Gelände St.-Josef-Stift: Ausschuss stimmt für Aufstellung des Bebauungsplans

CELLE. Wenn auch der Ausschuss für Stadtentwicklung und Bauen der Beschlussvorlage folgte, so ging dem eine teils skeptische Diskussion voraus. Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende ging im Vorfeld davon aus, dass die bestehenden Hotels durch das zusätzliche Hotel keine Einbußen zu befürchten haben. In der Bürgerfragestunde nach der Ausschusssitzung meldeten sich Vertreter von Celler Hotels zu Wort: Sie sind von den Plänen der Stadt nicht begeistert.

Stadtbaurat Ulrich Kinder hatte den Ausschuss auf die Notwendigkeit einer Hotelansiedlung auf dem Gelände des Josefstifts eingeschworen, zumal es eine enge Verflechtung mit der städtischen Congress Union gebe. Kinder: „Wir müssen die Voraussetzungen schaffen – umsetzen müssen es andere.“ Bei einem kombinierten Wettbewerb ist ein Entwurf als Sieger hervorgegangen, dessen Konzept nach Ansicht der Jury die Belange der Stadt berücksichtigt. Der Ideengeber ist gleichzeitig auch der Investor, so dass auch die Realisierung gewährleistet ist. Von Seiten der Congress Union habe es Signale gegeben, dass die Wirtschaftlichkeit mit einem angrenzenden Hotel der Kategorie 3 Sterne+ sich erheblich verbessern würde. Ulrich Kinder: „Wir müssen daran arbeiten, Celle voranzubringen, damit die Stadt attraktiver wird.“

Judith Knabe (Grüne) meinte, die Notwendigkeit sei unbestritten und Joachim Falkenhagen stützte den Plan, wenn er denn einen Gewinn für die Congress Union bedeute. Zuvor noch hatte Falkenhagen von einer „langen Geschichte“ beim Thema Hotels in Celle gesprochen; erinnerte an frühere Ansätze z. B. in der 77er Straße und an der Wehlstraße. Aus all dem sei nichts geworden. Deshalb sehe man das Projekt mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

In den Einlassungen von den Vertretern der Celler Hotellerie kam wenig Begeisterung zum Ausdruck. Einerseits liege das Hotel nur im Interesse der Stadt, um die Union besser auszulasten, andererseits sei eine zusätzliche Hotelkapazität für die Veranstaltungen der Union nicht notwendig, da 90 % der Veranstaltungen das nicht erfordern. Die 18 Hotels in der Stadt, so ein Sprecher, hätten ohnehin Kapazitäten frei. Statt des Hotels, seien andere Maßnahmen in der Stadt sinnvoller.

Axel Wallbaum, der mehrere Hotels – auch in anderen Städten betreibt – erläuterte, dass es 2.000 Betten in Celle und Umgebung gebe; die touristische Schiene sei stark rückläufig. Deshalb sei es nicht nachvollziehbar, in Celle noch mehr Betten zu schaffen. Wallbaum ist der Ansicht, dass Kongresse mit 250 bis 400 Personen ohnehin nicht nach Celle kommen. Es gebe genügend Betten in der Stadt. Firmen werden mit Vorstand und mittlerer Führungsebene ebenfalls nicht nach Celle kommen, „ob da nun ein Hotel ist oder nicht“.

Stadtbaurat Kinder sprach von einem zunehmenden Tourismus, von dem man profitieren wolle. Kinder: „Ich bleibe dabei, die Congress Union kann gegenwärtig ihre Möglichkeiten nicht ausspielen.“ Außerdem sei Celle verkehrsgünstig gelegen sogar mit einem ICE-Halt.

Und dann bot sich dem Ausschuss noch eine weitere Variante: Eine Besucherin hat die Idee, einen Seniorenpark zu errichten. Das könne man sogar in einem Prospekt gut vermarkten. Ältere Personen, die sonst nur in Altenheimen untergebracht sind, sollte man aufmuntern zu den Veranstaltungen in dem Park zu gehen. Sie habe die Idee, bekannte sie, aber nicht das Geld…………….

Redaktion
Celler Presse

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