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Ausbildung ausländischer Azubis im Fokus – Laut IHKLW-Kurzumfrage unter rund 100 Betrieben würden 87 Prozent Zugewanderte und Geflüchtete ausbilden

Zugewanderte aus Drittstaaten werden für Unternehmen zunehmend auch als Auszubildende interessant. Das zeigt jetzt eine Umfrage der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg (IHKLW) unter rund 100 Betrieben aus den Landkreisen Harburg, Heidekreis, Lüneburg, Lüchow-Dannenberg, Uelzen und Celle. Dabei signalisierten 87 Prozent, dass sie grundsätzlich junge Menschen mit Migrations- oder Fluchthintergrund ausbilden würden. Mehr als die Hälfte hat bereits Erfahrungen mit der Ausbildung von Zugewanderten gesammelt. Besonders relevante Einstellungskriterien sind für die Betriebe die Sprachkenntnisse sowie die Bereitschaft zur Integration.

„Die Zahl der ausländischen Auszubildenden im IHKLW-Bezirk hat sich seit 2012 auf mehr als 600 verdoppelt“, sagt Riccardo Guida, Koordinator des IHKLW-Projekts „Wegbegleiter Ausbildung“. „Angesichts des Nachwuchsmangels könnten es sicher deutlich mehr sein – wenn es mehr und bessere Unterstützungsmöglichkeiten für die Betriebe und die Azubis gäbe. Denn auch das hat unsere Umfrage gezeigt: Unzureichende Sprachkenntnisse und damit einher gehende Schwierigkeiten in der Berufsschule und im Betrieb sind nach wie vor die größte Hürde auf dem Weg zu einem erfolgreichen Ausbildungsabschluss.“

Zwar müssen Azubis aus Drittstatten neben einem Visum Deutschkenntnisse im Bereich B1 nachweisen, doch den Erfahrungen der Umfrageteilnehmenden zufolge reicht dieses gesetzlich erforderliche Sprachniveau nicht aus, um eine Ausbildung in Regelzeit erfolgreich zu absolvieren. 90 Prozent stufen die Sprachbarriere als kritisch oder sehr kritisch ein. Ebenfalls schwierig gestalten sich laut 67 Prozent der Befragten die Unterbringungsmöglichkeiten sowie zu 79 Prozent der Aufwand für behördliche Verfahren und die damit verbundene Begleitung der Azubis.

„Die Betriebe zeigen eine hohe Eigeninitiative, um Azubis aus dem Ausland zu integrieren – von Hilfe bei Behördengängen bis zur Integration in das soziale Umfeld auch außerhalb des betrieblichen Alltags. Das ist beachtenswert, spiegelt aber auch die Notwendigkeit wider, angesichts des Azubimangels einen höheren Aufwand für die erfolgreiche Ausbildung von ausländischen Auszubildenden in Kauf zu nehmen“, sagt Guida und betont: „Gerade eine authentische Willkommenskultur kann im Anschluss an die Ausbildung ausschlaggebend für den dauerhaften Verbleib von ausländischen Fachkräften in der Region sein.“

Um ausländische Jugendliche durch die Ausbildung zu begleiten, wünschen sich 72 Prozent der Unternehmen Seminare zum dualen Ausbildungssystem, zum Leben in Deutschland und zur Prüfungsvorbereitung. Für 56 Prozent wäre ein Ansprechpartner, der Kontakt zu Behörden und Hilfsangeboten vermittelt, hilfreich.

„Genau hier setzen wir mit dem Projekt “Wegbegleiter Ausbildung” an, in dessen Rahmen wir auch die Umfrage gestartet haben“, sagt Guida. „Wir werden Beratungsangebote und Netzwerkstrukturen für eine praxisnahe Unterstützung im Bereich Recruiting und Ausbildungsprozesse entwickeln.“ Erste Veranstaltungen plant das Projektteam, das über die Allianz für Fachkräfte Nordostniedersachsen mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds gefördert wird, bereits ab Herbst.

Hoffnungen setzt die IHKLW auch auf die Novellierung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes, das voraussichtlich im Winter 2023 in Kraft treten wird. Guida: „Wir erwarten schnellere und effizientere Einwanderungsverfahren sowie eine Zentralisierung von Aufgaben und Ansprechpartnern in den Kommunen.“

Die Detailergebnisse der Umfrage und alle Informationen zum Projekt „Wegbegleiter Ausbildung“ sind zu finden unter: www.ihk.de/ihklw/wegbegleiter-ausbildung

PR
Foto: Celler-Presse.de

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