SC Vorwerk bekommt neuen Kunstrasenplatz – Eröffnung im Oktober
Auf der Sportanlage am Reuterweg nimmt ein seit längerer Zeit vorbereitetes Vorhaben des SC Vorwerk konkrete Formen an. Gemeinsam mit Vertretern der Stadt Celle, Förderern, Sportverbänden und den beteiligten Fachfirmen hat der Verein am heutigen Dienstag den symbolischen Spatenstich für seinen neuen Kunstrasenplatz vollzogen. Rund 760.000 Euro werden investiert. Einen Teil davon muss der Verein selbst aufbringen – bis hin zu einem zusätzlichen Monatsbeitrag der rund 470 Fußballer. Im Oktober soll auf dem neuen Platz erstmals gespielt werden.









Auf der Sportanlage wird bereits seit Juni gearbeitet. Unter anderem wurde der Oberboden ausgebaut und abtransportiert. Mit dem symbolischen Spatenstich am heutigen Dienstag rückte das Projekt nun auch offiziell in den Mittelpunkt. Viel Zeit bis zum ersten Fußballspiel soll anschließend nicht mehr vergehen: Bereits im Oktober soll der neue Kunstrasenplatz fertiggestellt und in Betrieb genommen werden.
Zu dem Termin kamen unter anderem Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge, Vorwerks Ortsbürgermeisterin Iris Fiß, Tim Faß, Vorstandsmitglied der Sparkasse Celle-Gifhorn-Wolfsburg, Katja Koch, Geschäftsführerin des Kreissportbundes Celle, und Ulf Pohlmann, Fachbereichsleiter Verkehr und Technische Dienste der Stadt Celle. Von den unmittelbar am Bau beteiligten Unternehmen und Planern waren unter anderem Sebastian Feldmann, Bauleiter der Keller Tersch GmbH, sowie Michel Oberhack vom Büro PS+ Planung von Sportanlagen dabei. Für den SC Vorwerk begleiteten der 1. Vorsitzende Wolfgang Wilhelms und Projektleiter Alexander Mansholt den Termin.
Rund 760.000 Euro werden in den Platz investiert
Wolfgang Wilhelms machte in seiner Begrüßung deutlich, welche Dimension das Vorhaben für den 1954 gegründeten Verein hat. 72 Jahre nach der Vereinsgründung werde der bisherige Rasenplatz durch einen Kunstrasenplatz ersetzt. Damit entsteht zugleich der zweite Kunstrasenplatz im Celler Stadtgebiet.
Die Gesamtkosten werden derzeit mit rund 760.000 Euro angegeben. Etwa 608.000 Euro davon kommen über die vier Hauptförderer: die Stadt Celle, die Stiftergemeinschaft der Sparkasse Celle-Gifhorn-Wolfsburg, den Landessportbund und den Landkreis Celle.
Damit bleibt allerdings eine erhebliche Summe, die nicht durch diese Förderung gedeckt wird. Wilhelms bezifferte diesen Anteil beim Spatenstich auf etwa 150.000 Euro. Hier ist der SC Vorwerk selbst gefordert. Sponsoren und weitere Unterstützer beteiligen sich mit Spenden, zugleich trägt die Fußballsparte einen Teil der Finanzierung aus eigenen Mitteln.
Fußballer zahlen vier Euro zusätzlich im Monat
Wie konkret diese Eigenbeteiligung ausfällt, zeigt ein Beschluss der Fußballsparte. Seit dem 1. Januar zahlen die rund 470 Fußballer des SC Vorwerk monatlich vier Euro zusätzlich. Nach Angaben von Wilhelms wurde dieser Sonderbeitrag bei der Spartenversammlung einstimmig beschlossen.
Für den Vorsitzenden ist das ein wichtiges Signal aus den eigenen Reihen: Wer eine Verbesserung der Sportanlage wolle, müsse auch bereit sein, selbst einen Beitrag dazu zu leisten. Das Projekt werde wirtschaftlich ausschließlich von der Fußballsparte des SC Vorwerk getragen, heißt es auch in den ergänzenden Projektunterlagen.
Doch die Eigenleistung beschränkt sich nicht auf Geld. Nach Abschluss wesentlicher Bauarbeiten müssen die Fußballer selbst noch Rasen auf den angrenzenden Flächen ansäen und die Bereiche rund um das neue Spielfeld wiederherstellen. Auch der Zaun, der den Kunstrasen vom übrigen Sportplatz abtrennen soll, wird durch den SC Vorwerk errichtet.
Wilhelms bedankte sich neben den Förderern deshalb ausdrücklich bei allen Sponsoren und Unterstützern, die zur Finanzierung beitragen. Nachdem die Finanzierung gesichert war, hatte auch die Jahreshauptversammlung des Vereins grünes Licht für das Projekt gegeben.
Nigge: „Es ist ja nicht nur Sport“
Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge stellte in seiner Ansprache gerade diese Bereitschaft des Vereins zur Eigeninitiative heraus. Bei einer Investition dieser Größenordnung sei für die Stadt entscheidend, dass ein Verein hinter dem Vorhaben stehe, Verantwortung übernehme und bereit sei, selbst Geld einzubringen.
Nigge zog dabei einen Vergleich zum bereits realisierten Kunstrasenprojekt des VfL Westercelle. Die Stadt wolle eine funktionierende Sportlandschaft unterstützen, gleichzeitig müsse bei solchen Projekten erkennbar sein, dass auch der jeweilige Verein seinen Teil dazu beitrage.
