Denkmalplakette verliehen: Beispielhafte Sanierung

CELLE. Spannend bis zuletzt. Selbst die Hauseigentümer erfuhren erst gestern, dass ihr denkmalgeschütztes Haus beispielhaft saniert wurde. Zwei Objekte waren noch im Rennen: Das Haus Zöllnerstraße 8 – Integration des Gewölbekellers in ein Ladengeschäft und das Haus Jägerstraße 10 – Umbau und Sanierung eines denkmalgeschützten Fachwerkhauses, und die Jury entschied sich letzten Endes einstimmig für dieses Objekt. 

Das aus dem 18. Jahrhundert stammende barocke Fachwerkhaus wurde einst als Bleicherei, Branntweinbrennerei und zuletzt zum Wohnen genutzt. Es liegt zentral auf Grundstück mit direktem Zugang zur Fuhse. Anfang des 20. Jahrhunderts ist im Zuge von Umbaumaßnahmen der Haupteingang und innenliegende Treppe verlegt worden. Das Haus wurde zuletzt in drei wohneinheiten geteilt und stand vor den jüngsten Umbaumaßnahmen fünf Jahre leer und war in einem desolaten Zustand. 

Das Projekt Jägerstraße 10 wurde von der Jury einstimmig als das „Siegerprojekt“ gewählt. Trotz des desolaten Zustands hat es die Familie Birkner, die das Haus 2009 erwarb, als Familiendomizil ausgewählte. Das Ergebnis der Sanierungs- und Umbaumaßnahmen ist ein Nachweis dafür, dass mit historischer Bausubstanz ein zeitgemäßes und modernes Wohnen für Familien mit Kindern mitten in der Stadt möglich ist. Die durchgeführten Sanierungs- und Umbaumaßnahmen zeugen von einem sehr sensiblen und respektvollen Umgang mit dem Gebäude und der historischen Bausubstanz. 

Die Familie Birkner und die Architektin Gaby Bussemas haben sich sehr intensiv mit der Geschichte des Hauses auseinandergesetzt und waren sehr um die Erhaltung dieser Geschichte und der Bausubstanz bemüht. Die Rückverlegung des Hauptzuganges an die ursprüngliche und für Celle typische Position wird von der Jury ebenfalls sehr positiv bewertet. Als letzte denkmalpflegerische Maßnahme bleibt noch der Außenanstrich des Hauses, der 2012 erfolgen wird. Betreut wurde das Projekt von Stadtdenkmapfleger Dr. Eckhard Rüsch, der maßgeblich bei der Entscheidungsfindung Einfluss nahm. Zuschüsse gab es von der Stadt nicht, und die zunächst veranschlagten Umbaukosten wurden um 50 – 60 % überschritten, erläuterte die Eigentümerin Katrin Birkner. 

So „enthüllte“ am heutigen Vormittag Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende die Denkmalplakette und überreichte eine Urkunde. Dieses Projekt sei ein Vorbild und Modell für das, was man alles schaffen kann. Stadtbaurat Matthias Hardinghaus betonte, dass mit dieser Auszeichnung die Bürger animiert werden sollen, sich zu engagieren. 

Redaktion
Celler Presse 

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