Briten-Abzug: McAllister meets Cameron

CELLE. Was sich lange anbahnte und im letzten Jahr konkreter wurde, hat in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen große Wellen geschlagen. Die Ankündigung, die Briten werden Deutschland bis 2020 verlassen, beinhaltet viel Spielraum nach unten. Das sorgt für große Besorgnis in den deutschen Standorten. Am 21./22. März wird der niedersächsische Ministerpräsident David McAllister den britischen Premier in London treffen, um einen Abzugstermin zu konkretisieren. 

Die Ankündigung des britischen Truppenabzugs hat viel Verunsicherung verursacht. Immerhin ist Deutschland der größte Standort der britischen Armee außerhalb Großbritanniens. Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende erläuterte bereits im letzten Jahr zu diesem Thema besorgt: „Von dem Abzug der Briten sind wir sehr betroffen. Die strukturelle Herausforderung können wir ohne Unterstützung von Bund und Land nicht leisten.“ Große Probleme werde es auf dem Immobilienmarkt geben, wenn es keine alternative Nutzung gebe. Unterstützung von Bund und Land solle nicht nur finanziell erfolgen sondern auch durch Ideen für die Gestaltung. 

Bergens Bürgermeister Rainer Prokop zeigte sich nicht überrascht von dem Truppenabzug. Es sei abzusehen gewesen, dass die Armee umstrukturiert und verkleinert wird. Die Radikalität der Entscheidung und der schnelle komplette Abzug habe die Stadt nun sehr getroffen. In den letzten Jahren sei viel durch private Investoren in den Hausbau investiert worden, im Ortskern wurden Ein- und Zweifamilienhäuser gebaut. In Bergen gebe es 7000 Haushalte. Durch den Abzug würden nun 1000 Wohnungen frei. Benötigt würden zuverlässige Informationen mit einem verbindlichen Zeitablauf. 

Nun macht sich der Ministerpräsident auf den Weg nach London, um eben diese Informationen einzuholen, sozusagen Aug’ in Aug’ von David zu David. Ob die britischen Wurzeln des Ministerpräsidenten eine Schadensbegrenzung für die niedersächsischen Standorte mit sich bringen könnten, darf bezweifelt werden. Sprachprobleme dürfte es nicht geben; insofern darf die Hoffnung auf klare Aussagen gehegt werden. Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende, der dieser Tage das Thema im Verwaltungsausschuss erörterte, betonte erneut: „Es besteht der Wunsch, dass die Briten bleiben.“ 

Redaktion
Celler Presse 

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