St. Laurentius-Markt: Müden feiert zwei Tage im Ortskern
Mit dem traditionellen „Prost Jahrmarkt“ ist am heutigen Mittwoch der 809. St. Laurentius-Markt in Müden/Örtze offiziell eröffnet worden. Auf dem Timmerplatz begrüßten Ortsvorsteherin Rita Euhus und Faßbergs Bürgermeisterin Kerstin Speder gemeinsam die Gäste. Eine Besonderheit gibt es in diesem Jahr mit der Versteigerung ausgedienter Müdener Ortsschilder: Insgesamt fünf Exemplare kommen für die Kinder- und Jugendarbeit der Gemeinde unter den Hammer. Das erste Schild brachte bereits bei der Eröffnung 370 Euro ein.



















Schon am Vormittag hatte das Programm mit einem Gottesdienst zum Kirchweihfest in der St. Laurentiuskirche begonnen. Anschließend gehörte auch das traditionelle Sülzeessen zum Auftakt des Markttages. Um 14 Uhr verlagerte sich das Geschehen schließlich auf den Timmerplatz, wo Euhus und Speder gemeinsam die offizielle Eröffnung übernahmen.
Euhus erinnerte daran, wie schnell sich die Ortsmitte für den Markt verwandelt. Wo kurz zuvor noch ein weitgehend leerer Platz gewesen sei, bestimmten nun Menschen, Buden, Musik und Gespräche das Bild. Der historische Ortskern werde damit für zwei Tage erneut zum Treffpunkt für Einwohner und Gäste.
Bürgermeisterin Kerstin Speder bezeichnete die gemeinsame Eröffnung mit der Ortsvorsteherin als inzwischen lieb gewonnene Tradition. Sie hieß die Besucher im Namen von Rat und Verwaltung der Gemeinde Faßberg willkommen und stellte dabei vor allem Begegnungen, Gespräche und die lange Tradition des Marktes in den Mittelpunkt.
Gäste aus der Region und den drei Müden
Unter den Gästen war Pastor Rudolf Blümcke, der am Morgen gemeinsam mit Rita Euhus den Gottesdienst zum Kirchweihfest gestaltet hatte. Für die Bundeswehr und den Standort Faßberg begrüßte Speder Oberst Michael Seyda, Kommandeur des Technischen Ausbildungszentrums der Luftwaffe und Standortältester in Faßberg.
Aus der Kommunalpolitik waren unter anderem der stellvertretende Bürgermeister und CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Gebers sowie Klaus Glagla, Gruppenvorsitzender von Grünen/ULL/FDP, dabei. Begrüßt wurden außerdem Faßbergs Ortsvorsteher Peter Pudschun, Schmarbecks Ortsvorsteher Carsten Bubke sowie Jörn-Ulrich Golek als Allgemeiner Vertreter der Bürgermeisterin.
Eine Rolle bei der Gestaltung des Marktes spielt erneut der Förderkreis NaturHeimat Müden/Örtze. Dessen 1. Vorsitzenden Volker Nickel dankte Speder stellvertretend für die Unterstützung auf dem Timmerplatz. Der Förderkreis sorgt dort unter anderem für das Unterhaltungsprogramm.
Auch die Verbindung der drei Orte mit dem Namen Müden wurde bei der Eröffnung sichtbar. Aus Müden an der Aller war Bürgermeister Timm Bußmann angereist, der zum zweiten Mal in offizieller Funktion am St. Laurentius-Markt teilnimmt. Aus Müden an der Mosel war Ortsbürgermeister Franz Oberhausen dabei. Ebenfalls begrüßt wurde Horst Schiesgeries, ehemaliger Gemeindebürgermeister von Müden an der Aller.
Hinzu kamen Freunde vom Stab des Panzerlehrbataillons aus Munster, die am Getränkestand unterstützen und damit die noch junge Patenschaft mit Leben füllen. Für die Verbindung nach Müden an der Mosel steht zudem seit vielen Jahren das Weingut Sonneneck, das auch diesmal auf dem Markt vertreten ist.
Alte Ortsschilder werden für guten Zweck versteigert
Eine Neuerung sorgte bereits während der Eröffnung für Aufmerksamkeit. Nachdem Müden neue Ortsschilder erhalten hat, auf denen auch die plattdeutsche Bezeichnung zu finden ist, sollen einige der ausgedienten Schilder nicht einfach verschwinden.
