Startschuss für ersten Abschnitt des „Freiluftmuseums Tsellis“
Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge wies ausdrücklich darauf hin, dass es noch dauert, bis Celles „Freilichtmuseum Tsellis“ fertig sein wird, doch der erste Abschnitt in Form eines 1,7 km langen archäologischen Rundweges konnte heute in Anwesenheit zahlreicher Altenceller Einwohner und Gäste wie dem Direktor der Celler Museen Stephan Daberkow schon einmal eröffnet werden.





Celles historische Ursprünge liegen in Altencelle. Hier dehnte sich über 300 Jahre entlang der Aller die mittelalterliche Vorgängerstadt mit einer Burg, einer Kirche, Bauernhöfen und weiteren Siedlungen aus – Tsellis genannt und zum ersten Mal schriftlich erwähnt im Jahr 990 n. Chr. Als Gebäude erhalten ist einzig die Gertrudenkirche.
In Altencelle wurden immer wieder Funde aus verschiedenen Epochen gemacht. Schon in den 1930er Jahren gab es umfangreiche Ausgrabungen an der Brunonenburg und in den 1950er Jahren an der Gertrudenkirche. In den Jahren 2007/2008 wurde sogar ein versunkener Ortsteil aus dem Mittelalter wiederentdeckt, eine 120 Meter lange Straße mit seitlicher Bebauung. Kurz darauf wurden zwei Parzellen und ein Keller freigelegt, der viele Gegenstände aus dem 13. Jahrhundert enthielt. Dies war der Anstoß zu einem Forschungsprojekt der Universität Göttingen unter Leitung der Archäologin Dr. Cornelia Lohwasser. Jörg Nigge erwähnt sie in seiner kurzen Ansprache ebenso ausdrücklich wie den „Förderverein Historisches Altencelle“. Seine Existenz ist ein Beleg dafür, wie aufgeschlossen die Bewohner dieses geschichtsträchtigen Celler Stadtteils der Archäologie gegenüber sind. Etliche Mitglieder haben sich zur Eröffnung des Rundweges mit der Enthüllung von zwei Schautafeln, „Steinweg“ und „Pfarrgarten“ überschrieben, eingefunden.
Von 2012 bis 2015 arbeiteten Fachleute die Altgrabungen auf, so wurden z.B. zahlreiche Einzelinformationen und Interpretationen von Bodendenkmälern auch vor dem Hintergrund von aktuellen Ausgrabungen neu bewertet. Darüber hinaus fanden geomagnetische Untersuchungen statt, und es wurde erneut an verschiedenen Orten gegraben.
Die Projektergebnisse sind auf dem archäologischen Rundweg mit sieben Stationen und neun Schautafeln dargestellt. Über zwei QR-Codes – einer für Erwachsene und einer für Kinder -, abzurufen per Smartphone oder Tablet, gelangt man zur jeweiligen Homepage, wo man sich weitere Informationen anschauen und zwischen deutschem und englischem Hörtext wählen kann. Die Kinder erhalten ihre Infos von Trudi und Hanno. Fördermittel wurden zur Verfügung gestellt von der LEADER-Region „Aller-Fuhse-Aue“.
Celles historische Ursprünge für alle sichtbar werden zu lassen, ist das erklärte Ziel der Stadtverwaltung und des Fördervereins. „Hier entsteht ein komplett neues Museum“, betonte Jörg Nigge in seiner Ansprache. Der archäologische Rundweg ist ein erster Schritt, dem weitere folgen werden.
Anke Schlicht
Redaktion Celler Presse
Fotos: Celler Presse
Diese Seite zeigt gesponsorten Marketing-Inhalt, Quell- und Informationslinks sowie extern eingespielte Banner und Flash-Anzeigen.
Anzeige








