Mittwoch, 22. Juli 2026

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Von Smart Farming bis Kälbchengucken – Offener Hof kommt gut an

„Da kommt ja nur Wasser raus“, bemerkt ein kleines Mädchen treffend beim Melken einer Holzkuh auf dem Biohof Stövesandt. Dieses dürfte die einzige „Beschwerde“ am Tag des Offenen Hofes am Sonntag gewesen sein. Vielleicht wäre noch das eher herbstliche Wetter zu monieren gewesen, aber es hielt die Menschen nicht davon ab, sich in Scharen in die kleine Ortschaft Hagen bei Bergen zu begeben, um sich anzuschauen, was die Bauern auf acht Höfen für sie vorbereitet hatten.

Zum Auftakt stand der Gutsbetrieb Kuhlmann im Mittelpunkt, denn hier eröffnete der Ministerpräsident Olaf Lies den „Tag des Offenen Hofes“, der niedersachsenweit stattfand. Rund 50 landwirtschaftliche Betriebe beteiligten sich. Ein Rundgang über das Gutshof-Areal vermittelte einen zweigeteilten Eindruck – auf der einen Seite befand man sich auf einer Landmaschinen-, Energie- und Drohnenmesse, einige Meter weiter, vorbei an dem Bereich eigens für Kinder, herrschte Marktcharakter. Stände mit Blumen und Kulinarischem, der Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter präsentierte Tierschönheiten vom Dänischen Zwerglandhuhn über ein prächtig gefiedertes Altes Landhuhn aus Südengland bis zum Dominikaner, der ältesten amerikanischen Hahnrasse mit verbürgter Herkunft.

Imposant, aber auch die Frage aufwerfend, auf welchen Straßen sich diese riesigen Landmaschinen denn bewegen sollen, um zum Feld zu gelangen. Von ihren Ausmaßen her sprengen sie bekannte Dimensionen. „Das ist eine Prismenwalze“, erläutert Landvolk-Chef Christoph Düvel eine Gerätschaft, die zur Auflockerung des Bodens dient, damit gleichmäßig eingesät werden kann. Wer möchte, sitzt einmal Probe in der Fahrerkabine eines dieser Fahrzeuge, die man als Weiterentwicklung der herkömmlichen Trecker beschreiben könnte. Smart farming ist das Stichwort im technischen Bereich der Landwirtschaft, längst handelt es sich bei den Erzeugnissen nicht mehr nur um Getreide und tierische Produkte, Energieerzeugung ist zu einem wichtigen Faktor geworden. Photovoltaik, Biogasanlagen und Batteriespeicher ist an einem der Stände zu lesen. Das Interesse an diesem Blick in die Gegenwart und Zukunft der Landwirtschaft ist groß.

Doch wer es eher klassisch mag und sich gerne einmal einen Bauernhof im herkömmlichen Sinne ansehen möchte, wird auch fündig, und zwar auf dem Biohof Stövesandt, dessen Ursprung bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Ohne Technik geht es auch hier nicht, aber was hier verfängt, ist das Bild von Kühen mit ihren Kälbchen.

Etliche Besucher und Besucherinnen sind trotz des Regenwetters mit Fahrrädern angereist und bewegen sich entsprechend von Standort zu Standort. Für alle anderen verkehren regelmäßig Planwagen zwischen den einzelnen landwirtschaftlichen Betrieben, die alle unterschiedliche Schwerpunkte setzen – von Infos zum Gemüseanbau über Kartoffelstoppeln bis zu Hufschmiedvorführungen und Ponyreiten ist alles dabei. Besonders an die Kinder haben die Veranstalter gedacht, für sie gab es vielfältige Angebote. Unter dem Strich entpuppte sich der „Tag des Offenen Hofes“ als eine gelungene Mischung aus Information, Gelegenheit zur Geselligkeit bei Speis und Trank sowie Spiel und Spaß.

Anke Schlicht
Redaktion Celler Presse
Fotos: Anke Schlicht

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