Das Niedersächsische Gartenfestival im Landgestüt ist eröffnet

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CELLE. Heute begann das Wochenende des Niedersächsischen Gartenfestivals im Niedersächsischen Landgestüt. Auf dem großzügigen Gelände können die Besucher flanieren, das Kunsthandwerk bestaunen, sich inspirieren lassen oder das Rahmenprogramm genießen. Denn es gibt vor dieser historischen Kulisse viel zu entdecken und zu probieren.

Jan Siemsglüss, Organisator der Niedersächsischen Gartenfestivals, freute sich zur heutigen Eröffnung auf gut 120 Aussteller, die mit den unterschiedlichsten Produkten, Pflanzen und Handwerk die Besucher begeistern werden. Trotz des zuerst durchwachsenen Wetters, sieht Siemsglüss eine Wetterbesserung und ein schönes Wochenende für das Gartenfestival.

Nur an sechs Standorten in ganz Deutschland ist das Niedersächsische Gartenfestival vertreten. So hat das Festival zuvor in Warendorf bei Hannover Halt gemacht und zieht im Anschluss nach Beekenhof in der Lüneburger Heide.

Gartenliebhaber, Kunstinteressierte aber auch Pferdefreunde sind im Landgestüt bestens aufgehoben. Das findet auch die stellvertretende Gestütsleiterin Sarah Handke, die nicht nur die Örtlichkeit dem Gartenfestival zur Verfügung stellt, sondern auch die Arbeit des Landgestüts den Besuchern näher bringen möchte. So zeigt das Team des Landgestüts eine kleine Vielseitigkeitsschau auf dem Sandplatz in den bekannten „Roten Röcken“, den königlich-hannoverschen Galauniformen. Die Shows finden am Samstag und Sonntag jeweils um 14.00 Uhr statt.

Trotz des hohen Zauns des Landgestüts, weist Handke darauf hin, dass Besucher montags bis freitags von 8.00 – 17.00 Uhr und samstags von 8.00 – 12.00 Uhr ohne Anmeldung das Gestüt besuchen können. Gleiches gilt für den Standort in Adelheitsdorf. Das Tor sei für Besucher stets offen, soll aber im zugezogenen Erscheinungsbild einen Schutz darstellen, damit die Pferde nicht ausreißen.

Das Landgestüt Celle hat mit dieser Veranstaltung in jeder Jahreszeit für die Besucher etwas zu bieten. Im Frühjahr das Gartenfestival, im Sommer den Handwerkermarkt und das CIAT, im Herbst die Hengstparaden und im Winter den Weihnachtsmarkt.

Zauberhafte Dekorationen, üppige Pflanzen und weiße Pagodenzelte geben den Träumen vom idyllischen Garten und stilvollen Heim neue Nahrung. Dazu erwarten die Besucher in diesem Jahr etwas ganz Besonderes, denn zum ersten Mal darf die Rasenfläche des Paradeplatzes mit benutzt werden. Der heilige grüne Teppich des Landgestüts wird selbst im Alltag des Gestüts nur zu besonderen Anlässen überhaupt betreten und nun wurde er in einen lebhaften Markt verwandelt. Eingerahmt in diese einmalige Kulisse kann der Besucher aber noch mehr entdecken.

Marion van der Sand, die administrativ für das Gartenfestival tätig ist, entwickelt das Konzept des Kunst- und Handwerkermarktes immer weiter. Man möchte die Besucher nicht nur auf die Aussteller loslassen, sondern ein unverwechselbares Ambiente anbieten. Ein Rahmenprogramm aus Musik und Show ist ebenfalls wichtig, wie auch die kostenlose Beratung an den einzelnen Ständen. Die Besucher sollen sich wohlfühlen und die Zeit genießen, so van der Sand.

Selbst präsentiert van der Sand ein sogenanntes Enneagramm. Ein großer Kreis mit neun bedeutenden Elementen. Betritt der einzelne Besucher den Kreis, so fühlt es sich in der Regel zu einem Objekt hingezogen. Da jedes Objekt für sich, oder in seiner Darstellung, für eine Charaktereigenschaft steht, wird dieser „Test“ auch gerne beim Personal-Coaching durchgeführt. Doch dieses Spektakel birgt noch viel mehr Geschichte, als die Celler vermuten. Jedes dieser Stücke erzählt die Jahrhunderte alte Geschichte von Celle. Alles ausrangierte Stücke, die der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind und sorgsam vom Leiter des Bauhofs Udo Böger verwahrt werden. Wir finden dort unter anderem einen eindrucksvollen und nie aufgestellten Obelisken, einen der damals in der Innenstadt verwendeten Sandsteinmülleimer, einen alten königlichen Grenzstein, die defekte Spitze des Eingangsportals zum Französischen Gartens vom Südwall, das erste in Celle zum Straßenbau verwendete Napoleonpflaster und ein nicht zugeordnetes in Stein gehauenes Wappen von Celle.

Wer einen Hinweis, auf den damaligen Standort des Wappens (siehe Abbildung) geben kann, melde sich bitte beim Celler Bauhof. Van der Sand kommt aus dem nordrhein-westfälischen Emmerich. Eine Stadt, die im 2. Weltkrieg fast vollständig zerstört wurde und nur noch in einem neuen Baustil wiederaufgebaut wurde. Marion van der Sand ist gerade von der Celler Geschichte begeistert und wundert sich, dass solche Schätze auf dem Bauhof „ausgelagert“ sind. Nun bekommen diese Stücke alter Celler Geschichte auf dem Gartenfestival eine neue Verwendung und stehen wieder im Mittelpunkt.

Olaf Schlote kommt aus Eldingen und stellt Eisenbogen, Pavillons und Holzbänke her. Schlote hatte es aber zum Gartenfestival nicht weit, denn der Wagener beziehungsweise Kutschbauer arbeitet im Landgestüt und interessierte sich nebenbei für die Schmiedearbeiten. Der hauptsächlich im Arbeitsalltag mit Holz umgehende Schlote kam über den Schmied zum Metall. Aus seinem Hobby wurde ein Kunsthandwerk und Schlote freut sich, seine Kunst auf den Märkten im Landgestüt ausstellen zu können.

Niedersächsisches Gartenfestival
11.-13. April
Landgestüt Celle, Spörckenstraße 10
Freitag und Samstag jeweils von 10 bis 18 Uhr, am Sonntag von 11 bis 18 Uhr.
Eintritt für Erwachsene: 8 EURO, Kinder bis 14 Jahre frei.

Redaktion
Celler Presse

 

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