Großes Interesse am „Gemeinsamen Frühstück für ALLE“ des SoVD Ortsverbandes Nienhagen und Hochachtung für die „Omas gegen Rechts“
Am Donnerstag der letzten Woche hatte der SoVD Ortsverband Nienhagen zu einem besonderen Frühstück eingeladen. An diesem Vormittag waren im Gegensatz zu den üblichen Frauenfrühstücken auch Männer herzlich willkommen und sie nutzten die Gelegenheit. Zudem stand ein wichtiges Thema im Mittelpunkt, dass alle gleichermaßen betrifft.






Über 60 Frauen und Männer konnten die Frauensprecherin Carmen Kahle und ihre Stellvertreterin Ingrid Lerch im Dorfgemeinschaftshaus Nienhorst begrüßen. Nach den einführenden Worten von Carmen Kahle und Ingrid Lerch frühstückten alle in gemütlicher Runde an den herbstlich gedeckten Tischen. Die Bastelrunde des Ortsverbandes hatte am Vortag kleine Äpfel für die Tischdekoration gebastelt, die als kleine Aufmerksamkeit jedes Gedeck schmückten und später mit nach Hause genommen werden konnten. Alle genossen das schön angerichtete, umfang- und abwechslungsreiche Frühstücksbuffet, sodass am Ende fast alles aufgegessen war!
Danach kamen die Vertreterinnen der „Omas gegen rechts“ Ortsgruppe Celle Claudia Keßler und Brigitte Lühmann zu Wort. Und da sich in Celle wie auch bundesweit schon längst auch „Opas“ zu den „Omas“ hinzugesellt haben, war auch Lutz Haberbosch mit dabei. Zuerst berichtete Claudia Keßler darüber, wie und warum diese Frauenbewegung, die eine der größten ist, die es je gegeben hat, überhaupt entstanden ist. Aus der rechtpopulistischen Entwicklung in Österreich entstand 2017 die erste internationale Gruppe, 2018 folgte die erste deutsche Gruppe. Die Frauen demonstrieren gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit und sind oft bei Gegen-Rechts-Demonstrationen dabei. Die Coronazeit war ruhig, doch seit 2023 geht es wieder steil bergauf: Die Bewegung zählt inzwischen über 30.000 Frauen und andere Unterstützer.
In Celle hatte sich 2018 eine einzelne „Oma“ mit einem Schild als Mahnwache hingestellt; heute gibt es 45 Aktive und 90 Interessierte. Das Bündnis erhält keine staatliche Unterstützung, sondern lebt von Spenden. „Wir haben klein angefangen, aber je mehr wir gemacht haben, umso größer sind wir geworden und umso mehr Spenden kommen rein“, berichtete Claudia Keßler.
Das Kernanliegen der „Omas gegen Rechts“ ist, die „Demokratie für unsere Kinder und Enkel zu erhalten, die wir für die nachfolgenden Generationen in Gefahr sehen“, so Keßler. Es geht derzeit in die falsche Richtung. Das Bündnis steht für Menschenwürde sowie gegen Hass, Hetze und Diskriminierungen gegen die Menschen, die hier leben, erläuterte sie. Zusätzlich engagiert sich das Bündnis auch zu anderen Themen wie Klimaschutz u.v.m. In den letzten Jahren wurde die Initiative mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2022 mit dem Paul-Spiegel-Preis für Zivilcourage und 2024 mit dem Aachener Friedenspreis.
Danach gab Brigitte Lühmann einen Überblick über die Aktionen des Bündnisses und wo ihre Stimme besonders laut wird. Denn „Omas sind nicht alt, sondern laut“, betonte sie. Wir sind in Frieden und Wohlstand groß geworden, dankbar für dieses Leben – und möchten für die kommenden Generationen eine sichere Zukunft und Gesellschaft schaffen, so Lühmann. Bis zu den Bundestagswahlen im Februar stand das Bündnis jeden Samstag vor dem Karstadt-Haus und hat sich immer neue Ideen ausgedacht, um ins Gespräch zu kommen. Eine Kurzaktion war das Reinigen der Celler Stolpersteine als Gedenken an die Reichspogromnacht. Seit 2019 steht das Bündnis jeden Mittwoch von 10:30 bis 11:30 Uhr zwischen Drogerie Müller und Juwelier Rahls am Celler Wochenmarkt; dort sind inzwischen immer 8 bis 14 „Omas und Opas“ anzutreffen und es werden immer mehr. Die ältesten Gründerinnen der „Omas“ in Celle sind nach wie vor dabei, berichtete Brigitte Lühmann.
Tausende von Mitgliedern sind bei vielen Demonstrationen dabei. Auch bei den Demonstrationen gegen Rechtsextremismus in Eschede ist das Bündnis regelmäßig vertreten, denn besonders die jungen Menschen liegen ihnen am Herzen. Da die Mitglieder auch Anfeindungen erleben, achten sie darauf, bei Aktionen nicht allein dazustehen, erklärte Lühmann. Jeden zweiten Dienstag im Monat um 11 Uhr gibt es im Stadtteiltreff Neuenhäusen einen Stammtisch, bei dem man sich über das Bündnis, seine Anliegen und Aktionen informieren kann. Bei Informationsabenden wie „Rechtsextremismus in der Südheide“ ist das Bündnis dabei oder lädt zu eigenen Veranstaltungen ein, um über die Arbeit zur Stärkung der Demokratie zu berichten und aufzuklären.
Die vielen Fragen, die Brigitte Lühmann, Claudia Keßler und Lutz Haberbosch im Anschluss beantworteten, sowie die anschließenden Diskussionen zeigten deutlich, wie aufmerksam die Anwesenden ihren Ausführungen folgten und wie viel Zuspruch und Hochachtung ihnen für ihr Engagement entgegengebracht wurde. Sie haben eindrucksvoll aufgezeigt, wie engagierte ältere Menschen sich in diesem Bündnis für eine bunte und tolerante Gesellschaft starkmachen und dass Mut und Engagement keine Altersgrenze kennen. Alter macht nicht stumm – im Gegenteil: Die „Omas gegen rechts“ sind ein lebendiges Beispiel dafür, dass Jede und Jeder einen Beitrag zu einer demokratischen und vielfältigen Gesellschaft leisten kann. Viel zu schnell ging der informative und kulinarische Vormittag zu Ende.
Das nächste Frauenfrühstück findet am 16. Oktober 2025 um 10 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Nienhorst statt. Die Hörgeräteakustikerin Julia Hermann gibt dabei Einblicke in die Welt der Hörgeräte. Wer Lust hat, ist herzlich eingeladen!
PR
Fotos: Gisela Janßen
Diese Seite zeigt gesponsorten Marketing-Inhalt, Quell- und Informationslinks sowie extern eingespielte Banner und Flash-Anzeigen.
Anzeige







