Sonnige Eröffnung des Dorfzentrums in Höfer

ESCHEDE. Nach nur einem Jahr Umbauzeit konnte am Samstag das Gebäude offiziell übergeben werden. Die alte Schule hatte viele verschiedene Nutzungen erfahren und machte am Ende keinen guten Eindruck mehr. Gemeinsam wurde ein neues Nutzungsmodell entwickelt und in die Hände gespuckt. Am Samstag feierte Höfer sein neues Dorfzentrum.

Die Architekten Dr. Eggert Sass, Steffen Muth und Christian Ludwig hatten Großes zu leisten. Der Kostenrahmen war gedeckelt und die alte Schule mit den Nebengebäuden eine harte Nuss. Die Gebäude aus den 30er und 60er Jahren hatten alle unterschiedliche Deckenhöhen und keine Voraussetzungen für eine einheitliche Gestaltung. Modern und barrierefrei sollte das Gemeindezentrum werden; mit diesem Ziel vor Augen mussten ständig neue Lösungen erarbeitet werden. In einem echten Bürgerdialog wurde zusammen an der Vision festgehalten und mit den Kosten vor Augen Alternativen gefunden.

Doch bereits in der Planungsphase wurde Architekt Dr. Eggert Sass mit der Aussage: „Was Sie da planen, ist eine eierlegende Wollmichsau“ konfrontiert. Viel Arbeit steckte hinter der Planung und letztendlich der Realisierung. Sass berichtete dabei von den aufwendigen Sanierungsmaßnahmen und verkündete zugleich, dass der Kostenrahmen von einer Million Euro eingehalten werden konnte.

Gemeindebürgermeister Günter Berg konnte stolz das neue Dorfzentrum der Bestimmung zuführen. Ganz nach dem Motto: „Was lange währt, währt endlich gut“, bietet das Zentrum vielseitige Nutzungsmöglichkeiten und soll eine Begegnungsstätte sein, so Berg. Die Gemeinde hatte ein Drittel der Kosten zu tragen, bestätigt der Bürgermeister und bedankte sich in seiner Ansprache beim Land Niedersachsen, die den Großteil der Kosten trug und beim Landkreis Celle für die Unterstützung.

Die Landesbeauftragte für die regionale Landesentwicklung, Jutta Schiercke, konnte sich nun selbst von der Realisierung des Projekts überzeugen. Sonst hatte Schiercke nur Förderanträge auf dem Tisch und freute sich, live bei der Eröffnung dabei sein zu können. Mit dem neuen Dorfzentrum sieht sie Höfer gut für die Zukunft gerüstet. Es ist aber auch ein Beispiel für andere Gemeinden, so Schiercke. Weitere Anträge für das Städtebauförderprogramm liegen jetzt noch auf dem Tisch, deren Bewilligung nun alle vor Ort baldig erhoffen.

Der stellvertretende Landrat Ulrich Kaiser richtete zunächst Grüße des Land- und Kreistages aus. Die Zusammenarbeit bei der Realisierung empfand Kaiser als sehr konstruktiv und mutig. Durch die Förderung habe das Land Chancen eröffnet, sodass die Orte lebenswert bleiben, so Kaiser.

„Hier ist Tolles entstanden“, zeigte sich Helga Farr vom DRK vom Ergebnis begeistert. Sie betonte die lange Kooperationspartnerschaft mit der Gemeinde Eschede hervor. Es ist die zweitgrößte Partnerschaft des DRK im Landkreis. Farr wünschte allen eine „Glückliche Hand“ und schloss ihre Rede mit der Bitte: „Füllen Sie dieses Haus mit Leben“.

Ortsbürgermeister Michael Kruse unterstrich die gute Zusammenarbeit mit den Bürgern und dankte zugleich allen am Projekt beteiligten Mitarbeitern. Gerade bei der Einhaltung des Kostenrahmens musste während der Bauphase nach alternativen Lösungen gesucht werden. Er erinnerte sich an die jeden Montag stattfindenden Baubegehungen. Das Projekt selbst werde, so Kruse, sich auf jeden Fall weiterentwickeln.

Die Leiterin der Kindertagesstätte „Villa Kunterbund“ Renate Stauche konnte sich als Erste über das Gemeindezentrum freuen, denn die Kita ist seit Anfang des Jahres in den neuen Räumen eingezogen. Dieser Teil des Gebäudes war zuerst fertig geworden und bietet nun dem „grünen Kindergarten“ eine schöne neue Heimat. Ein wenig Wehmut klingt in ihren Worten, denn der TUS Höfer habe der Kita ein herzliches Ausweichquartier in der Zeit geboten. Stauche betone aber, dass in den neuen Räumen intensiver pädagogisch gearbeitet werden könne. Die Kindertagesstätte ist mit 22 Kindern voll belegt, und auch im nächsten Jahr rechne Stauche wieder mit einer Vollbelegung.

Doch auch die Kinder wollten bei der offiziellen Eröffnung ihren Beitrag beisteuern. Mit einem Waldlied begeisterten sie die Gäste und luden mit dem zweiten Lied alle zum Mitsingen ein. „Wer will fleißige Handwerker sehen“ wurde nun von Groß und Klein zusammen gesungen.

Die Handwerker verließen nun aber das Gebäude, und Vereine, Senioren, Step-Kurse, Joga-Kurse der VHS, Elternkaffee, Sprachkurse und die helfenden Engel des Jugendtreffs nutzen das Dorfzentrum. Die Räume bieten aber noch viel mehr, berichtet Gemeindebürgermeister Günter Berg. Als Begegnungsstätte könne er sich die Nutzung der Räume für Familienfeiern, Ausbildungen oder stundenweise Arztsprechstunden vorstellen.

Davon konnten sich die Gäste am Samstag selbst überzeugen. Das barrierefreie Zentrum wurde auf Herz und Nieren geprüft und auch die neu gestaltete Außenanlage in Augenschein genommen. Bei sonnigem Wetter freuten sich die Gäste über eine Suppe und nette Betreuung durch die Freiwillige Feuerwehr Höfer. Musikalisch wurde die Eröffnungsfeier vom Musikzug Celler Knappen e.V. begleitet.

Redaktion
Celler Presse

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