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„Ich möchte mit meinem Ehrenamt anderen Menschen helfen“

  • Celle

Am 5. Dezember ist der Internationale Tag des Ehrenamtes. Auch die Arbeit der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. (JUH) wäre undenkbar ohne den Einsatz von Menschen, die ihre Zeit der Gesellschaft schenken. Einer von ihnen ist Michael Meyer, der bei den Johannitern in Celle seit vielen Jahren im Bereich Bevölkerungsschutz aktiv ist.

Michael Meyer (Bildmitte), Johanniter-Ortsbeauftragter Thomas Adasch ( (li.) und Johanniter-Regionalvorstand Sven Heine sammeln kräftig Spenden für den Weihnachtstrucker.

Vielleicht geht es bald für ihn wieder los: Denn Michael Meyer ist nicht nur Teamleiter in Celle, sondern auch Mitglied in der Konvoi-Mannschaft des Johanniter-Weihnachtstruckers. Voraussichtlich läuft der Transport gen Ukraine, wenn die Gegebenheiten es zulassen. Statt einen gemütlichen Weihnachtstag zu Hause zu verbringen, würde er dann in einen mit Paketen vollbeladenen Truck steigen. Der Grund: Weihnachtspakete zu Menschen in größter Armut bzw. Not zu bringen. Bei der Weihnachtstrucker-Aktion sammeln die Johanniter, nicht nur in Celle, sondern bundesweit Spenden aus der Bevölkerung und fahren sie dann mit Sattelschleppern direkt dorthin, wo das Leid am größten ist. Zielländer sind unter anderem Bulgarien, Rumänien oder Albanien. Die Pakete aus Celle werden wahrscheinlich nach Rumänien und dann von langjährigen Johanniter-Partnern vor Ort weiter in die vom Krieg gebeutelte Ukraine gebracht.

Bereits 2019 war Michael Meyer bei der Fahrt dabei. In den letzten beiden Corona-Jahren konnten die Johanniter den Transport leider nicht selbst übernehmen. Doch die gesammelten Spenden kamen trotzdem an. Dank der Hilfe von Speditionen, die die Pakete mitnahmen. Für Michael Meyer ist es Ehrensache, den Weihnachtstrucker zu unterstützen. „Uns geht es so gut. Und mit dieser Aktion sind wir einfach für die Schwächsten und Ärmsten da. Ich möchte so mit meinem Ehrenamt anderen Menschen helfen“, erklärt er seine Motivation.

Das Team der ehrenamtlichen Johanniter aus Celle, zu dem Michael Meyer gehört, sammelt zurzeit Spenden von Menschen in Stadt und Landkreis Celle ein. Kindergärten, Schulen, Firmen und Privatleute machen mit und packen Pakete nach einer festgelegten Packliste. In die Kartons kommen unter anderem Reis, Nudel, Duschgel und ein kleines Geschenk für Kinder. „Wir sind glücklich über die große Unterstützung des Weihnachtstruckers durch die Bevölkerung. Besonders toll finde ich es, wenn schon junge Menschen aus Schulen und Kindergärten bei der Aktion mitmachen.“ Noch bis zum 16. Dezember können Spenden für den Weihnachtstrucker in den Johanniter-Dienststellen abgegeben werden. Ist alles richtig verpackt, werden die Kartons verladen und es geht auf die Reise in die Zielländer.

Der Johanniter-Weihnachtstrucker ist der Abschluss des Jahres und eine sehr intensive Zeit für die Helferinnen und Helfer. Doch auch im Rest des Jahres hat der 59-Jährige jede Menge Ehrenamts-Einsätze. Bei großen Feuerwehr- und Katastrophenschutzeinsätzen, wie zum Beispiel beim Hochwasser in Ahrweiler, ist die Versorgung von Betroffenen und Einsatzkräften ein entscheidender Faktor. Die Notwendigkeit von Essen und Trinken macht auch in der Krise keine Pause. Dann sind Michael Meyer, der ausgebildeter Feldkoch ist, und die Feldküchengruppe der Celler Johanniter sofort zur Stelle. Besonders gut gefällt ihm dabei, dass kein Einsatz dem anderen gleicht. „Jeder ist eine neue Herausforderung. Wir müssen uns dann immer wieder neu ordnen und neu organisieren. Es gibt dabei keine Routine und wenn dann alles klappt, ist das schon ein schönes Gefühl“, erzählt Michael Meyer, der hauptberuflich als Zollbeamter arbeitet.

Rückhalt für sein Ehrenamt bekommt er auch aus seiner Familie. Seine Ehefrau Katrin ist überhaupt erst der Grund, warum der gebürtige Uelzener 2008 zu den Johannitern kam. „Katrin war bei der damaligen Johanniter-Reiterstaffel aktiv und ich wollte gerne mehr gemeinsame Zeit mit ihr verbringen. So bin ich dann einfach mitgekommen.“ Und das Helfer-Gen haben die beiden auch an ihre jetzt schon erwachsene Tochter Milena weitergegeben. Bis sie Celle wegen Studium und Ausbildung verlassen hat, war auch sie bei der JUH aktiv. Das Helfen liegt bei den Meyers einfach in der Familie.

Sven Heine, ehrenamtlicher Regionalvorstand im Regionalverband Harz-Heide, freut sich, so engagierte Menschen wie Michael Meyer und das Team der Celler Johanniter bei der JUH zu haben. „Es ist heutzutage leider keine Selbstverständlichkeit, dass sich Menschen ehrenamtlich für die Gesellschaft einsetzen. Sie leisten damit eine wirklich wertvolle Arbeit für uns alle.“

Menschen, die ihre Freizeit nutzen, um sich für die gute Sache einzusetzen, gebühre unser aller Respekt und Anerkennung, so Sven Heine. Ohne Ehrenamtliche können Hilfsorganisationen wie die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. viele Angebote nicht in dieser Intensität leisten. „Seien es Katastrophenschutzeinsätze oder humanitäre Hilfsaktionen wie der Weihnachtstrucker. Auf unsere Kolleginnen und Kollegen bin ich sehr stolz und es erfüllt mich mit Dankbarkeit.“

Der Internationale Tag des Ehrenamtes findet jährlich am 5. Dezember statt. Von den Vereinten Nationen Mitte der 1980er Jahre ins Leben gerufen, soll er ein Zeichen setzen: Er ruft auf, ehrenamtliches Engagement zu würdigen und zu fördern.

Im Regionalverband Harz-Heide der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. gibt es rund 300 Frauen und Männer, die sich zum Beispiel im Bevölkerungsschutz, im Sanitätsdienst oder in der Erste-Hilfe-Ausbildung engagieren.

Ehrenamt bei den Johannitern
Die Möglichkeiten bei den Johannitern mitzuhelfen, sind vielfältig. Wer sich für eine Tätigkeit im Bevölkerungsschutz oder Sanitätsdienst interessiert, kann zum Zugführer Christoph te Uhle unter der Mailadresse christoph.teuhle@johanniter.de Kontakt aufnehmen.

Weitere Informationen zum Thema Ehrenamt gibt es im Internet unter www.johanniter.de/mitarbeiten-lernen/ehrenamt. Und wer sich über den Weihnachtstrucker informieren möchte, eine Sammelstelle sucht oder die Packliste angucken möchte, wird hier fündig www.johanniter.de/juh/weihnachtstrucker.

PR
Foto: Johanniter/Frauke Engel

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