Die Nacht der Trommeln – 10-jähriges Jubiläum

CELLE. Zum 10. Mal hat Isabell Blas Moreno die Nacht der Trommeln in der CD-Kaserne veranstaltet. Von Scottish Pipe and Drums über orientalische, japanische und brasilianische Trommelklänge bis hin zum modernen Beat war alles vertreten.

Wieder einmal war die kleine Halle der CD-Kaserne ausverkauft und für die Fans der Kult-Veranstaltung gab es zum Jubiläum einige Überraschungen.
Der Abend wurde mit einer Lichtshow eröffnet. Isabell hat dazu ihre Schwester
Britta rhythmisch begleitet, die mit sogenannten Poi eine eigene Choreografie
dargeboten hat. Auf dunkler Bühne hat sie mit beleuchteten Bällen, die an Bändern befestigt sind und in kreisähnlichen Bahnen kunstvoll um den Körper geschwungen werden, für einen stimmungsvollen Auftakt gesorgt und auch in einer weiteren Darbietung nach der Pause ihr Können bewiesen.

Für eine weitere Premiere bei der Nacht der Trommeln haben 3 Bandmitglieder der überregional bekannten Keltics gesorgt. In kleiner Formation hat das Keltics-Trio bestehend zwei Trommlern und einem Dudelsackspieler traditionelle schottische Musik gespielt, die auch ohne Gesang mit großer Begeisterung beim Publikum angekommen ist. Bei der Zugabe wurde der Sänger kurzerhand durch die Mithilfe des Publikums ersetzt.
Ein Höhepunkt während des 1. Teils des Abends war sicherlich die Trommelgruppe Ookami Daiko (Wolfstrommler). 5 Frauen und 2 Männer aus Wolfsburg haben auf ihren selbst gebauten großen Trommeln aus Ulmenholz eine beeindruckende Performance japanischer Trommelkunst geboten. Begleitet von ausholenden aufeinander abgestimmten Bewegungen und kurzen Rufen haben die Musiker eine Verbindung zwischen sich und dem Instrument geschaffen und das Publikum in den Bann der kraftvollen Trommeln gezogen. Die Zuschauer waren derart begeistert, dass in der Pause die ausgelegte Liste für einen angebotenen Workshop schnell gefüllt war.

Pete the Beat ist nicht nur Weltrekordhalter im Dauerbeatboxen über sagenhafte 25 Stunden, er war auch der absolute Höhepunkt nach der Pause. Ob man ihn nun als Mundakrobaten, Mouthdrummer oder Geräuschillusionist sowie Stimmenparodist bezeichnet – das Können von Peter Wehrmann ist überaus beeindruckend und wurde mit großem Applaus bedacht. Ohne weitere Hilfsmittel hat der Künstler den Soundcheck diverser Instrumente wie Schlagzeug, E-Bass, E-Gitarre, Keyboard und Konga täuschend echt imitiert und dabei bekannte Songs von den Rolling Stones, Deep Purple und Led Zeppelin angespielt. Zu seinen musikalischen Wurzeln zählt Wehrmann die Plattensammlung seiner Tante. Es war ein Genuss zu hören, wie Pete the Beat „Tanze mit mir in den Morgen“ vorwärts und rückwärts sampelt. Aber auch der Sound eines Herrentennisspiels oder das Stöhnen der Tennisdamen während eines Spiels sorgten für humorvolle Momente und machten klar, wie differenziert der Künstler seine Umgebung über Töne wahrnimmt, sie auseinandernimmt, verfremdet, zusammenfügt und Sounds lediglich durch seinen Mundraum, den Rachen, die Zunge, die Stimmbänder und seine Lippen erschafft.

Für eine weniger gelungene Überraschung bei der Nacht der Trommeln sorgte das Duo Suhana & Castano. Weder durch die Trommelbegleitung von Castano noch durch den orientalischen Tanz von Suhana gelang es, die Zuschauer für sich einzunehmen. War der Auftritt als mechanische Bauchtanzpuppe vor der Pause noch einigermaßen komisch, misslang der Auftritt nach der Pause gänzlich. Der Tanz musste unterbrochen werden, weil sich das Kostüm in den Haaren verfangen hatte. Aber auch ein Kronleuchter, den Suhana zu ihrem üppigen Kostüm auf dem Kopf balancierte erwies sich als zu schwer und musste abgelegt werden. Es gelang dem Duo leider nicht, die verschiedenen Emotionen des orientalischen Tanzes zu transportieren, was vielleicht dem Umstand geschuldet ist, dass Suhana kürzlich einen Unfall hatte und vielleicht noch nicht wirklich genesen ist. Aber auch die Musikalität von Castano kam durch das Abspielen seiner CD als Hintergrundsound nicht zur Geltung.

Zum Abschluss des Abends trat Isabell mit ihrer Tochter Maria und der Freundin Kira auf. Das Trio Hit it spielte brasilianische Beats auf dem Cajón unterstützt von Glocken und begeisterte damit noch einmal die Fans. Das Publikum dankte für den Abend mit großem Applaus und der Hoffnung auf eine Fortführung der Nacht der Trommeln im nächsten Jahr! Vielleicht wieder mit der Celler Gruppe Samba Beija Flor?

Marion Anna Peterson
Redaktion
Celler Presse

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