Insgesamt fünf alte Ortsschilder werden während der beiden Markttage für einen guten Zweck versteigert. Der Erlös ist für die Kinder- und Jugendarbeit der Gemeinde bestimmt. Für jedes Schild gibt es ein Zertifikat; das Startgebot liegt bei 50 Euro.
Das erste Exemplar kam unmittelbar im Anschluss an die Eröffnungsreden unter den Hammer. Dabei entwickelte sich schnell ein reger Bieterwettstreit. Schließlich fiel der Zuschlag bei 370 Euro. Das versteigerte Schild weist auf der Rückseite zudem einen Bezug zur Ortschaft Poitzen auf.
Weitere Schilder sollen im Verlauf des Marktes folgen. Damit verbindet die Gemeinde ein Stück örtlicher Geschichte mit einer konkreten Unterstützung für Kinder und Jugendliche.
Rund 500 Meter Marktgeschehen im Ortskern
Abseits der Versteigerungen bleibt der St. Laurentius-Markt vor allem das, was viele Besucher seit Jahren kennen. Auf einer rund 500 Meter langen Marktmeile verteilen sich Fahrgeschäfte, Verkaufsstände und gastronomische Angebote. Dazu gehören unter anderem Karussell und Autoscooter.
Auf dem Timmerplatz organisiert der Förderkreis das begleitende Programm. Auch musikalische Beiträge aus Müden an der Aller sind vorgesehen. Mit dem Verkauf der Marktsticker für jeweils einen Euro wird das Programm auf dem Timmerplatz an beiden Tagen unterstützt. Verbunden ist damit außerdem eine Tombola. Am heutigen Mittwoch ist ab 18 Uhr die Band Ach & Krach angekündigt, die Tombola beginnt um 19.30 Uhr.
Sicherheitskonzept verändert die Aufstellung
Bei aller Tradition verändert sich auch der Müdener Markt. Kerstin Speder ging bei der Eröffnung darauf ein, dass die Sicherheitsanforderungen an Veranstaltungen dieser Größenordnung in den vergangenen Jahren gestiegen seien.
Gemeinsam mit Feuerwehr, Polizei und Verwaltung wurde deshalb ein Sicherheitskonzept erarbeitet. Dieses wirkt sich teilweise auch auf die Aufstellung der Stände aus. Freie Bereiche entlang der Marktstrecke sind demnach nicht zwangsläufig die Folge fehlender Schausteller. Bestimmte Flächen müssen beispielsweise für Feuerwehrfahrzeuge und andere Einsatzkräfte freigehalten werden.
Für Rita Euhus steht trotz dieser Veränderungen der Charakter des Marktes im Vordergrund. Sie beschrieb ihn als Gelegenheit, Menschen wiederzutreffen, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich bewusst Zeit füreinander zu nehmen. Gerade dieses Schlendern, Stehenbleiben und „Klönen“ sei etwas, das sich nicht durch digitale Angebote ersetzen lasse.
Dank an Ehrenamtliche, Anwohner und Marktmeisterinnen
Speder nutzte die Eröffnung außerdem, um den zahlreichen Beteiligten hinter dem Markt zu danken. Die Vorbereitungen beschäftigten Haupt- und Ehrenamtliche über Monate. Dazu gehören unter anderem Kirche, gemeindlicher Bauhof, Freiwillige Feuerwehr, Rettungsdienst, Schausteller, Vereine und weitere Institutionen.
Besonders erwähnte sie die beiden Marktmeisterinnen, die den Müdener Markt inzwischen seit elf Jahren gemeinsam begleiten. Trotz dieser Erfahrung bringe jedes Jahr neue Aufgaben und Herausforderungen mit sich.
Euhus richtete den Blick insbesondere auf die Anwohner im historischen Ortskern. Einige könnten während des Marktes ihre Grundstücke über mehrere Tage nicht wie gewohnt mit dem Auto erreichen. Dass dies dennoch funktioniere, liege auch an gegenseitiger Unterstützung und pragmatischen Lösungen innerhalb der Nachbarschaft.
Zum Abschluss der Eröffnung folgte schließlich das Ritual, das in Müden zum St. Laurentius-Markt gehört. Euhus und Speder erhoben gemeinsam mit den Gästen die Gläser mit Müdener Moselwein – und eröffneten den 809. Markt mit dem traditionellen Ruf: „Prost Jahrmarkt!“
Redaktion
Celler Presse
Foto: Celler Presse
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