Bürger fordern: Kein SuedLink quer durch Grossmoor

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GROSSMOOR. Unter dem Motto “Kein SuedLink durch Grossmoor” lud die im Mai 2017 gegründete Bürgerinitiative “Adelheidsdorfer Bürger/innen gegen SuedLink” zu einer Aktion auf der Hauptstraße/Ecke Theaterstraße ein. Gemeinsam gingen die betroffenen Bürgerinnen und Bürger sowie Landwirte auf der Hauptstraße in Richtung Zwillingstrasse, um zu demonstrieren, wo die Stromtrasse entlanglaufen würde.

Würde SuedLink direkt zwischen den beiden Wohnstraßen Theater- und Zwillingstr. verlaufen, könnte das Dorf nicht weiter zusammenwachsen, denn man könnte dort keine Straße und auch keine Häuser bauen – möglicherweise für 30 Jahre, es gibt aber sogar Experten, die von 100 Jahren ausgehen. Grossmoor hat EU Förderung erhalten, unter anderem ist ein Dorfladen entstanden und es ziehen immer mehr junge Familien mit kleinen Kindern nach Grossmoor. Diese Entwicklung ist sehr erfreulich und ein Trassenverlauf mitten durch den Ort und mitten zwischen zwei Wohnstraßen würde die positive Entwicklung gefährden.

Die Aktion wurde von einem TV-Team um den Journalisten Patrick Zeilhofer begleitet, der eine Dokumentation dreht. In den Interviews mit den Bürgern und Landwirten wurden viele Sorgen und Probleme angesprochen: Was ist mit möglichen gesundheitlichen Auswirkungen? Gerade auch auf kleine Kinder? (fragten anwesende Familien mit Kindern) Was ist mit elektrischen und magnetischen Feldern? Wie soll SuedLink hier überhaupt gebaut werden, es ist ein Gebiet mit hochstehendem Grundwasser und es ist Moorgebiet? Wie soll man sich die Bauarbeiten für so ein Projekt vorstellen? Die Straßen Grossmoors sind nicht für Schwersttransporte gemacht.

Auch wegen möglicher Wertverluste der Immobilien und Grundstücke machen sich die Anwohner Sorgen. Es gibt nach Ansicht der Bürger und Landwirte verträglichere Trassenverläufe, warum geht die Stromtrasse nicht an der A7 entlang? Auch sollte der Bund ermöglichen, dass seine Landflächen auch genutzt werden können wie zum Beispiel in der Sicherheitszone des Truppenübungsplatzes Bergen. Neue Verlegetechniken für SuedLink sollten verstärkt untersucht werden, so dass der Betrieb des Platzes nicht gefährdet sei.
Auch die Landwirte äußerten ihre Bedenken und fordern eine jährlich wiederkehrende angemessene Entschädigung.

Mitglieder der Bürgerinitiative trafen vor der Aktion zwei Mitarbeiter von TenneT, die die Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung und den aktuellen Stand der Planung erläuterten. Sie sind bereit, auch zu einer öffentlichen Ratssitzung nach Grossmoor zu kommen und zu informieren. Dieses Angebot nahmen die Vertreter der BI gern an und werden es dem Adelheidsdorfer Rat vorschlagen.

Die rechtlichen Grundlagen wie zum Beispiel das Nabeg Gesetz (Netzausbaubeschleunigungsgesetz) wurde den Mitgliedern der BI von Rechtsanwalt Meinrad Mayer aus Frankfurt erläutert. Man fragte dabei auch nach den gesetzlichen Möglichkeiten der Enteignung, die natürlich den Betroffenen Sorgen bereiten.

Die BI erhielt viel Unterstützung von Politikern, so war sowohl der Landtagsabgeordnete Jörn Schepelmann (CDU) anwesend, als auch die Kreistagsabgeordnete Marianne Groffmann-Krumsiek (SPD). Jürgen Mente vom Landvolk sprach für die Landwirte, Angela Hoffmann für die Bürgerinitiative. Viele Regionalpolitiker begleiteten die Bürger und Landwirte, darunter auch der stellvertretende Bürgermeister Uwe Kuschke (SPD) und die Ratsfrau Heike Behrens (CDU). Auch Andreas Smid, bis vor kurzem Ratsherr für die SPD, gab ein Statement und lehnt die vorgeschlagene Trassenführung durch den Ort Grossmoor ab. Die Bürgerinitiative freut sich über viele Gesprächsangebote auch seitens von Bundestagsabgeordneten verschiedener Parteien.

“Wir freuen uns, dass uns so viele Politiker/innen zuhören und helfen wollen und wir nehmen die Gesprächsangebote gern an. Wir suchen eine für Bürger, Landwirte und auch für die Natur verträglichere Trassenführung und sind der Meinung, dass es Alternativen gibt, zum Beispiel an der A 7 oder an der Bahntrasse. SuedLink kann nicht mitten durch einen Ort gehen“, fasste Angela Hoffmann zusammen.

Redaktion
Celler Presse



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