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Ab 1. April 2015 fahren wieder mehr Busse durch Stadt und Landkreis

Nov 14, 2014

Stadt und Landkreis CELLE. Nachdem bereits vor einigen Wochen das Ausschreibungsergebnis zu Gunsten des Celler Verkehrsbetriebes CeBus verkündet wurde, ist heute der Nahverkehrsvertrag zwischen dem Landkreis Celle und der CeBus unterschrieben worden. Eine lange Hängepartie ist damit zu Ende gegangen. Der alte Dienstleister ist der neue Dienstleister. CeBus hat sich gegen vier Mitbewerber durchgesetzt.

Aufamten bei der CeBus. Im Dezember 2013 hat der Landkreis ein europaweites Ausschreibungsverfahren in Gang gesetzt. Bereits im Vorfeld ist die Entwicklung des ÖPNV im Raum Celle kritisch gesehen worden. Nun aber kann es mit der CeBus weitergehen. Wie Landrat Klaus Wiswe bei der Pressekonferenz erläuterte, lagen die Angebote – bis auf eine Ausnahme – ziemlich dicht zusammen. Die CeBus hatte leicht die Nase vorn. Das bedeute für das Unternehmen eine Erleichterung, wenn auch bei einer anderen Entscheidung über eine Sozialklausel in der Ausschreibung die Mitarbeiter hätten übernommen werden müssen.

2, 5 Millionen lässt sich der Landkreis den Linienverkehr im Jahr kosten, das sind ca. 500.000 EURO mehr als bisher. Der Stadtverkehr sei in den Gesamtkosten mit einer Million dabei. Zu leisten seien auch die Schülertransporte und ab nächstem Jahr auch die Behindertentransporte für 900.000 EURO im Jahr, so dass der Landkreis insgesamt 6,5 bis 7 Millionen EURO für die Mobilität ausgeben muss.

Wenn auch der Betrieb mit der CeBus weitergeht, so bleibt dennoch nicht alles beim Alten. Der Vertrag ist ein „enges Korsett“, das dem Dienstleister einen regelmäßigen und umfangreichen Bericht auferlegt. Da geht es um Pünklichkeit, Ausfälle und Einhaltung der Abgasnormen. Wenn der Verkehrsbetrieb die Leistungen nicht erbringt, drohen Vertragsstrafen.

Das neue ÖPNV-Angebot erläuterte der Regional- und Verkehrsplaner Dr. Ralf Günzel vom Projektzentrum für Integrierte Verkehrslösungen (PROZIV) in Berlin. Bei dem Plan gehe es um die Herstellung von Rechtssicherheit für die Gewährung öffentlicher Zuschussmittel und die Durchsetzung der qualitativen und quantitativen Vorgaben des Nahverkehrsplans. Der Verkehrsplaner hatte viel Gutes zu berichten. Ab 1. April 2015 wird es Angebotsverbesserungen in allen Teilen des Landkreises und gar überdurchschnittlich im Celler Stadtgebiet geben. Der Angebotsumfang wird wieder auf dem Stand von 2010 gebracht. Das bedeutet Rückgängigmachung der in den letzten Jahren erfolgten Angebotseinschränkung, davon war zunächst der ländliche Raum und dann auch die Stadt Celle betroffen. Die Anzahl der Fahrten wird erhöht und der Takt verdichtet. Neben den Fahrten Montag bis Freitag wird besonders das Samstagangebot wesentlich verbessert.

Mit Qualitätsverbesserungen und Modernisierung des Fuhrparks wird es ein attraktiveres und verständlicheres Verkehrsangebotangebot geben, das zu einer deutlichen Nachfrageverbesserung und einem steigenden Nutzungsanteil führen soll, auch sollen sich sich daraus positive ökologische Wirkungen ergeben. Insgesamt bedeute das Leistungsangebot eine teilweise Übererfüllung der Mindestvorgaben. Der Betrieb wird mit 75 Fahrzeugen gestemmt, 21 davon werden Neufahrzeuge sein. Alle Busse sind barrierefrei, 55 Busse klimatisiert. Darauf können sich die Nutzer ab 1. April 2015 einstellen.

Gefahren wird im Taktverkehr, der ebenfalls verbessert wurde. Es fahren jetzt mehr Busse im 30-Minutentakt (von 6 auf 27 %), ebenfalls mehr im 120-Minutentakt (von 6 auf 11 %). Busse im 60-Minutentakt sind verringert worden von 28 auf 22 %, die Differenz ist aber im 30-Minutentakt enthalten. Die Anzahl der Haltestellenabfahrten (pro Jahr) haben sich massiv erhöht: im Kreisgebiet insgesamt an einem Schultag von 14.710 auf 20.080, an einem Ferientag von 10.509 auf 16.389, an einem Samstag von 4.929 auf 10.749, an einem Sonntag von 2.191 auf 3.771. Das bedeutet eine Steigerung in fast allen Kommunen, vor allem in Langlingen, Unterlüß, Adelheidsdorf und Scharnhorst. Aber auch im gesamten Stadtgebiet hat sich die Anzahl der Abfahrten erhöht. Das liegt insbesondere in der Steigerung der Taktverdichtung. z. B. in Altenhagen/Bostel und Westercelle. Auch Altencelle profitiert von der Neuorganisation des Busverkehrs. Deutlichste Verbesserung gibt es auf den Abschnitten Celle-Hambühren, und Celle-Nienhagen im 30 Minutentakt, aber auch in den Verbindungen Bergen-Winsen-Wietze und Lachendorf-Hohne-Ummern.

Ab 1. April 2015 werden im Nahverkehr 4,25 Millionen km Fahrleistung pro Jahr erbracht, im Stadtgebiet ist die Leistung um ca. 39 % erhöht worden, im Regionalverkehr ca. 25 %.

CeBus-Geschäftsführer Jan Behrendt zeigte sich erleichtert, zumal alle Mitarbeiter übernommen werden konnten und es nun weitergehen kann. Zwei Jahre habe man an dem Konzept gearbeitet. Dass sie als Wettbewerbssieger hervorgegangen sind, sei eine Bestätigung intensiver Arbeit und das bedeute „freie Fahrt nach vorn.“ Und Geschäftsführer Stefan Koschick ergänzte, es sei eine ausgezeichnete Teamleistung erbracht worden, die „aller Ehren wert ist.“

Redaktion
Celler Presse






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