18. Brauhoffest Betz: Proppenvoll und beste Stimmung

CELLE. Als zum 100-Jährigen Bestehen der Brauerei Carl Betz im Jahre 1993 mehr beiläufig auch zu einem Brauhoffest geladen wurde, war nicht abzusehen, dass sich dieses Fest zum Selbstläufer entwickeln würde und aus dem Terminkalender der Celler Bürger nicht mehr wegzudenken ist. Somit wurde die Brauhof-Fete ein fester Bestandteil des Jahresablaufs. Sie findet jährlich im August am zweiten Wochenende von Freitag bis Sonntag statt. So auch in diesem Jahr mit einem überwältigenden Erfolg, nicht zuletzt deswegen, weil das Wetter geradezu ideal war, sondern weil das Celler Altstadtfest ausfiel und dem Brauhof zusätzliche Besucher bescherte.

Der in diesem Jahr vorsichtshalber eingesetzte Sicherheitsdienst bekam zwar nichts Dramatisches zu tun; aber am Samstag musste er gegen 22 Uhr die Schotten dicht machen. Einlass wurde nur noch gewährt, wenn eine entsprechende Anzahl Besucher das Fest verließ. Das gebot sie Sicherheit auf dem Platz. Bereits am Freitag war das Firmengelände gut besucht, und die bereits zum 13. Male auftretende Band „Moor-Buam“ heizte den Besuchern kräftig ein. Der Gipfel war dann am Samstag mit einem Massenansturm; auf dem Gelände wurde auch Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende gesichtet. Die Band lief abermals zu großer und altbewährter Form auf. Sie scheint den Nerv der Besucher zu treffen, zumal sie ein großes musikalisches Spektrum abdeckt. Zwischen „In München steht ein Hofbräuhaus“ und dem „Highway to Hell“ hat die Band alles drauf, was es an Stimmungsliedern und Rock und Pop gibt. Und ein Schmankerl zwischendurch ist zweifellos die Elvis-Presley-Imitation durch Klaus Bußjäger. Am Sonntag war dann Ausklang mit einem

Frühschoppen ab 11 Uhr, der sich zu einem „Spätschoppen“ hinzog. Frauke und Stephan Betz zeigten sich hochzufrieden mit der diesjährigen Veranstaltung. Dass es wieder solch eine harmonische Veranstaltung wurde ohne Zwischenfälle, so Frauke Betz, liege daran, dass grundsätzlich nichts Hochprozentiges ausgeschenkt werde.

Während nach der Gründung der Brauerei Carl Betz im Jahre 1893 bis zum Jahre 1983 zunächst Farbebier, ein nach dem Reinheitsgebot gebrautes Spezialbier, das zur Farbgebung dunkler Biere gebraucht wird, hergestellt wurde, kam noch vor dem ersten Weltkrieg Malzbier und Mineralwasser dazu. Diese Produktion wurde allerdings nach dem ersten Weltkrieg nicht wieder aufgenommen. Dafür kam die Herstellung von flüssigem Zucker für die Malzbier- und die Limonadenherstellung und von Zucker-Kulör für verschiedene Nahrungsmittelbereiche hinzu, so dass die Brauerei Carl Betz zu einem reinen Zulieferbetrieb wurde.

Nach dem zweiten Weltkrieg erfolgte ein völliger Neuaufbau auf dem jetzigen Gelände am Waldweg. Am 1. April 1966 traten die Cousins Dieter Betz und Karl-Friedrich Betz in das Unternehmen ein. Im Jahre 1983 beschlossen sie, selbst Bier zu brauen. Die erste Sorte was das „Celler Urtrüb“, ein naturtrübes Bier, das sofort von den Cellern begeistert aufgenommen wurde. Dem folgte ein ebenfalls naturtrübes oder naturgeklärtes Bockbier, der „Cellenser Bock“ und zusätzlich im Frühjahr ein „Maibock“. Ende 1988 beugte man sich einer steigenden Nachfrage und entwickelte das „Celler Pilsener“, das es seit 1989 gibt. 1993 kam das „Celler Dunkel“, ein untergäriges Festbier dazu. Das Bockbier ist inzwischen ein Ganzjahresbier geworden und heißt nach dem Celler Herzog der Reformation „Bekenner-Bock“. Das jüngste Kind der Brauerei ist das „Celler Weißbier“. Die Brauerei folgt damit dem verstärkten Wunsch gerade junger (und jung gebliebener) Menschen auch „nördlich des Weißwurstäquators“ nach dieser obergärigen Bierspezialität.

Zum 1. April 2006 hat die vierte Generation die Leitung des Unternehmens übernommen. Die bisherigen Gesellschafter legten die Geschicke in jüngere Hände: Dieter Betz an seine Tochter Frauke Betz (Diplom-Ökonomin) und Karl-Friedrich Betz an seinen Sohn Stephan Betz (Diplom-Braumeister). Somit ist sichergestellt, dass die über 100jährige Tradition als mittelständisches Familienunternehmen auch in Zukunft kompetent weitergeführt wird. Und das Brauhoffest nicht an Attraktion verliert. Der Termin für 2011 steht schon fest: 2. Augustwochenende 12./13./14. August.

Redaktion
Celler Presse

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