaltet, dass der Platz nun ohne die bisherigen Stufen und damit barrierefrei erreichbar ist.

Bürgermeisterin Ebeling zeigte sich bei der Übergabe mit dem Ergebnis zufrieden. Die Gemeinde wolle mit der Umgestaltung einen angemessenen Ort für das Gedenken erhalten und zugleich den öffentlichen Bereich in der Ortsmitte aufwerten.

Rund 87.300 Euro investiert

Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich nach Angaben der Gemeinde auf exakt 87.292,40 Euro. Davon wurden 47.593,42 Euro durch Fördermittel abgedeckt.

Möglich wurde die Förderung im Zusammenhang mit der Aufnahme in die Dorfregion Südheide-Wietzendorf. Der Förderantrag für die Platzgestaltung wurde am 29. September 2024 gestellt, der Bewilligungsbescheid folgte am 23. September 2025. Die Zuwendung stammt aus Mitteln der Europäischen Union aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums.

Ebeling dankte den beteiligten Akteuren für die Arbeit an dem Projekt. Einen besonderen Dank richtete sie auch an Frau Göing, die die Einweihungsfeier vorbereitet hatte.

Henrik Lange: Ort der Erinnerung und Mahnung

Für Ortsbürgermeister Henrik Lange besitzt die Fläche eine besondere Funktion. Wegen einer vorausgegangenen Zahnoperation konnte er bei der Einweihung selbst keine Ansprache halten und übermittelte seine Gedanken schriftlich.

„Ein Denkmal ist eine sehr wichtige Erinnerungs- und Mahnungsstätte. Gerade als Berufssoldat und Ortsbürgermeister sehe ich es doppelt wichtig“, erklärte Lange. Mit Blick auf den kommenden Volkstrauertag freue er sich besonders darauf, den neugestalteten Bereich dann für das gemeinsame Gedenken nutzen zu können. Die Veranstaltung zum Volkstrauertag werde in Beckedorf regelmäßig von knapp 90 Menschen besucht.

Damit soll die Arbeit am Erinnerungsort allerdings noch nicht vollständig abgeschlossen sein. Als nächsten Schritt will die Projektgruppe gemeinsam mit der Gemeinde Südheide, Herrn Effinger vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und weiteren Interessierten die Inhalte für eine zusätzliche Gedenktafel erarbeiten.

Sie soll die bestehende Anlage ergänzen und sich mit der Erinnerungskultur in Beckedorf auseinandersetzen. Der nun fertiggestellte Platz soll damit nicht nur an die Opfer der vergangenen Weltkriege erinnern, sondern zugleich als Ort der Auseinandersetzung mit Krieg, Gewalt und Frieden dienen.

Redaktion
Celler Presse
Fotos: Celler Presse