Für ein besseres Klima: Energie sparen

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Landkreis CELLE. Das Energiesparprojekt “Schüler für Klimaschutz” des Landkreises Celle ist im Jahr 2009 gestartet und kann in diesem Jahr das 5-jährige Jubiläum feiern. Das zentrale Ziel ist es, Schülern einen verantwortungsvollen Umgang mit dem eigenen Energieverbrauch näher zu bringen. Schulen in Stadt und Landkreis Celle haben das Thema Klimaschutz in den Unterricht integriert und nun die Ergebnisse ihrer Arbeit im Kreistagssaal vorgestellt.

In den teilnehmenden Schulen wurden zwar unterschiedliche Maßnahmen vorgestellt, aber in der Mehrzahl konzentrierten sich die Ansätze auf Solarenergie und Windräder. Die Oberschule II hatte ein Windrad ausgestellt, aber sich im Unterricht auch mit den Themen Solarenergie, Wasserkraft, Erdöl und Erdwärme befasst. Die Grund- und Hauptschule Unterlüß hat kleine Generatoren/Kurbelinduktoren gekauft, um darauf aufmerksam zu machen, dass Strom auch mit Muskelkraft erzeugt werden kann.

In der Oberschule Winsen, Schulstraße, hat sich bereits seit 5 Jahren mit dem Energiesparprojekt befasst, wie Johannes Wüllenweber erläuterte. Mit einer schuleigenen Solaranlage erziele die Schule jährlich Einnahmen von 1.000 bis 1.500 € durch die Einspeisevergütung. Das komme der Schule zugute. Die Sprachheilschule Klein Hehlen hat mit einfachen Mitteln demonstriert, wie mit einem Wasserfall aus einer Flasche, der ein Flügelrad antreibt, Energie gewonnen werden könnte. Interessant war auch das Biogasexperiment der Schule. Man nehme: einen Schuhkarton, isoliere die Wände mit geknülltem Zeitungspapier und platziere darin eine Flasche, die mit 200 g Kompost/Plfanzenresten befüllt ist, dazu gebe man 5 Esslöffel fertigen Kompost, einen halben Brühwürfel und einen Teelöffel Zucker, dann befülle man die Flasche halbvoll mit lauwarmem Wasser. Zum Schluss ziehe man über den Flaschenhals einen Luftballon. Das in der Flasche erzeugte Biogas wird den Luftballon aufblähen.

Die Oberschule Westercelle hat an ihrem Stand die Produkte aus dem Energiesparkoffer ausgestellt, mit denen der Energieverbrauch deutlich reduziert werden kann. Am Stand des Landkreises wurden einerseits Broschüren angeboten, die eindringlich für einen Klimaschutz werben: „Der Energieverschwendung auf der Spur“ und „Auf den Spuren nachhaltiger Produkte“. Margot Janisch, beim Landkreis verantwortlich für die Durchführung des Energiesparprojekts an den Schulen zeigte zusammen mit Petra Kloß vom Abfallzweckverband die „Qualmkiste“ und wie man durch effektives Lüftungsverhalten den Qualm vertreiben kann. Im Alltag heißt das Zauberwort „Stoßlüftung“. An ihrem Stand hatten sie auch die Einzelteile eines Handys ausgestellt. Die Frage war: Woher kommen die Teile? So ein Handy setzt sich aus Teilen zusammen, die aus 10 verschiedenen Ländern der Erde zusammengeführt werden müssen. Allein der logistische Aufwand ist schon kontraproduktiv für einen Klimaschutz.

Zum Abschluss der Ausstellung kürte Landrat Klaus Wiswe die Oberschule Lachendorf zum Sieger, weil die Schule nachwies, am effektivsten Energiekosten eingespart zu haben.

Projektablauf:
Je Klasse werden 2 – 3 Schüler/innen gewählt, die sich Energiemanager/innen, Energiewächter/innen nennen. Sie sorgen dafür, dass sich möglichst alle an der Schule an die Energiesparmaßnahmen halten.
Der individuelle Start des Projekts beginnt mit einem Energierundgang. Bei dieser Bestandsaufnahme des Gebäudes werden an Hand von Checklisten “Schwachstellen” ermittelt, wie z. B. zugestellte Heizkörper, “heimliche Stromfresser”, tropfende Wasserhähne. Die Checklisten werden von den Energiemanagern/managerinnen ausgefüllt. Als praktische Arbeitshilfe bekommen die “Energiesparschulen” vom Landkreis Celle Energiesparkoffer mit verschiedenen Messgeräten, wie z. B. Strommessgeräte, die die “heimlichen Stromfresser” entlarven, zur Verfügung gestellt. Die Anschaffung der Koffer wurde von der SVO zur Hälfte gesponsert.

Auf dieser Basis wurden die Schulen gemessen. So war es jeder teilnehmen Schule möglich, ohne großen Aufwand einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und damit Energiekosten einzusparen. Am Ende erhalten die teilnehmenden Schulen ein Drittel des eingesparten Geldes zur freien Verfügung. Ein weiteres Drittel wird für energetische Maßnahmen im Schulgebäude eingesetzt. Das letzte Drittel bleibt zur Finanzierung der Personal- und Sachkosten beim Landkreis.

Redaktion
Celler Presse
Fotos: Celler Presse
Gruppenbild: Extern





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