Demo in Hermannsburg fordert Prüfung eines AfD-Verbots
Unter dem Motto „AfD-Verbot jetzt auf den Weg bringen“ ruft das Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus für Donnerstag, 3. September 2026, zu einer Demonstration in Hermannsburg auf. Beginn ist um 18.30 Uhr an der Kreuzung Billingstraße/Lotharstraße auf Höhe der Volksbank.
Mit der Veranstaltung will das Netzwerk nach eigenen Angaben für Demokratie, Menschenwürde und den Schutz der freiheitlichen demokratischen Grundordnung eintreten. Zugleich unterstützt es die Forderung, ein Verfahren zur Prüfung eines möglichen AfD-Verbots auf den Weg zu bringen. Über ein Verbot einer Partei entscheidet in Deutschland das Bundesverfassungsgericht.
Als Hauptredner wird Lars Dedekind, evangelischer Propst in Braunschweig, erwartet. Dedekind ist zugleich Vorsitzender der niedersächsischen Initiative „Kirche für Demokratie – gegen Rechtsextremismus“. Ebenfalls sprechen soll Wilfried Manneke, Sprecher des Netzwerks Südheide gegen Rechtsextremismus. Die Moderation übernimmt Johanna Ottermann, die ebenfalls dem Netzwerk angehört.
Unterstützung für die Forderung nach einem Verbotsverfahren gibt es nach Angaben der Veranstalter auch aus der evangelischen Kirche. Die Synode der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers habe sich im Juni 2026 dafür ausgesprochen, dass die niedersächsische Landesregierung sich im Bundesrat für die Einleitung eines entsprechenden Verfahrens und die dafür notwendigen Mehrheiten einsetzt.
Das Netzwerk sieht die Demonstration in Hermannsburg im Zusammenhang mit einer breiteren gesellschaftlichen Debatte über den Umgang mit der AfD und die Voraussetzungen eines möglichen Parteiverbots. Dabei geht es zunächst um die Forderung, die rechtlichen Voraussetzungen durch das Bundesverfassungsgericht prüfen zu lassen.
Aktuell wird die Debatte auch von einem Streit um die Gemeinnützigkeit der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) begleitet. Nach Angaben der bundesweiten Kampagne „AfD-Verbot Jetzt!“ prüft das zuständige Berliner Finanzamt, ob Aktivitäten im Zusammenhang mit der Kampagne Auswirkungen auf die Gemeinnützigkeit des Vereins haben könnten. Die Kampagne kritisiert die Prüfung und vertritt die Auffassung, dass das Eintreten für ein AfD-Verbotsverfahren mit ihren gemeinnützigen Zielen vereinbar sei. Dabei handelt es sich um die Position der Kampagne; eine abschließende Entscheidung des Finanzamtes geht aus der Mitteilung nicht hervor.
Das Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus ruft Interessierte aus Hermannsburg und der Umgebung zur Teilnahme an der Demonstration am Donnerstagabend auf. „Wir wollen mit der Demonstration in Hermannsburg ein klares Zeichen für eine wehrhafte Demokratie setzen. Demokratie und Menschenwürde sind nicht selbstverständlich – sie müssen geschützt und verteidigt werden“, erklären die Veranstalter.
PR/CP
Diese Seite zeigt gesponsorten Marketing-Inhalt, Quell- und Informationslinks sowie extern eingespielte Banner und Flash-Anzeigen.
Anzeige








