Montag, 17. August 2026

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Mit Hummeln auf Entdeckungsreise – gelungener Info-Nachmittag beim SoVD Nienhagen

Rund 60 Mitglieder und Gäste folgten der Einladung des SoVD-Ortsverbandes Nienhagen zum Info-Nachmittag unter dem Motto „Einblicke in die faszinierende Welt der Hummeln“. Zu Beginn begrüßte der Vorsitzende Hermann Kesselhut die Anwesenden herzlich und gab gemeinsam mit der stellvertretenden Vorsitzenden Gisela Janßen einen kurzen Überblick über die nächsten Veranstaltungen. Anschließend übernahm der Referent und zertifizierte Insektenkenner Thilo Buddenbohm aus Burgdorf das Wort und entführte sein Publikum in die faszinierende Welt der Hummeln.

Gleich zu Beginn machte Buddenbohm deutlich, dass Hummeln weit mehr sind als nur sympathische Gartenbewohner. Die friedlichen Insekten, die vielen Menschen aus Kinderbüchern bekannt sind, gehören zu den wichtigsten Bestäubern überhaupt und leisten damit einen unverzichtbaren Beitrag für Natur und Landwirtschaft. Besonders der Gemüseanbau ist auf ihre Bestäubungsleistung angewiesen. Millionen Hummelvölker werden deshalb jedes Jahr gezüchtet und weltweit in Gewächshäuser verschickt. Gleichzeitig wies der Referent darauf hin, dass diese Zuchthummeln nach ihrem Einsatz entsorgt werden müssen und der Schutz der heimischen Wildhummeln deshalb eine besondere Bedeutung hat.

Mit zahlreichen Bildern und kleinen Videosequnzen erklärte Thilo Buddenbohm die verschiedenen Hummelarten. In unserer Region sind vor allem Erd-, Stein-, Wiesen-, Baum-, Garten- und Ackerhummeln anzutreffen. Sie lassen sich vor allem an der unterschiedlichen Färbung ihres Hinterleibs erkennen. Im Plattdeutschen werden Hummeln deshalb liebevoll „Plüschmors“ genannt. Auch die Herkunft ihres Namens ist interessant: Bereits im Mittelalter wurden sie wegen ihres charakteristischen Brummens als Hummeln bezeichnet.

Großes Interesse weckten die Ausführungen über das Leben eines Hummelvolkes. Bereits Ende Februar oder Anfang März verlassen die jungen Königinnen ihr Winterquartier, suchen allein nach einem geeigneten Nistplatz und gründen dort ein neues Volk. Sie bauen das Nest, legen ihre Eier und ziehen die erste Brut ohne Hilfe auf. Nach dem Schlüpfen übernehmen die Arbeiterinnen die Versorgung des Volkes, während die Königin weitere Eier legt. Besonders beeindruckte die Information, dass von 800 bis 1.000 jungen Königinnen häufig nur eine den Winter überlebt und im folgenden Frühjahr ein neues Hummelvolk gründet.

Auch den Hummelmännchen widmete Buddenbohm einen Blick. Sie sind meist gut an ihrer auffällig gelblichen Färbung zu erkennen, besitzen keinen Stachel und leben lediglich vier bis fünf Wochen. In dieser Zeit dreht sich für sie alles um die Partnersuche: Mit ausgedehnten Balzflügen suchen sie nach jungen Königinnen. Damit diese im nächsten Frühjahr ein neues Volk gründen kann, wird sie von sechs bis acht Männchen begattet, um genügend Spermien für ihr gesamtes Leben zu speichern.

Zum Abschluss gab Buddenbohm den Gästen praktische Tipps, wie Jeder Hummeln im eigenen Garten unterstützen kann. Neben speziellen Hummelkästen spielen vor allem blütenreiche Gärten mit geeigneten Nahrungspflanzen eine wichtige Rolle. Besonders empfahl er unter anderem die Mazedonische Witwenblume und Kugeldisteln, die den Tieren über einen langen Zeitraum wertvolle Nahrung bieten.

Mit großem Interesse verfolgten die Zuhörer den abwechslungsreichen und kurzweiligen Vortrag. Die zahlreichen Fragen im Anschluss zeigten, wie sehr das Thema faszinierte und wie wichtig der Schutz dieser nützlichen Bestäuber für die Zukunft ist. Mit angeregten Gesprächen und einem regen Austausch klang der informative Nachmittag bei Kaffee und Kuchen aus.

PR
Fotos: Gisela Janßen