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Erntekrone kommt dieses Jahr aus Wienhausen – Landfrauen: „Fest der Freude für die eingeholte Ernte“

Der Kreissausschuss hat heute 14. September seine Sitzung unterbrochen, um die Erntekrone durch die Landfrauen und das Landvolk in einer kleinen Feierstunde entgegenzunehmen. Landrat Axel Flader war erfreut, dass „wir hier heute gemeinsam unsere neue Tradition fortsetzen, nämlich das Aufhängen der Erntekrone, ein Innehalten im Zeichen der Dankbarkeit für das, was uns die Natur gibt. Dafür ist dieser Rahmen mit den Vertretern der Kreistagspolitik, den wir gemeinsam mit den Landfrauen so vereinbart haben, würdig und darum genau der richtige“, sagte Landrat Axel Flader bei der Übergabe.

Der Landrat kam in seiner Rede auch auf das Thema Wetter zu sprechen „Selbst die überdurchschnittlich nassen Tage der letzten Wochen haben scheinbar nicht gereicht, um die tieferen Bodenschichten an allen Stellen zu sättigen. Durch die höheren Temperaturen ist der Anteil, der nach dem Niederschlag wieder verdunstet, durchaus beachtenswert“, so Flader. Hier will der Landkreis weiter im engen Austausch mit dem Oberverband Feldberegnung und Landvolk bleiben, um Lösungen für die Zukunft zu finden, nachdem dieses Jahr die Bescheide zu Beregnungsmengen ergangen sind.

Er erläuterte auch noch einmal die besondere Aufgabe des Tierwohls, die dem Landkreis Celle obliegt. Amtstierärztinnen und Amtstierärzte stehen mit ihren Aufgaben in einem wachsenden gesellschaftlichen Spannungsfeld, sie sind oft divergierenden Erwartungen ausgesetzt. Sie sollen „Schützer der Tiere“ sein, gleichzeitig werden insbesondere von Tierhaltern in der Landwirtschaft die geltenden Tierschutzrechtsnormen als zu streng wahrgenommen, und der Verlust der Konkurrenzfähigkeit im globalen Wettbewerb wird befürchtet. „Auch hier hilft nur der konstante Austausch, um Missverständnisse auszuräumen“, so der Landrat.

Flader dankte den Landfrauen, besonders denen aus Wienhausen, denn von dort kommt dieses Jahr die Erntekrone. Er betonte gleichzeitig die wichtige soziale Rolle der Landfrauen in der Gesellschaft, die neben der Bewahrung der Traditionen noch viele weitere wichtige Aufgaben übernehmen und eine moderne Institution im ländlichen Raum sind. So ist die Aufgabe der Landfrauen viel mehr, so der Landrat, als nur Erntekrone binden. Mit ihren Aktivitäten sind sie eine Stütze der Gesellschaft. Die Krone besteht diesmal aus Weizen-, Gerste-, Roggen- und Haferbündeln. „Für einen Metallstrang benötigt man etwa 100 Bündel. Die Erntekrone wurde in rund sechs Stunden fertig gebunden“, erläuterte die stellvertretende Vorsitzende der Wienhausener Landfrauen Angelika Rode-Kulhawy. Dazu wurden vier selbstgestickte Schleifen mit traditionellen Motiven eingearbeitet. 20 Frauen haben daran gearbeitet.

Die Kreislandfrauenvorsitzende Ann-Katrin Berkhan dankte den Wienhäusern und ging in ihrem Beitrag auch auf das Thema Ernährungerziehung ein. Die von den LandFrauen und dem Landvolk betriebenen Projekte „Kochen mit Kindern“ und „Transparenz schaffen“ wenden sich bereits an Kindergarten- und später Schulkinder, um bei ihnen das Bewusstsein für Lebensmittel zu sensibilisieren. Eine wichtige und dankbare Aufgabe, die hoffentlich später auch Früchte trägt. So stehe die Erntekrone für ein Fest der Freude für die eingeholte Ernte, die letzten Endes dafür sorge, dass es in den Geschäften volle Regale gebe. Wie aber hätte die Ernte vor 100 Jahren ausgesehen? Ohne Mähdrescher mit Raupennatrieb, ohne Mittel gegen Krautfäule. Hätte sie gereicht für alle bis zur nächsten Ernte? Ann-Katrin Berkhan erinnerte bei der Gelegenheit an die Situation in der Urkraine, wo Weizen verdirbt und dadurch viele Menschen hungern müssen.

Der Landvolksvorsitzende Christoph Düvel zog eine Erntebilanz für 2023. Nach einem guten Start mit der Wintergersten-Ernte, die gute Qualitäten und Mengen hervorbrachte, habe die lange Regenperiode von Mitte Juli bis Anfang August zu schlechten Ergebnissen von Braugerste, Roggen Triticale und Weizen geführt. „Die Braugerste hat durch den dauernden Regen so starke Qualitätseinbußen hinnehmen müssen, dass damit kein Malz erzeugt und diese nur noch als Futter verwendet werden kann. Ebenso ist es dem Roggen und Weizen gegangen, die beide die Backqualität nicht erreicht haben. Auch hier ging es in den Futtertrog oder bei ganz starkem Auswuchs in die Biogasanlage. Mit dieser Getreideernte werden wir Celler Landwirte starke Einkommens-Einbußen hinnehmen müssen, denn die schlechte Qualität führte zu starken Preisabschlägen.“ erläuterte Düvel.

Optimistischer blickte er auf die anstehende Ernte von Kartoffeln, Zuckerrüben und Mais. Hier erwarte er sowohl von der Menge als auch von der Qualität her gute Ergebnisse. Vielleicht könnten so die Einbußen aus der Getreideernte kompensiert werden.

„Auch in diesem Jahr hat sich die Feldberegnung in der Trocken- und Hitzeperiode im Juni als unverzichtbare Stütze der Landwirtschaft in unserer Heide-Region erwiesen. Wir unterstützen deshalb das Projekt Wasserrückhalte Management des Oberverbandes Feldberegnung mit Überzeugung. Die Beregnungsverbände erbringen mit ihren Gutachten und dem ökologischen Risikomanagement erhebliche Vorleistungen“, betonte Christoph Düvel die besondere Bedeutung der Feldberegnung im Celler Land.

lkc/CP
Fotos: Celler-Presse.de

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