Demonstration am Sonntag in Unterlüß: „Rheinmetall entwaffnen – Krieg beginnt hier“

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UNTERLÜß. Ein Bündnis von rund 70 Organisationen führte am Sonntag, den 2. September eine Demonstration am Rheinmetall-Standort Unterlüß in Niedersachsen mit über 500 Teilnehmer*innen durch. Unter dem Motto „Rheinmetall entwaffnen“ wurde für Frieden und gegen Kriege und Waffenexporte dieses  Rüstungskonzerns demonstriert.

Neben vielen antimilitaristischen Initiativen wie u.a. dem Bundesverband der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner*innen (DFG-VK) oder der Informationsstelle Militarisierung (IMI) riefen auch die niedersächsischen Landesverbände von Bündnis ’90/Die Grünen und Die Linke zur Teilnahme auf. Unterstützt wurde die Demonstration etwa von Solidaritätsinitiativen mit Kurdistan und kurdischen Organisationen, die den Einsatz deutscher Panzer im völkerrechtswidrigen Angriffskrieg des türkischen Regimes auf das nordsyrische Afrin kritisieren.

Der Argumentation des Konzerns Rheinmetall, dass sie vor allem Waffen an Bundeswehr und Nato verkaufen, wurde entgegnet, dass Waffen nie für Frieden sorgen und der Waffenproduzent über Tochtergesellschaften im Ausland bestehende Rüstungsexportregeln umgeht und so seine Erzeugnisse auch in Kriegs-und Krisenregionen verkauft. Die Demonstration bezog sich auch auf die aktuellen rassistischen Übergriffe und Debatten, da Flucht nicht ohne ihre Ursachen zu betrachten ist. Denn deutsche Waffen werden zum Morden in aller Welt verwendet und sind damit auch ein Grund, warum Menschen fliehen.

Die Demonstrierenden prangerten die Waffendeals von deutschen Konzernen mit Slogans wie „deutsche Waffen, deutsches Geld – morden mit in aller Welt“ und riefen dazu auf, Rheinmetall für das Morden in aller Welt zur Verantwortung zu ziehen.

Die Demonstration startete vom Bahnhof und endete nach Zwischenstopps, unter anderem beim Friedenscamp, vor dem Haupttor von Rheinmetall Defence.

Auf den Kundgebungen im Dorf, aber auch am Rheinmetallgelände, sprachen u.a. Zaklin Nastic (MdB, Die Linke) und Michael Schulze von Glasser (DFG/VK).

Bereits seit Dienstag findet auf dem Dorfplatz ein Friedenscamp statt. Auf diesem gab es Vorträge und Workshops etwa zu Themen wie der todbringenden Rüstungsindustrie und -exportpolitik, wirtschaftliche Hintergründe und Gesundheits- wie Umweltschutz. Dabei werden Alternativen lebendig diskutiert und Kritik an Patriarchat und militärischer wie polizeilicher Aufrüstung kommt nicht zu kurz. Die Frage, wie eine bessere Welt möglich ist, ist stets präsent.

Auch in Gesprächen mit Anwohner_innen und auch Beschäftigten wird sich über Möglichkeiten der Konversion, der Umwandlung von militärischer in zivile Produktion ausgetauscht. Zu den über hundert Teilnehmenden kamen noch viele weitere Menschen aus ganz Deutschland zu der Demonstration hinzu.

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