SPD fordert Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen im Jugendamt des Landkreises Celle
Die SPD-Kreistagsfraktion setzt sich für eine Überprüfung und Weiterentwicklung der Sicherheitsmaßnahmen im Jugendamt des Landkreises Celle ein. Hintergrund sind die erschütternden Ereignisse in Stade sowie die jüngste Berichterstattung über die Sicherheitslage im Jugendamt des Landkreises Celle. Der Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses des Landkreises Celle, Christoph Engelen, hat hierzu eine Anfrage an Landrat Axel Flader gerichtet. Darin bittet er die Kreisverwaltung um eine zeitnahe schriftliche Stellungnahme sowie darum, das Thema nach der Sommerpause im Jugendhilfeausschuss ausführlich zu beraten. Christoph Engelen und Angela Hohmann (beide SPD): „Wer Kinder schützt, muss sich darauf verlassen können, dass auch der eigene Schutz höchste Priorität hat.“
„Die schreckliche Tat von Stade hat uns alle tief erschüttert. Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen sowie den Kolleginnen und Kollegen in den Jugendämtern. Gleichzeitig müssen wir die richtigen Konsequenzen ziehen und prüfen, ob wir unsere Beschäftigten noch besser schützen können“, erklärt Christoph Engelen. Der Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses macht deutlich, dass es ihm ausdrücklich nicht um Kritik an den Mitarbeitenden oder der Verwaltung gehe. „Die Kolleginnen und Kollegen im Jugendamt leisten jeden Tag eine verantwortungsvolle und oftmals belastende Arbeit. Sie treffen Entscheidungen in hoch emotionalen Situationen und erleben nicht selten Bedrohungen, Aggressionen oder Eskalationen. Wer Kinder schützt, muss sich darauf verlassen können, dass auch der eigene Schutz höchste Priorität hat.“
Aus Sicht Engelens und der SPD-Fraktion gehört dazu auch, die Sorgen der Beschäftigten ernst zu nehmen.
„Sicherheit besteht nicht nur aus Türen, Technik oder Alarmknöpfen. Sicherheit bedeutet auch, dass das persönliche Sicherheitsgefühl ernst genommen wird. Wenn erfahrene Mitarbeitende ein sogenanntes “Scheißgefühl im Bauch“ haben, dann sollte das Anlass genug sein, genau hinzusehen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.“ In seiner Anfrage fragt Engelen unter anderem, welche zusätzlichen Maßnahmen der Landkreis nach den Ereignissen in Stade prüft, ob das bestehende Sicherheitskonzept weiterentwickelt wird und ob vorübergehend ein kontrollierter Zugang zum Jugendamt eingerichtet werden könnte.
Fraktionsvorsitzende Angela Hohmann ergänzt: „Bürgernähe und Sicherheit schließen sich nicht aus. Viele Rathäuser, Gerichte oder andere öffentliche Einrichtungen arbeiten seit Jahren mit Empfangsbereichen oder kontrollierten Zutrittssystemen. Niemand würde deshalb behaupten, diese Verwaltungen seien nicht mehr bürgerfreundlich. Es geht nicht darum, Hürden aufzubauen, sondern den Menschen, die Verantwortung für den Schutz von Kindern und Jugendlichen tragen, den bestmöglichen Schutz zu geben.“
Engelen weist zudem darauf hin, dass der Jugendhilfeausschuss als Ausschuss besonderen Rechts gemäß § 70 SGB VIII Bestandteil des Jugendamtes ist. „Deshalb halte ich es für selbstverständlich, dass sich der Jugendhilfeausschuss mit diesem Thema befasst. Die nächste reguläre Sitzung findet allerdings erst am 30. September statt. Mir ist wichtig, dass die Kreisverwaltung bereits vorher schriftlich darlegt, welche Maßnahmen sie kurzfristig ergreifen will. Mehr als zwei Monate auf eine erste Rückmeldung zu warten, wäre angesichts der aktuellen Situation aus meiner Sicht das falsche Signal.“
Abschließend betont Engelen, dass die Anfrage als konstruktiver Beitrag verstanden werden soll: „Ich bin überzeugt, dass Verwaltung, Politik und Beschäftigte das gleiche Ziel verfolgen: den bestmöglichen Schutz der Mitarbeitenden. Wenn wir aus den schrecklichen Ereignissen in Stade die richtigen Lehren ziehen, stärken wir nicht nur die Sicherheit der Beschäftigten, sondern auch das Vertrauen in unser Jugendamt.“
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