Samstag, 7. März 2026

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Wildtierpark Müden fordert endlich Entscheidung – Streit um Zoogenehmigung und Sicherheitsleistung spitzt sich zu

Seit über einem Jahrzehnt wartet der Wildtierpark Müden (Örtze) auf eine endgültige Entscheidung des Landkreises Celle. Obwohl der Park seit 13 Jahren alle Kriterien erfüllt, um offiziell als Zoo anerkannt zu werden, liegt bis heute keine Genehmigung nach § 42 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) vor. Geschäftsführer Thomas Wamser zeigt sich zunehmend frustriert über die aus seiner Sicht schleppende Bearbeitung: „Wir haben den Antrag längst gestellt, alle Unterlagen eingereicht und immer wieder nachgereicht – aber es passiert nichts.“

Fehlende Genehmigung trotz jahrelanger Verfahren

Wamser berichtet, dass der Landkreis Celle nie eine vollständige Checkliste der erforderlichen Nachweise zur Verfügung gestellt habe. Stattdessen seien über die Jahre immer neue Anforderungen und Nachforderungen aufgetaucht – zuletzt im August. „Jedes Mal ein anderer Ansprechpartner, jedes Mal müssen wir von vorn anfangen. Das kostet Zeit, Nerven und Geld“, sagt Wamser.

Dabei hätte der Park nach seiner Darstellung längst Anspruch auf die Genehmigung. Die fehlende offizielle Anerkennung blockiere Fördermöglichkeiten, Investitionen und die Weiterentwicklung des Parks. „Wir würden gern modernisieren – Gastronomie, Parkplatz, neue Tiergehege –, aber ohne Genehmigung ist das alles wie Fahren mit angezogener Handbremse.“

Wamser drängt auf eine Entscheidung noch vor Weihnachten. Sollte der Landkreis sich weiterhin nicht bewegen, sieht er die Zukunft des Parks gefährdet. „Wir wollen im Frühjahr in die neue Saison starten – aber dafür brauchen wir endlich Klarheit.“

Streit um Sicherheitsleistung

Neben der Genehmigung sorgt vor allem die vom Landkreis geforderte Sicherheitsleistung für Streit. Diese soll sicherstellen, dass bei einer Schließung oder Insolvenz Mittel für Futter, Tierpflege und Betriebskosten vorhanden sind. Grundlage ist § 42 Abs. 4 Satz 2 BNatSchG – eine sogenannte Kann-Bestimmung, die den Behörden Spielraum lässt.

Der Landkreis Celle verlangt vom Wildtierpark eine Summe im mittleren fünfstelligen Bereich. Wamser lehnt dies entschieden ab: „Wir wollen nicht zahlen – nur wenige andere Zoos in Niedersachsen, wie der Vogelpark Walsrode oder der Serengetipark Hodenhagen, mussten so etwas hinterlegen.“ Besonders kritisch sieht er die Ungleichbehandlung zwischen privaten und kommunalen Zoos. Während städtische Einrichtungen regelmäßig Zuschüsse und Förderungen erhielten, müsse sich der privat geführte Wildtierpark vollständig selbst tragen. „Wir wirtschaften mit den Einnahmen aus Eintritt, Gastronomie und Veranstaltungen. Die öffentlichen Zoos werden teils von Städten oder Gemeinden mitfinanziert – diesen Luxus haben wir nicht. Und trotzdem verlangt man von uns eine Sicherheitszahlung.“

Kritik an der Verwaltungspraxis

Wamser sieht im Vorgehen des Landkreises eine Verzögerungstaktik: „Man duldet den Betrieb, aber genehmigt ihn nicht. Damit blockiert man unsere Entwicklung.“ Als Beispiel verweist er auf den ehemaligen Filmtierpark in Eschede, dessen Betreiber in finanzielle Schwierigkeiten geraten waren. Damals habe der Landkreis die Versorgung der Tiere organisiert – teils mit Unterstützung des Wildtierparks Müden. „Wir haben geholfen, Personal und Ressourcen bereitgestellt, aber der Landkreis hat uns die Leistungen nicht im vollen Umfang vergütet. Und jetzt verlangt man von uns Sicherheitsgelder, um für genau solche Fälle vorzusorgen.“

Hinweis des Landkreises:
Die drei Unternehmen von Herrn Wamser (Wildtierpark Müden, Eventfalknerei, Tipada) haben bisher 702.772,30 Euro erhalten, um die tierschutzgerechte Betreuung im ehemaligen Filmtierpark Eschede sicherzustellen. Darin nicht enthalten sind Kosten für Futtermittel, die separat abgerechnet wurden.

Reaktionen von Landkreis und Politik

Der Landkreis Celle betont, dass die Sicherheitsleistung nicht die Existenz des Wildtierparks gefährden solle. Sie diene ausschließlich dazu, „die Versorgung der Tiere im Notfall zu sichern, ohne auf öffentliche Gelder zurückgreifen zu müssen“.
Zur fehlenden Genehmigung erklärt die Verwaltung, dass die „Antragsunterlagen bisher nicht vollständig“ gewesen seien und der Park lange Zeit nicht alle Merkmale eines Zoos erfüllt habe.

Unterstützung erhält Wamser von Jörn Schepelmann (CDU), Mitglied des Niedersächsischen Landtages. Er steht nach eigenen Angaben in regelmäßigem Austausch mit dem Betreiber: „Der Wildpark Müden ist ein wichtiger Ort der Umweltbildung und für viele Familien ein fester Bestandteil der Region. Eine Schließung wäre ein Verlust, den es zu vermeiden gilt.“ Er hofft auf eine Lösung am Verhandlungstisch: „Die Fronten sind verhärtet, aber es braucht einen gemeinsamen Willen zur Klärung.“

Wamser ruft Öffentlichkeit zur Unterstützung auf

Um Bewegung in die Angelegenheit zu bringen, verweist Wamser auf eine laufende Petition im Internet. Besucherinnen und Besucher des Parks seien aufgerufen, sich öffentlich zu äußern oder direkt beim Landkreis ihre Meinung mitzuteilen. „Wir brauchen Rückhalt aus der Bevölkerung. Der Wildtierpark gehört zu Müden und zur Region – das darf man nicht aufs Spiel setzen.“

Trotz der Unsicherheit bereitet sich das Team auf den Herbstmarkt und das Lichterfest vor – Veranstaltungen, die regelmäßig viele Gäste anziehen. Für Wamser ist klar: „Wir wollen weitermachen. Aber wir erwarten endlich eine Entscheidung – fair, nachvollziehbar und im Sinne der Zukunft dieses Parks.“

Redaktion
Celler Presse
Fotos: Celler-Presse.de

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