Celler Presse setzt auf Literatur in Einfacher Sprache

Lesen bedeutet Teilhabe. Doch nicht jeder Mensch kann komplexe Texte problemlos verstehen. Genau hier setzt die sogenannte Einfache Sprache an. Gemeinsam mit dem Verlag edition naundob möchte die Celler Presse künftig verstärkt auf dieses Thema aufmerksam machen. Bereits in der Vergangenheit gab es gemeinsame Buchverlosungen mit dem Berliner Verlag, weitere Aktionen sollen folgen.

Der Hintergrund: Viele Menschen stoßen im Alltag auf sprachliche Barrieren – sei es durch Lernschwierigkeiten, geringe Deutschkenntnisse, Erkrankungen oder altersbedingte Einschränkungen. Literatur in Einfacher Sprache soll dabei helfen, Geschichten, Informationen und Kultur für mehr Menschen zugänglich zu machen.

Dabei wird häufig zwischen „Einfacher Sprache“ und „Leichter Sprache“ unterschieden. Leichte Sprache folgt festen Regeln: kurze Sätze, einfache Wörter, klare Struktur und häufig zusätzliche Bilder oder Erklärungen. Sie richtet sich besonders an Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen oder starken Leseschwierigkeiten.

Einfache Sprache ist etwas freier gestaltet. Die Texte bleiben sprachlich reduziert und verständlich, orientieren sich aber stärker an normaler Literatur. Ziel ist es, Inhalte leichter lesbar zu machen, ohne dabei auf spannende Geschichten, Gefühle oder literarische Tiefe zu verzichten.

Genau auf diesem Gebiet arbeitet der Verlag edition naundob. Der Verlag veröffentlicht Romane, Erzählungen und Hörbücher in Einfacher Sprache und zeigt damit, dass verständliche Literatur keineswegs eintönig sein muss.

Zu den Autorinnen des Verlages gehört Andrea Lauer. Sie wurde 1972 in Thüringen geboren, lebt heute mit ihrer Frau in Berlin und hat zwei Söhne. Andrea Lauer schreibt Bücher in Einfacher Sprache und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit inklusiver Literatur. 2013 gewann sie den Preis des Lea Leseklubs, 2017 einen Wettbewerb der Lebenshilfe.

Ihr erstes Buch in Einfacher Sprache trägt den Titel „Olga und Marie – Eine Liebesgeschichte in Einfacher Sprache“. Das Werk wurde von Richard Lauer illustriert, enthält ein Vorwort von Raul Krauthausen und wurde von Schauspielerinnen und Schauspielern des inklusiven Theaters Ramba Zamba testgelesen. Die Geschichte zeigt zugleich, wie vielfältig Literatur in Einfacher Sprache sein kann.

Auch ihr Roman „Es ist Zeit“, illustriert von Lena Nicolai, greift ernste Themen auf. Im Mittelpunkt steht der 52-jährige Frank, der mit seiner Mutter zusammenlebt. Als diese stirbt, verändert sich sein Leben grundlegend. Das Buch erzählt von Verlust, Angst und Selbstständigkeit – in einer Sprache, die für viele Leserinnen und Leser leichter zugänglich bleibt.

Viele Werke des Verlages erscheinen zudem als Hörbücher und eröffnen damit zusätzliche Zugänge zu Literatur.

Für die Celler Presse ist das Thema mehr als nur eine Buchvorstellung. Verständliche Sprache könne Menschen die Möglichkeit geben, kulturell und gesellschaftlich stärker teilzuhaben. Literatur müsse nicht kompliziert sein, um wichtige Geschichten zu erzählen oder Emotionen zu vermitteln.

Mit weiteren geplanten Buchvorstellungen und Verlosungen möchte die Redaktion deshalb künftig noch häufiger auf Literatur in Einfacher Sprache aufmerksam machen.

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