Dienstag, 13. Oktober 2026

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Trost für die Lebenden. Brahms‘ Requiem in der Celler Stadtkirche

Beim Konzert mit der Celler Stadtkantorei e. V. am Sonntag, dem 27. September 2026, erklingt in der Stadtkirche St. Marien in Celle ein bewegendes Werk der deutschen Romantik. Um 18 Uhr kann das Publikum „Ein deutsches Requiem“ von Johannes Brahms erleben. Die Celler Stadtkantorei wird dabei von der Kammersymphonie Hannover begleitet. Die Solopartien übernehmen Hanna Ramminger (Sopran) und Peter Kubik (Bariton). Die Gesamtleitung hat KMD Kai Schöneweiß.

Brahms komponierte sein Werk bewusst als Gegenentwurf zum traditionellen, lateinischen Requiem. Er stellte selbst Verse aus der Bibel für das Libretto zusammen. Besonders ist dabei, dass er die Perspektive der Trauernden in den Mittelpunkt stellt. Dieses Werk ist Musik für die Lebenden, die Leid tragen und getröstet werden sollen.

Sieben Sätze sind es am Ende geworden, symmetrisch gebaut um das ruhige Zentrum „Wie lieblich sind deine Wohnungen“. Was außen steht, findet zusammen, denn das Wort „selig“ eröffnet den ersten Satz und beschließt den letzten. Entstanden ist die Musik über Jahre hinweg, geprägt vom Tod der Mutter im Jahr 1865. Erstmals vollständig war das Requiem am 18. Februar 1869 im Leipziger Gewandhaus zu hören, gut ein Jahr nach der erfolgreichen, damals noch sechssätzigen Aufführung im Bremer Dom.

Der Chor trägt dieses Werk. In allen sieben Sätzen singt er, und Brahms verlangt ihm dabei fast alles ab, was ein Oratorienchor kann. Der Beginn liegt tief und dunkel und fordert zugleich einen weichen, klaren Klang. Der zweite Satz mit dem Text „Denn alles Fleisch, es ist wie Gras“ schreitet in schwerem Dreiertakt daher und verlangt lange, ruhige Bögen im Piano, bevor er in einen jubelnden Aufschwung mündet. Zweimal lässt Brahms einen Satz in einer großen Fuge gipfeln. Beide fordern Kondition, rhythmische Präzision und Textdeutlichkeit. Daneben steht immer wieder der schlanke, gedeckte Klang, der über weite Strecken getragen werden muss.

Die beiden Soli treten sparsam auf und wiegen dadurch umso schwerer. Der Bariton kommt in zwei Sätzen zu Wort und stellt die Fragen, die das Werk vorantreiben. Seine Partie verlangt deklamatorische Schärfe und zugleich die Fähigkeit, sich klanglich ganz zurückzunehmen. Die Sopranistin singt ein einziges Mal und muss vom ersten Ton an da sein, ruhig und klar in exponierter Höhe.

Bereits vor dem Konzert lädt ein Einführungsabend dazu ein, sich dem Requiem aus musikalischer und menschlicher Perspektive zu nähern. Er findet am Mittwoch, dem 16. September, um 19.30 Uhr im Urbanus-Rhegius-Haus (Fritzenwiese 9) statt. Im Mittelpunkt stehen die Entstehung und die musikalische Gestaltung des Werks. Ergänzend dazu lenkt ein Vortrag zur Trauerarbeit den Blick auf Erfahrungen von Abschied, Erinnerung und Hoffnung. Die beiden Referenten sind Michael Borkowski, Traumatherapeut und therapeutischer Seelsorger, und KMD Kai Schöneweiß.

Zu Beginn des Konzerts ergreifen Schülerinnen und Schüler des Musikleistungskurses am Gymnasium Ernestinum das Wort. Aus ihrer eigenen Sicht erschließen sie zentrale Gedanken des Werkes und geben dem Publikum ausgewählte Hörhinweise. Dabei richten sie den Blick auf prägende Textstellen und auf die emotionale Wirkung des Requiems.

Karten zu 30 €, 25 €, 20 € und 10 € (Ermäßigung möglich) sind erhältlich unter www.reservix.de, bei allen bekannten örtlichen Vorverkaufsstellen und unter karten@celler-stadtkantorei.de. Restkarten gibt es an der Abendkasse im Gemeindehaus neben der Stadtkirche ab einer Stunde vor Konzertbeginn.

PR
Foto: Celler-Presse.de

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