Donnerstag, 14. Mai 2026

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Henning Otte bei Frühlingsempfang der Bürgerstiftung Bergen

Henning Otte setzte mit seinem Redeauftakt einen Kontrapunkt zum Thema seines Vortrags, er wurde regelrecht poetisch, als er passend zum Titel der Veranstaltung sagte: „Jedem Frühling wohnt ein Zauber inne“. Otte war der Hauptreferent des gestrigen Frühlingsempfangs der Bürgerstiftung der Region Bergen. Der Saal des Stadthauses war bis auf den letzten Platz gefüllt. Bereits während der halbstündigen Einlass-Phase hatten die Teilnehmer Gelegenheit, sich am Buffet zu stärken und miteinander ins Gespräch zu kommen. Das Lopez Duo sorgte für die musikalische Untermalung.

„Brücken bauen zwischen Menschen“ lautet das Motto der Plattform für bürgerliches Engagement. Auf dem traditionellen Frühjahrsevent kommen Mitglieder, darunter auch die Bürgermeisterin Claudia Dettmar-Müller, und geladene Gäste zusammen, um das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen und einen Ausblick zu geben auf anstehende Projekte.

„Vielleicht entstehen neue Impulse und Ideen für Projekte, die die Region Bergen weiter voranbringen“, sagte der Erste Vorsitzende Karl-Heinz Grethen in seiner Begrüßungsansprache. Mitarbeiten, Ideen beisteuern, Zeit stiften und Geld spenden, „jeder kann auf seine Weise mitmachen“, um Bergen gemeinsam voranzubringen. Auch der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages Henning Otte gehört zu den Stiftern, er stammt aus Eversen und ist der Gegend entsprechend verbunden. Bevor er sich dem Thema „Sicherheitspolitische Herausforderungen für unser Land und unsere Gesellschaft“ widmete, kam er „aus aktuellem Anlass“ auf die „Alpha-E-Debatte“, also die Diskussion um einen Neubau der Strecke Hannover-Hamburg, zu sprechen. Er zitierte den niedersächsischen Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne, wonach die Fertigstellung einer neuen Streckenführung vor 2060 nicht zu erwarten sei. „Es muss aber darum gehen, aktuell die Situation zu verbessern. Alle vier Landräte der betroffenen Landkreise sind sich einig, dass die Bestandsstrecke ausgebaut werden muss.“ Der Sprecher des Projektbeirats Alpha E, Dr. Peter Dörsam, habe deutlich gemacht, dass eine Strecken-Überlastung überwiegend zwischen Lüneburg und Uelzen zu beobachten sei, weil ein drittes Gleis fehlt. „Wir müssen das Machbare umsetzen“, resümierte Otte zum Thema Bahn.

Ein erwartungsgemäß eher düsteres Szenario entwarf der Wehrbeauftragte hinsichtlich der sicherheitspolitischen Herausforderungen. Die Bedingungen, die zum Begriff Zeitenwende geführt hätten, hätten sich nach der ersten Nennung durch den damaligen Bundeskanzler Olaf Scholz um ein Vielfaches verschärft, man bewege sich mittlerweile in einer interessengeleiteten statt in einer regelbasierten Ordnung. Die Reaktion beschrieb der CDU-Politiker mit dem Satz: „Wir agieren im Rahmen der glaubhaften Abschreckung“. Man müsse kämpfen können, um nicht kämpfen zu müssen. „Frieden erwächst aus Stärke“, betonte er am Ende seines Referates, das mit intensivem Applaus bedacht wurde.

Keineswegs verließ Henning Otte nach getaner Arbeit die Veranstaltung, er blieb bis zum Schluss, verfolgte die Bilanz des Engagements im vergangenen Jahr, den Ausblick auf die kommenden Monate und das Gespräch mit der Vorsitzenden des Landfrauenvereins Bergen, Anette Mayer.

Sie stand im Mittelpunkt des Schlussakts der kurzweiligen Veranstaltung, denn für ihr langjähriges Engagement erhielt sie den Ehrenamtspreis 2026. Sichtlich überrascht und erfreut nahm sie die Statue, die Blumen und den mit 500 Euro dotierten Scheck entgegen.

Anke Schlicht
Redaktion Celler Presse
Fotos: Anke Schlicht

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