8. Celler City Night: Eliterennen endete fast mit einer Überraschung

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CELLE. Der Celler Radsportler Rolf-Martin Vieten wurde in der letzten Runde des Eliterennens von seinen Verfolgern überholt und landete auf dem undankbaren vierten Platz. Der Berliner Arne Kenzler vom Rad-Team Hamburg gewann in einer spannenden Schlussphase überraschend die Distanz über 60 Kilometer. Beim zuvor absolvierten Promirennen dominierte die gebürtige Cellerin Lisa Wach das Rennen bis zum Schluss. Die teilnehmenden Politiker und Prominente aus dem öffentlichen Leben hatten ihren Spaß am Rennen auf teils originellen Rädern.

Die 8. Celler City Night startete dieses Jahr in der Celler Innenstadt rund ums Alte Rathaus. Trotz Wirtschaftskrise war es den Machern wieder ein hochklassiges überregionales Sportereignis mit großer Werbewirksamkeit für Celle auf die Beine zu stellen. Die gute Infrastruktur machte es dem Veranstalter TuS Celle mit dem Team um Chef-Organisator Thorsten Lübke die Sache etwas leichter als in vergangenen Jahren. Start und Ziel war auf der Stechbahn, danach verlief die Strecke in Richtung Markt am alten Rathaus entlang bis vor die Deutschen Bank in die Kanzleistraße, auf den Schlossplatz und zurück zur Stechbahn. Insgesamt betrug eine Runde ca. 600 Meter.

Um 16.30 Uhr begannen die verschiedenen Rennen unter dem wachsamen Auge der Jury des Niedersächsischen Radfahrerverbands. Die Kleinsten starteten beim Bobbycar-Rennen. Die teilnehmenden „Rennfahrer“ kamen mit ihren eigenen Boliden; wer keinen fahrbaren Untersatz dabei hatte oder sich kurzfristig entschloss mitzumachen, der bekam einen vom Sponsor Erdmannsky. Für eine Schrecksekunde sorgte am Ende die schon weit führende Anneke. Direkt vor der Ziellinie kam sie zum Stehen und entschloss sich erst nach Anfeuerungsrufen über die Ziellinie zu fahren. Bei der Siegerehrung bekamen dann alle Teilnehmer ein kleines Präsent.

Die interessierten Zuschauer und flanierende Stadtbesucher säumten allmählich zahlreich die Absperrungen der Rennstrecke. Schlag auf Schlag folgten weitere Wettkämpfe in immer höheren Altersklassen. Im „Fette Reifen“ Rennen über drei Kilometer (fünf Runden) mussten sich die Kinder schon richtig anstrengen. Tapfer und mit einem großen Vorsprung schaffte es Silas ins Ziel. Dahinter kamen dann Leander und Kiron ins Ziel. Bei dieser Siegerehrung wurden alle Teilnehmer bedacht.

Am Rande der Rennen fand auf der Bühne vor der Stadtkirche eine von Halle 12 initiierte Modenschau statt. In den weiteren Rennen kamen Skater und Radrennfahrer gleichermaßen auf ihre Kosten. Kollegiale Hilfen im Mittelfeld führten bei einzelnen Sportlern zum so genannten „Schulterschluss“. Durchhalten statt Gewinnen war die Devise.

Am Abend absolvierten die U 19 Junioren die 30 km-Distanz (50 Runden) mit einem Vorgeschmack auf das Eliterennen. Bei den Junioren hatte letztlich Leonhard Diekmann (Blau Weiß Buchholz) die Nase vorn, gefolgt von Björn-Christian Ernst vom Team Werbetechnik VC Frankfurt und Carlos Baralt vom RSV Linden. Die Sieger wurden vom ersten Vorsitzenden des TuS Celle Werner Schenkemeyer und dem Vertreter des Sponsors SVO Ralf Horst geehrt.

Wenn auch nicht der Höhepunkt, dennoch aber sicherlich die amüsanteste Einlage war das Promirennen, bei dem die skurrilsten fahrbaren Untersätze zum Einsatz kamen. Auf einem „Konferenz-Bike“ hatten sieben Damen kreisförmig Platz genommen: Kirsten Lühmann (SPD, Mitglied des Landtages und des Kreistages), Brigitte Fischer (Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Celle), Annnette von Pogrell (SPD, Kreistag), Jutta Krumbach (FDP, Kreistag), Liliane Steinke (Leiterin der VHS), Angela Hohmann (SPD, Kreistag) und Silke Kollster (CDU, Kreistag), sozusagen eine SPD-lastige „große Koalition“ mit Kirsten Lühmann am Steuer. Gefahren wurde zielstrebig nur in eine Richtung. Das Septett belegte einen respektablen 7. Platz, nur Thomas Adasch überquerte hinter ihnen die Ziellinie. Dabei waren u.a. noch Gerald Sommer von den Grünen im Kreistag und Torsten Schoeps von der WG. Das Rennen über drei Runden hat die gebürtige Cellerein Lisa Wach (17) in einer für sie eher entspannenden Trainingseinheit gewonnen. Den zweiten Platz zwei belegte Christoph Raschke von Gesund & Vital und Platz drei ging an Knud Zietz. Lisa Wach hat sich sportlich und beruflich nach Schwerin orientiert und trainiert dort beim Radsportclub, bei dem auch der amtierende Weltmeister Stefan Nimke trainiert.

Den Höhepunkt boten im letzten Rennen die Elitefahrer aus der gesamten Bundesrepublik. Selbst ein Gastteam aus Tschechien war dabei. Die 100 Runden mögen dem Laien recht viel vorkommen; es waren aber „nur“ 60 Kilometer, die für die routinierten Radrennsportler offensichtlich kein großes Problem bedeuteten. In rasantem Tempo ging es um die Kurven und nach etwas über einer Stunde konnten die Zuschauer aufatmen, dass alles unfallfrei über die Bühne gegangen war. In den letzten Runden fuhr der Celler Rolf-Martin Vieten in der Spitzengruppe mit und führte sogar zeitweise das Feld unter dem Beifall der Zuschauer an. Letzlich reichte es nicht zum Sieg. Nach einem spannenden Rennen mit schnell wechselnden Führungen siegte der 21-Jährige gebürtige Berliner Arne Kenzler, der für das Rad-Team Hamburg fährt, in einem furiosen Spurt. Platz zwei belegte Phillip Müller von SC Wiedenbrück, auf Platz drei kam Thomas Hruby vom AC Sparta Praha. Rolf-Martin Vieten musste sich mit dem undankbaren vierten Platz zufrieden geben. Der Sieger Arne Kenzler nahm zu ersten Mal am Celler Rennen teil und zeigte sich sehr überrascht ob seines Erfolges. Für ihn war es ein durchwachsenes Rennen mit Höhen und Tiefen, so wie er gegenüber WasCellebewegt sagte.

Immer auf „Radhöhe“ war der Moderator Jürgen Kramer aus Altwarmbüchen. Mit über 30 Jahren Radrennerfahrung informierte er aktuell über den Verlauf der Rennen. Insgesamt sorgten die ca. 70 Helferinnen und Helfer für einen reibungslosen Ablauf dieser Veranstaltung. Wer am Ende dann noch feiern wollte, der konnte sich auf die Live-Musik der Westbrook Band freuen. Der Celler Weinmarkt war vom späten Nachmittag an auch gut besucht. Auch dort wurde am Abend noch gefeiert und Wein verkostet. In der Besuchergunst lag an diesem Tage der Weinmark allerdings vorn.

Redaktion
Celler Presse

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