Nach Angaben Nigges übernimmt die Stadt bei dem Vorwerker Vorhaben einen Förderanteil von rund 38 Prozent. Zwischenzeitlich habe es Unsicherheiten hinsichtlich der Beteiligung des Landkreises gegeben. Die Stadt habe daraufhin nach Möglichkeiten gesucht, den erforderlichen Finanzierungsanteil dennoch zusammenzubekommen.
Für Nigge geht es bei der Investition nicht allein um bessere Trainingsbedingungen. „Es ist ja nicht nur Sport, es ist Kinder- und Jugendarbeit“, sagte der Oberbürgermeister. Der SC Vorwerk habe mehr als 200 Kinder und Jugendliche in seinen Reihen. Sportstätten seien deshalb zugleich Orte der Begegnung und ein Bestandteil einer familienfreundlichen Stadt.
Neuer Platz soll auch anderen Vereinen zur Verfügung stehen
Mit der Unterstützung durch die Stadt ist gleichzeitig die Erwartung verbunden, dass die neue Anlage nicht ausschließlich vom SC Vorwerk genutzt wird. Nigge betonte, dass der Kunstrasen bei Bedarf auch anderen Vereinen zur Verfügung stehen soll. Der SC Vorwerk habe dies zugesagt.
Dass nach Westercelle und Vorwerk möglicherweise weitere Anlagen folgen könnten, deutete der Oberbürgermeister ebenfalls an: Der Platz in Vorwerk solle „nicht der letzte Platz in Celle sein“.
Recycling-Kunstrasen auf rund 5.760 Quadratmetern
Technisch handelt es sich um ein Großspielfeld nach den entsprechenden DIN-Vorgaben. Das Bruttospielfeld wird rund 101 mal 64 Meter und damit etwa 6.464 Quadratmeter umfassen. Die tatsächlich bespielbare Nettofläche beträgt etwa 96 mal 60 Meter beziehungsweise 5.760 Quadratmeter.
Unter dem später sichtbaren Kunstrasen entsteht ein mehrschichtiger Aufbau mit Drainage, Tragschichten und elastischer Schicht. Eingebaut wird ein sandverfüllter Kunststoffrasen des Herstellers Polytan. Nach Angaben des Vereins handelt es sich um einen sogenannten Recycling-Kunstrasen, bei dessen Herstellung bereits verwendete Kunststoffe wiederverwendet werden. Die Verfüllung erfolgt mit Quarzsand.
Geplant wurde die Anlage durch PS+ Planung von Sportanlagen aus Osnabrück. Das Büro bereitete auch Ausschreibung und Vergabe vor und begleitet den SC Vorwerk während der Bauphase bis zur Fertigstellung. Ansprechpartner für Bauplanung und Bauleitung ist Michel Oberhack.
Den Zuschlag für die Ausführung erhielt die Keller Tersch GmbH aus Wolfsburg, die nach Angaben des Vereins im Rahmen der beschränkten Ausschreibung das wirtschaftlich attraktivste Angebot abgegeben hatte. Das Unternehmen übernimmt unter anderem die Herstellung des Baugrundes, den Einbau und Anschluss der Drainage, die Tragschichten sowie Arbeiten an Pflasterflächen und Barrieren. Elastikschicht, Kunstrasen, Spielfeldmarkierungen und Quarzsandverfüllung werden durch Polytan hergestellt.
Mansholt: „Ich habe jetzt Gänsehaut“
Nach den Ansprachen griffen die Beteiligten gemeinsam zu den Spaten. Für Projektleiter Alexander Mansholt war der symbolische Termin trotz der bereits laufenden Bauarbeiten ein besonderer Moment.
„Ich habe jetzt Gänsehaut, ehrlicherweise, weil gerade ein gewisser Meilenstein erreicht wird“, sagte Mansholt anschließend gegenüber unserer Redaktion. Noch wichtiger sei für ihn jedoch das Ziel im Herbst: „Ich freue mich einfach darauf, wenn das Ding hoffentlich im Oktober steht und wir darauf kicken können. Das ist eigentlich der entscheidende Punkt: Ich will, dass hier Fußball gespielt wird.“
Auch Ortsbürgermeisterin Iris Fiß sieht den neuen Platz als Gewinn für Vorwerk und den gesamten Celler Norden. „Dass wir diesen Kunstrasenplatz hier im Nordbereich bekommen, wertet unseren Ortsteil auf“, sagte sie unserer Redaktion. Dass die Finanzierung zustande gekommen sei, sei nur durch das Zusammenwirken vieler Beteiligter möglich gewesen. Sie verwies auf Stadt und Landkreis ebenso wie auf Sparkasse, Sportförderung, Spender und die Eigenleistungen des Vereins.
Gerade diese breite Finanzierung zeigt, wie viele Bausteine notwendig waren, um aus der ursprünglichen Idee ein umsetzbares Projekt zu machen. Neben öffentlichen Fördermitteln stehen private Spenden, zusätzliche Beiträge der Fußballer und praktische Eigenleistungen des Vereins.
Nach dem offiziellen Spatenstich kamen die Beteiligten bei Getränken noch miteinander ins Gespräch. Der nächste größere Termin soll bereits in wenigen Wochen folgen: Für Oktober ist die Inbetriebnahme des neuen Kunstrasenplatzes vorgesehen. Dann soll aus dem Bauprojekt das werden, worauf Mansholt beim Spatenstich besonders Wert legte – ein Platz, auf dem tatsächlich Fußball gespielt wird.
Redaktion
Celler Presse
Foto: Celler Presse
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