Glanzvolle Jubiläumshengstparade in Celle

CELLE. Mit einer Zeitreise durch die Geschichte des Landgestüts von den Gründerjahren bis in die Neuzeit überraschte das Programm der Jubiläumshengstparade etwa 4.000 Zuschauer. Nach dem Traditions-Fahrturnier und dem Jubiläumsball ein weiterer Glanzpunkt im Rahmen der Veranstaltungen zum 275. Jubiläum. Am 26. September und am 2. und 3. Oktober schließen die traditionellen Hengstparaden an. 

Zu der Jubiläumsveranstaltung fand sich zahlreiche Politprominenz ein. Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende repräsentierte die Stadt Celle, Landrat Klaus Wiswe den Landkreis; die Celler Bundestagsabgeordneten Kirsten Lühmann und Henning Otte wurden ebenfalls gesichtet, sowie die Niedersächsische Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen und Abgeordnete des Landtages. Niedersachsens neuer Ministerpräsident David McAllister wurde standesgemäß mit der Kutsche zusammen mit Georg II. (dargestellt von Siegfried Kirchhoff) auf dem Turnierplatz vorgefahren. McAllister zeigte sich angetan und kündigte an, das Gespräch „unter Kollegen“ später fortsetzen zu wollen. Der Ministerpräsident bekannte sich zu den Aufgaben des Landgestüts: „Wir wissen, was wir an unserem Landgestüt haben. Niedersachsen ist ein Pferdeland und Niedersachsen bleibt ein Pferdeland.“ Ole Köhler empfing bei der Gelegenheit das Goldene Reitabzeichen aus der Hand des Ministerpräsidenten für seine Erfolge im Dressurreiten. 

Patricia Harlos begleitete die Zuschauer mit einer unterhaltsamen Moderation auf der Zeitreise in einem Programm, dessen Gesamtleitung in den Händen von Fred Müller lag. Der Musikzug Groß Hehlen überzeugte mit vielseitigen musikalischen Einlagen. Aber auch das Schlosstheater leistete einen Beitrag bei der Kostümausstattung und Erich Burchardi sorgte für die Maske der Landstallmeister. So war die Vorstellung der Ahnengalerie der Landstallmeister ebenso beeindruckend wie die Präsentation der Dressuren, bei denen so manch ein ungestümer Hengst gezügelt werden musste. Dass Esel nicht so dumm sind oder gar störrisch, wurde in der Darbietung „Kleine Eselei“ deutlich. Mutter und Sohn Esel verblüfften mit Kabinettstückchen. 

In der Präsentation „Die gute alte Zeit“ wurde die vielseitige Verwendung der Pferde über die Jahrhunderte verdeutlicht. Sie mussten Kohlenwagen, Feuerwehrspritzen und natürlich vornehme Kutschen ziehen. Der Einsatz in der Landwirtschaft war bis in die Nachkriegsjahre des 20. Jahrhunderts nicht wegzudenken. Bei der Schleppjagd kam die Niedersachsenmeute zum Einsatz und wurde mit verlockenden Düften über den Platz gehetzt. Dabei sorgte das unvermeidliche „hundliche Bedürfnis“ für große Heiterkeit. Eine großartige Zirkusnummer ist immer wieder die „Ungarische Post“, bei der der „Postbote“ auf dem Rücken zweier Pferde steht und sich in rasantem Tempo einerseits an den Zügeln festhalten und damit auch noch beide Pferde lenken muss. Es ist noch mal gutgegangen. 

Den Schlussakkord der Veranstaltung setzte die große Dressurquadrille. Als Überraschungsgast für die Anmoderation dieser Attraktion präsentierte Landstallmeister Axel Brockmann die „Stimme des deutschen Pferdesports“, den 87-Jährigen Hans-Heinrich Isenbart, der eingangs bekannte, dass ihm fast das Herz stehen geblieben sei, als ihm Dr. Brockmann das angetragen habe. Das Reporter-Urgestein mit dem hohen stimmlichen Wiedererkennungswert hat nichts von seiner Dynamik verloren und kündigte die Quadrille mit 24 Pferden an. Er hoffe, dass die Leidenschaft, mit der die Menschen, die die Quadrille vorstellen, auf das Publikum überspringe. Er hoffte nicht vergebens. Zugleich fand er auch die Worte, die für einen Abschluss nicht passender gefunden werden konnten: „Wir haben Pferde im Dienste der Pferdezucht in einer Qualtität, die es vorher nicht gegeben hat. Wir haben die schönsten, die besten Pferde der Welt.“ 

Redaktion
Celler Presse 

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