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Vortrag über “Hutweiden”

26 April - 19:00 - 20:00

€4
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WIETZE. Hutweiden, Hudewälder oder Waldweiden werden von vielen Menschen für besonders schöne Natur gehalten. Aber eigentlich haben sie eine ganz andere Geschichte. Seit mehr als 7000 Jahren betreiben Bauern Landwirtschaft in Mitteleuropa. Damals herrschten dichte Wälder im Land vor, die gerodet werden mussten, bevor die Bauern beginnen konnten, Getreide anzubauen: Korn reift nur in der vollen Sonne heran. Das Holz der gefällten Bäume nutzten sie zum Bau ihrer Häuser, zum Herstellen von Werkzeug und zum Heizen. Die Bauern hielten von Anfang an auch Tiere. Für sie rodeten sie aber kein weiteres Land, sondern schickten die Tiere zum Weiden in den Wald.

Dort fanden die Tiere nicht nur Gras und Kräuter, sondern sie rupften auch Blätter von den Bäumen und fraßen junge Bäumchen, mit dem Ergebnis, dass keine neuen Bäume in den beweideten Wäldern mehr aufwachsen konnten. Nur wenige Bäume entwickelten sich zu stattlicher Größe. Diese Pflanzen hatten neben sich sehr viel mehr Platz als in einem geschlossenen Wald, und sie wuchsen daher nicht nur in die Höhe, sondern auch in die Breite. An der Basis ihrer Kronen entwickelten sich „Fraßkanten“, weil die untersten Äste vom Vieh abgebissen wurden. Durch lange dauernde Beweidung entwickelten sich lichte Wälder mit wenigen besonders malerisch aussehenden Bäumen: Hutweiden oder Hudewälder.

So schön diese Wälder aussehen, so problematisch war ihre Nutzung: Weder konnte man das Holz optimal nutzen noch auf die beste Weise Vieh halten. Daher wurden die meisten Hutwälder beseitigt: Einen Teil davon erklärte man zum Wirtschaftswald, einen anderen zur Viehweide. Auf ihr musste aber mindestens ein Baum stehen bleiben, weil sich vor allem Rinder unter ihn legen, um wiederzukäuen. Nur an wenigen Stellen blieben Hudewälder bis heute erhalten. Stellt man sie unter Naturschutz, muss man sich fragen, wie man das machen will: Kommt es darauf an, die Baumriesen möglichst lange zu erhalten, oder kann man die Gehölze sich selbst überlassen? Oder kann man die ehemalige Nutzung fortsetzen? Darauf Antworten zu finden ist nicht einfach; im Vortrag soll das dennoch versucht werden.

Mittwoch
26. April 2017
19.00 Uhr
Deutsches Erdölmuseum Wietze
Referent: Prof. Dr. Hansjörg Küster

Der Eintritt für den Vortrag beträgt 4,00 €, Mitglieder haben freien Eintritt.

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Details

Datum:
26 April
Zeit:
19:00 - 20:00
Eintritt:
€4

Veranstaltungsort

Deutsches Erdöl- und Erdgasmuseum Wietze
Schwarzer Weg 7-9
Wietze, 29323 Deutschland
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