Samstag, 12. September 2026

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Für ein letztes Lächeln – Vortrag beim Info-Nachmittag des SoVD-Ortsverbandes Nienhagen über das außergewöhnliche Ehrenamtsprojekt „Wünschewagen“

Fast 80 Mitglieder und Gäste konnte die stellvertretende Vorsitzende Gisela Janßen beim letzten Info-Nachmittag des SoVD-Ortsverbandes Nienhagen im Hagensaal begrüßen. Im Mittelpunkkt stand ein Thema, das berührte und zugleich Mut machte: der Wünschewagen Niedersachsen des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB). Melanie Nünning, Intensivkrankenschwester an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und ehrenamtliche Wunscherfüllerin, stellte das besondere Projekt vor.

Bevor es inhaltlich um das besondere Ehrenamtsprojekt ging, informierte die stellvertretende Vorsitzende zunächst über die nächsten Veranstaltungen des Ortsverbandes. Anschließend blieb bei Kaffee und Kuchen Zeit für ein gemütliches Beisammensein und angeregte Gespräche.

Danach übernahm Melanie Nünning das Wort. Sie berichtete, wie sie als Intensivkrankenschwester zum ehrenamtlichen Wünschewagen-Projekt des ASB kam. Ziel ist es, schwerkranken und unheilbar erkrankten Menschen in ihrer letzten Lebensphase einen unerfüllten Herzenswunsch zu erfüllen. Die Wunschfahrten sind kostenlos und werden durch Spenden und Mitgliedsbeiträge finanziert; durchschnittlich kostet eine Fahrt rund 700 Euro, eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen gibt es nicht. Die Wunscherfüllung kann nach einer unkomplizierten Kontaktaufnahme oft kurzfristig organisiert werden. sei es ein letzter Besuch am Meer, die Teilnahme an einer Familienfeier oder die Rückkehr an einen vertrauten Ort.

Besonders beeindruckend waren die Schilderungen über das Fahrzeug selbst. Obwohl es sich technisch um einen Krankenwagen handelt, sieht der Wünschewagen ganz anders aus als ein gewöhnlicher Rettungswagen: Große Panoramafenster, angenehme Beleuchtung, Musik und Klimaanlage sorgen für eine wohnliche und behagliche Atmosphäre. Gleichzeitig verfügt das Fahrzeug über eine vollständige medizinische Notfallausstattung. .Je nach Wunsch können ein bis zwei Angehörige die Fahrt begleiten. Auch die Organisation hinter dem Projekt beeindruckte die Zuhörerinnen und Zuhörer. In Niedersachsen kümmern sich zwei hauptamtliche Koordinatorinnen um die Planung der Einsätze. Unterstützt werden sie von derzeit 133 Ehrenamtlichen, darunter Pflegefachkräfte, Sanitäterinnen und Sanitäter, Rettungsassistentinnen und Rettungsassistenten sowie Ärztinnen und Ärzte. Alle Ehrenamtlichen absolvieren zusätzlich eine spezielle Grundausbildung, um auf ihre Aufgaben vorbereitet zu sein.

Seit dem Start des Projekts im Jahr 2104 in Nordrhein-Westphalen und 2017 in Niedersachsen wurden zahlreiche Herzenswünsche erfüllt. Inzwischen gibt es Wünschewagen in allen Bundesländern. Bundesweit konnten bereits rund 8.000 Menschen ihre letzte Wunschreise antreten. Die Bandbreite der Ziele ist groß: Viele möchten noch einmal das Meer sehen, eine Hochzeit oder Familienfeier besuchen, ein Fußballspiel erleben oder ein letztes Mal ihr Zuhause aufsuchen. Der jüngste Fahrgast war gerade einmal 4 Jahre alt, der älteste 102 Jahre.

Wie bewegend diese Fahrten sein können, machte Melanie Nünning anhand persönlicher Erlebnisse deutlich. Sie erzählte von Beata, die noch einmal nach Hohwacht ans Meer reisen wollte, von Sascha, dessen Wunsch ein gemeinsamer Angelausflug mit Freunden war, und von Werner, der ein Spiel seines Lieblingsvereins FC Bayern München besuchen konnte. Die Geschichten berührten das Publikum und zeigten eindrucksvoll, welche Bedeutung diese besonderen Momente für die Betroffenen und ihre Familien haben. Während des Vortrags war deutlich zu spüren, wie sehr Melanie Nünning ihre ehrenamtliche Tätigkeit am Herzen liegt und mit wie viel Freude und Überzeugung sie als Wunscherfüllerin unterwegs ist. Zum Abschluss zitierte sie die Begründerin der modernen Hospizbewegung, Cicely Saunders: „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.“ Genau dieses Leitmotiv beschreibe die Arbeit des Wünschewagens treffend, so Nünning. Gisela Janßen kündigte an, dass die Spenden des Info-Nachmittags sowie die des nächsten Frauenfrühstücks dem Wünschewagen zugutekommen sollen. Als Zeichen der Unterstützung überreichte sie Melanie Nünning außerdem einen großen Sack mit Herzkissen.

Anschließend standen noch zwei besondere Ehrungen auf dem Programm. Heidi Lorens und Ingrid Krüger wurden von Gisela Janßen für 30 Jahre Mitgliedschaft im SoVD geehrt. Beide erhielten eine Urkunde, eine Anstecknadel und ein kleines Präsent. Mit der Ehrung hatten die beiden nicht gerechnet und zeigten sich sichtlich überrascht und erfreut. Der Info-Nachmittag Der Nachmittag endete mit angeregten Gesprächen und dem Gefühl, einen bewegenden Einblick in ein außergewöhnliches Ehrenamtsprojekt erhalten zu haben.

PR
Fotos: Annette Kesselhut