450 Teilnehmer beim Käfertreffen in Celle
CELLE. Bereits zum vierundzwanzigsten Mal fand das Celler Käfertreffen auf dem Schützenplatz statt; es hat sich mittlerweile zum zweitgrößten Eintagestreffen im norddeutschen Raum entwickelt. Viele Teilnehmer sind schon seit dem ersten Treffen im Jahre 1991 treu und kommen jedes Jahr aufs Neue gerne wieder hierher, um zu diesem Anlass ihre motorisierten Schmuckstücke zu präsentieren und interessierte Fragen der Besucher zu beantworten.
Der 1. Käfer-Club Celle e. V. hatte eingeladen und die Freunde des VW-Käfers und auch Freunde von Oldsmobilen anderer Fabrikate fanden sich auf dem Schützenplatz ein. Zu einem Käfertreffen gehören aber nicht nur die kugelrunden Volkswagen, sondern auch seine luftgekühlten Artverwandten, wie zum Beispiel die praktischen VW-Busse und Transporter, die bildhübschen Karmann-Ghia und VW-Porsche oder auch die mittlerweile fast in Vergessenheit geratenen Modelle VW 1500/1600 und VW 411/412. Der gute, alten Käfer war hier natürlich in allen erdenklichen Variationen vertreten. Ein originaler Brezelkäfer mit geteilter Heckscheibe und gerade mal 24,5 PS im Heck war leider nicht zu sehen. Insgesamt war es eine Zeitreise durch die über sechzig Jahre währende Geschichte eines einzigartigen Automobils. Auf dem großen Teilemarkt in der “Schnäppchen-Allee” konnte noch das eine oder andere gesuchte Ersatzteil oder ein Andenken erworben werden.
Für das leibliche Wohl war mit einem Getränke- Grill- und Kuchenstand gesorgt. Für unsere kleinen Gäste gab es ein Kinderprogramm u. a. eine Hüpfburg.
Wir trafen Eugen Kandziora aus Hornbostel mit seinem Standard-Käfer von 1954, den er seit fünf Jahren besitzt. Umbauarbeiten hat er nicht vorgenommen, auch ist immer noch der erste Motor im Einsatz, so dass zur Kilometerleistung gar nichts gesagt werden kann. Drei weitere Käfer hat Kandziora noch zu Hause in Verwahrung.
Zum Publikumsliebling wurde der knallrote Käfer 1302 RS, Baujahr 1972 von den Besuchern gewählt. Der Besitzer Tillo Pfeiffer aus Langenhagen hat ihn vor neun Jahren mit einem Kilometerstand von 100.000 erworben. Seitdem sind nur 114.000 Kilometer hinzu gekommen. 10.000 EURO hat das Fahrzeug damals gekostet und noch einmal 10.000 hat Pfeiffer hineingesteckt, und man glaubt es kaum: der Käfer sieht aus wie fabrikneu. Das ist das Ergebnis einer akribischen Restaurierung – nur mit Original Ersatzteilen mit VW-Nummer; 100 Mängel galt es zu beseitigen, z. B. waren die Sicherheitsgurte falsch eingebaut und die Stoßstangen mussten ausgetauscht werden. Die erworbenen gebrauchten Stoßstangen erforderten einen aufwändigen Bearbeitungsprozess, da sie auch nicht gerade schön aussahen; sie mussten mehrfach geschliffen und verchromt werden – wie gesagt: nun glänzen sie wie nagelneu. Da es auch neue Sitze sein sollten, gab es die gewünschte Ausführung in rotem Skai-Kunstleder nur in den USA. Die integrierte Kopfstütze auf den Lehnen brachte den Sitzen den Spitznamen „Grabstein“ ein. Ein Jahr Lieferzeit musste Till Pfeiffer dafür in Kauf nehmen. Nun wird der Käfer weiter gut gepflegt und untergebracht; 40 – 50 % Luftfeuchtigkeit sorgen dafür, dass er keinen Rost ansetzt. Die ganze Arbeit hat sich wieder mal gelohnt. Die Besucher haben dieser Käfer zum Publikumsliebling gewählt. Pfeiffer sieht es humorvoll – im Vorjahr wurde er zum Champion gekürt.
Redaktion
Celler Presse
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