Almaz Böhm löst Wetteinsatz mit äthiopischer Lesung ein

CELLE. Mit einer Lesung äthiopischer Märchen für Spender und Helfer hat gestern Abend Almaz Böhm, Vorsitzende der Stiftung Menschen für Menschen, im Beck-mann-Saal ihre „Wettschulden“ gegenüber der Stadt Celle eingelöst. Oberbür-germeister Dirk-Ulrich Mende hatte im Rahmen der bundesweiten Städtewette von Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe im Sommer 2011 gewettet, dass er es schafft, innerhalb von rund 6 Wochen jeden dritten Bürger zur Spende von mindestens einem Euro für Bildungsprojekte in Äthiopien zu bewegen. Gemessen an der Ein-wohnerzahl hätten Celle 23.326 Euro zum Wettsieg gereicht. Das Spendenziel wurde deutlich übertroffen: Mit einem Gesamtbetrag in Höhe von 38.658 Euro haben mehr als die Hälfte aller Bürgerinnen und Bürger von Celle einen Euro gespendet. 

Almaz Böhm sagte während der Veranstaltung: „Wir sind tief bewegt vom Einsatz der Bürgerinnen und Bürger von Celle für Menschen für Menschen. Dank Ihrer Hilfe können wir nun mit dem Bau der Gera Higher Primary School in Äthiopien für ca. 1.800 Kinder beginnen.“ Seit 2008 widmet sich die Initiative dem Bildungsnotstand in Äthiopien. Deshalb ist im Jahre 2011, dem Jahr des 30. Jubiläums von Menschen für Menschen, auf die Förde-rung der Bildung fokussiert. „Es heißt in Äthiopien nicht: ‚Ich muss zur Schule gehen, sondern ich darf zur Schule gehen,’“ berichtet Almaz Böhm. Und gerade die Städtewette war es, die gezeigt habe, mit welcher Begeisterung die Menschen hinter den Bürgermeistern standen. Jeder könne helfen, so Almaz Böhm, dazu müsse er nicht reicht sein; es werde auch nicht viel erwartet, aber von vielen kleine Beträge. 

Auch Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende zeigte sich beeindruckt von den Spenden-freudigkeit der Celler und verwies auf viele Unterstützer und den großen Einsatz des Teams von der Stadtverwaltung. Das Ergebnis mache deutlich: die Stadt habe zusam-mengehalten und somit den Wetterfolg möglich gemacht. 

Bei der Lesung im Beckmann-Saal durften sich die Gäste traditioneller äthiopischer Tänze aus verschiedenen Regionen – temporeich präsentiert von Edon und Temosgen – erfreuen. Kathinka Marcks erzählte in einem szenischen Vortrag von ihren Eindrücken bei der Begegnung mit den Menschen in Äthiopien, vor allem wie sie sich den Menschen dort vorbehaltlos angenähert hat. Auf dem Umweg über die französische Insel Réunion war sie auf der Suche nach Ursprünglichkeit und Authentizität, und das alles fand sie letzten Endes in Äthiopien. Mit einer äthiopischen Kaffeezeremonie beschäftigte sich unermüdlich Yealem-birihan. Sie röstete und bereitete Kaffee für die etwa 120 Besucher zu. So breitete sich im Beckmannsaal der Duft aus, der der Veranstaltung zusätzliche Authenzität verlieh. Als humorvoller Moderator erwies sich Estifanos Samuel, der zu guter Letzt auch noch dem Publikum Quizfragen stellte, die aus den Darbietungen beantwortet werden konnten. Als Preis für drei richtige Antworten – dabei war natürlich auch ein Joker einsetzbar – gab es eine Flasche Honigwein. Karola Elitzer-Seebaß und Brigitte Mende hatten gut aufgepasst. 

An der Wettaktion von Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe hatten sich insgesamt 26 deutsche Städte beteiligt. Unter dem Motto „Dein Euro für Äthiopien“ hatten Bürger, Vereine, Unternehmen und Schulen in Celle und den anderen teilnehmenden Städten mit individuellen Aktionen vom Kuchenverkauf bis hin zu Benefizkonzerten Spenden gesammelt. Idee von Menschen für Menschen war es zu zeigen, dass man auch mit einem kleinen Betrag große Hilfe leisten kann: Wie vor 30 Jahren bei „Wetten, dass..?“, als Karlheinz Böhm mit seiner legendären Wette den Grundstein für die Hilfsorganisation legte. Bis heute hat die Stiftung über 4,5 Millionen Äthiopiern zu einem besseren Leben verholfen. 1981 wettete Böhm, dass nicht jeder dritte Zuschauer eine D-Mark für die Menschen in den Dürregebieten der Sahelzone spendet. 1,2 Millionen D-Mark kamen damals zusammen. Bei der Städtewette 2011 waren es sogar über 3 Millionen Euro. 14 neue Schulen können damit in Äthiopien finanziert werden. 

Redaktion
Celler Presse 

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